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Hallo liebe(r) Leser(Innen),

zwei Wochen nach der Geburt unserer Tochter Elisha möchte ich Ihnen von den ersten Tagen mit ihr erzählen. Besonders gespannt waren wir auf Joshuas Reaktion: wie geht er mit der neuen Situation um, wie verhält er sich gegenüber seiner Schwester und uns...

Im Krankenhaus

Martina fühlte sich bereits kurz nach der Geburt wieder sehr gut. Ihre Andeutung, nur maximal zwei Tage im Krankenhaus zu bleiben, wollte sie, wenn alles mit Elisha gut gehen sollte, wahr machen.

Und es ging beiden gut. Elisha wollte bereits beim ersten Anlegen schon gut loslegen und die Muttermilch sollte laut Krankenschwester auch bald laufen. Toll! Das waren ja viel bessere Voraussetzungen, als sie bei Joshua zu Beginn vorlagen.

Gesundheitlich war ebenfalls alles bestens. Als Vorsichtsmaßnahme unserer Hebamme wurde Elisha kurz nach der Geburt in ein Wärmebett gelegt und die Sauerstoff-Sättigung im Blut gemessen. Das Ergebnis war aber sehr beruhigend und nach einer Stunde lag sie wieder bei uns.

Martinas Gebärmutter hatte sich durch starke Wehentätigkeit in der Nacht nach der Geburt schon gut zusammengezogen und die Nachblutungen waren am nächsten morgen nur noch gering. Die Damm-Naht – der Damm war ein bißchen gerissen – bereite ihr, im Gegensatz zum Schnitt bei der ersten Geburt, von Anfang an keine Probleme. Aufgedreht von der Geburt holte sie sich unsere Tochter um 5 Uhr ins Zimmer...

In Absprache mit Ärzten und Krankenschwestern sowie unserer Hebamme kam Martina am Freitag, zwei Tage nach der Geburt, nach Hause. Die U2 sollte dann der Kinderarzt durchführen. Die Nachsorge würde unsere Hebamme übernehmen.

Elisha zuhause.

Ganz ehrlich: obwohl wir es ja schon alles erlebt haben, es war plötzlich wieder wie neu. Das Windeln fällt, da man doch schon zuletzt an große Windeln gewöhnt war, besonders schwer. Ich habe es bisher nur zweimal gemacht und ich bewundere Martina.

Ansonsten finde ich, abgesehen von den anfänglichen „ich-möchte-ihr-nicht-wehtun-also-bloß-vorsichtig“ Zurückhaltungen beim Anziehen, Hochheben, Anfassen oder Tragen, läuft alles sehr viel ruhiger ab mit dem zweiten Baby. Den „Joshua-Stress“ mit zuwenig Milch, Blähungen oder dem Essen von Martina (keine Speisen, die Blähungen hervorrufen könnten) macht sich Martina nicht.

Zum Glück ist Elisha im Moment überhaupt nicht anspruchsvoll. Mittlerweile hat sich fast ein vier Stunden Rhythmus eingespielt. Es sei denn, sie kann (oder möchte) nicht einschlafen, dann verkürzt sich diese Spanne auf zwei Stunden. Wir können aber in der Regel die Zeit nach ihr stellen :-)

Unserer Hebamme möchten wir nochmals für ihre Hilfe und die sehr guten Ratschläge und Anleitungen danken. Wir haben uns bei ihr in sehr guten Händen befunden. In allen anfänglichen Unsicherheiten stand sie uns zur Seite, auch in „dringenden Notfällen“.

Ihre ruhige und beruhigende Art, ihr Fachwissen - sowohl fachmedizinisch, fachlich als auch menschlich - haben uns sehr geholfen. Wir können nur wünschen, daß jede Gebärende solch eine tolle Hebamme und interessante Frau zur Seite bekommt.

Was hält nun Joshua von seiner kleinen Schwester?

Wenn man den Kuß-Faktor mit dem Streichel-Index multipliziert, dann bekommt man schon eine sehr große Zahl heraus. Elisha gehört dazu, auch wenn er sich den Namen noch nicht so ganz richtig merken kann. Am Anfang – ich hatte mir 14 Tage Urlaub genommen – fand ich Joshua trotzdem anders.

Er war unkonzentrierter beim Spielen, Puzzlen und anderen Dingen. Außerdem mußte er alles neu Aufgebaute sofort wieder kaputt machen. Das gab uns schon zu denken. Auch war Martina für ihn eine Woche nicht mehr der erste Ansprechpartner. Alles mußte der Papa machen: Zähne putzen, auf Toilette gehen, Buch vorlesen ... Selbst wenn Martina die Zeit hatte, mußte ich es tun.

Im Kindergarten haben wir die Erzieherin auf diese Veränderungen angesprochen und wurden beruhigt, daß er dort ganz normal sei. Auch die Hebamme mahnte Gelassenheit und meinte, der „Ton mache die Musik“. Und es stimmte: unser „Schimpfen“, der Tonfall, war anders als vorher. Auch die Situationen.

Wie macht man Joshua z.B. begreiflich, nur den Kopf oder die Wange von Elisha zu küssen, aber nicht unbedingt auf den Mund oder die Nase. Oder das „Hops-Problem“: Springen auf unserem Bett ist nun Tabu, wenn Elisha auf dem Bett liegt. Kleinigkeiten, gewiß, aber wann wird aus dem ewigen „gut zu reden“ ein schimpfen. Zumindest gehen wir nun bewußter diese Sache an und reden mehr.

Auf keinen Fall wird Joshua in die zweite Reihe geschoben. Im Gegenteil: wir beziehen ihn noch mehr in den täglichen Alltag ein. Dieser besteht aber nicht nur aus Mama oder Papa, sondern auch aus Elisha.

Wenn wir von unserem jetzigen Standpunkt die Schwangerschaft, die Geburt und die ersten zwei Wochen betrachten, dann ist alles sehr schnell vergangen und gut verlaufen.

Vielleicht liegt es wirklich daran, daß es das zweite Kind ist. Nichtsdestotrotz war alles sehr spannend und wir möchten diese Erfahrung - besonders den Moment der Geburt - nicht missen. Auch wenn Elisha jetzt im Moment nicht einschlafen möchte und fürchterlich schreit. Aber das gehört dazu.
 
Autor: Michael Böneke (Email schreiben)


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