
Exklusiv auf kinder.de: Interview mit Schauspieler Oliver Mommsen

Oliver Mommsen spricht über sein Engagement für die SOS-Kinderdörfer
Der Schauspieler (u.a. Tatort) und SOS-Pate Oliver Mommsen zeigt sich im Interview mit den SOS-Kinderdörfern von einer ganz sanften Seite. Der 40-Jährige ist selbst zweifacher Vater und verrät, worauf er bei seiner Kindererziehung Wert legt, was ihn zu einer SOS-Patenschaft bewegte und warum er sich für ein kleines Mädchen aus Kenia entschieden hat.
Warum engagieren Sie sich für die SOS-Kinderdörfer?
Oliver Mommsen: Ich glaube an die Idee, die Hermann Gmeiner vor 60 Jahren hatte, zerstörte Familienstrukturen wieder neu aufzubauen. Ich finde, das ist ein genialer Ansatz mit enormer Wirkung. Angesichts des zweiten Weltkrieges gab es viele Witwen und Waisenkinder, denen die Familien genommen wurden.
Seit wann sind Sie SOS-Pate und was war der Impuls für Sie, eine Patenschaft für ein Kind zu übernehmen?
Oliver Mommsen: Vor acht Jahren kamen die SOS-Kinderdörfer auf mich zu und fragten mich, ob ich im Rahmen eines Spendenaufrufes in das SOS-Kinderdorf nach Nairobi reisen möchte. Plötzlich war ich mittendrin: Ich stand zwischen Slums und dem SOS-Kinderdorf, zwischen „Himmel“ und „Hölle“. So erlebte ich hautnah, was die SOS-Kinderdörfer leisten und wie wertvoll diese Arbeit ist. Seit dieser Zeit engagiere ich mich für die Hilfsorganisation.
Warum haben Sie sich für ein Patenkind in Kenia entschieden, gibt es eine besondere Verbindung Ihrerseits zu diesem Land?
Oliver Mommsen: Vor dieser Reise nach Nairobi war ich noch nie in Afrika, doch während dieses Aufenthalts war ich nicht nur völlig überwältigt von den Eindrücken, sondern habe auch selbst die Angst in den Slums erlebt. Da liegt es für mich nahe, ein Patenkind aus der Region zu wählen.
Welche Rolle hat Ihre Familie bei der Entscheidung gespielt, SOS-Pate zu werden?
Oliver Mommsen: Eine große Rolle. Seit ich selbst Vater bin, berühren mich
Kinderschicksale noch 100 Mal mehr als vorher. Kinder sollen viel lachen und eine Schutzmauer aus Wärme und Liebe um sich haben. Wo das nicht so ist, müssen wir helfen.
Welche Werte wollen Sie Ihren Kindern durch die Patenschaft vermitteln?
Oliver Mommsen: Dieses Jahr war ich bei der Aktion „Kinder laufen für Kinder“ in Bremen dabei und habe zusammen mit den Kindern vor Ort erfahren, dass jeder etwas tun kann. Mir und meiner Frau ist es ganz wichtig, in unserer Erziehung den Kindern die Augen zu öffnen und zu zeigen, dass es auch ganz andere Schicksale auf der Welt gibt. Beschreiben Sie das Verhältnis bzw. die Bindung zu Ihrem Patenkind.
Gibt es einen besonderen Moment, an den Sie sich erinnern können?
Oliver Mommsen: Als ich den ersten Brief von meinem Patenkind aus Kenia in der Post hatte, bekam meine Patenschaft ein konkretes Gesicht. Bis dahin hatte ich nur eine abstrakte Vorstellung von „ich helfe jemandem“. Erst dann realisiert man endgültig, dass es ein Mensch ist, der wächst, der sich weiter entwickelt und an dessen Erfolgen man persönlich teilhaben darf. Ich finde, dass man als Pate auf so einem Weg etwas ganz Besonderes zurück bekommt.
Was wünschen Sie Ihrem Patenkind?
Oliver Mommsen: Eine Chance hat mein SOS-Patenkind mit Hilfe der SOS-Kinderdörfer bereits bekommen. Jetzt wünsche ich ihr, dass sie ihren eigenen Weg findet und zu einer selbstständigen, mutigen Person heranwächst. Ich wünsche ihr ein Leben ohne Angst oder Entbehrung und später natürlich ihre eigene glückliche Familie.
Wie sehen Ihre Pläne und Wünsche als SOS-Botschafter für 2010 aus?
Oliver Mommsen: Die Zusammenarbeit mit den SOS-Kinderdörfern lässt keine Wünsche offen. Alle Aktionen, Veranstaltungen und Erlebnisse mit der Hilfsorganisation waren großartig für mich. Ich wünsche mir, dass es so weitergeht. Ansonsten ist mein Herzenswunsch, dass unsere Sorgen hier in Deutschland uns nicht den Mut und die Bereitschaft rauben, sich immer wieder vor Augen zu halten, dass es auf der Welt Kinder gibt, die keine Zukunft haben, wenn wir ihnen nicht helfen und sie an die Hand nehmen.
Wer die SOS-Kinderdörfer als Pate für ein Kind mit einem monatlichen Beitrag von 31 Euro unterstützt, kann selbst mit verfolgen, was die Hilfe bewirkt und sicher sein, dass das Geld auch da Verwendung findet, wo es gebraucht wird. Die Unterstützung kommt direkt dem Patenkind und seinem Kinderdorf sowie dessen Zusatzeinrichtungen wie SOS-Schulen und SOS-Berufsausbildungszentren zugute. Paten erhalten Berichte und Fotos von ihrem Patenkind und erleben so mit, wie es sich entwickelt.
Für die nachprüfbare und satzungsgemäße Verwendung der Spenden haben die SOSKinderdörfer das DZI-Spendensiegel erhalten.
Über SOS-Kinderdörfer
Die SOS-Kinderdörfer sind ein privates, internationales, politisch unabhängiges und überkonfessionelles Sozialwerk für Kinder in Not. Das erste SOS-Kinderdorf entstand 1949 durch Hermann Gmeiner im österreichischen Imst. Heute gibt es fast 500 SOS-Kinderdörfer weltweit. Mehr als 78.000 Kinder und Jugendliche finden hier ein neues, liebevolles Zuhause und eine neue Perspektive für ihr Leben. Die Philosophie der SOS-Kinderdörfer beruht auf vier Prinzipien: Mutter, Geschwister, Haus, Dorf. Eine Idee, die seit sechs Jahrzehnten weltweit funktioniert. In 132 Ländern weltweit sind die SOS-Kinderdörfer aktiv und geben verlassenen Kindern das Fundament für eine sichere Zukunft. Ein wichtiger Bestandteil dabei sind die SOS-Patenschaften, die durch ihren Beitrag ein Kind in seiner SOS-Familie unterstützen und ihm so ein liebevolles Aufwachsen ermöglichen.
Für weitere Fragen oder Rückmeldungen zur SOS-Patenschaft steht das Team der SOS-Kinderdörfer telefonisch unter der kostenfreien Rufnummer 0800 50 30 500 oder per E-Mail unter info@sos-paten.de zur Verfügung.
Nähere Informationen zu Patenschaften finden sich unter www.sos-paten.de.
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