
Gefährliches Wandeln durch die Nacht ...
Bei vielen Kindern (bis zu 30 Prozent) gehört Schlafwandeln fast schon zur normalen Entwicklung. Bei Erwachsenen dagegen kann der „Somnambulismus“ Hinweis auf eine ernsthafte Störung des Gehirns sein. Die Zeitschrift „Naturarzt – Ihr Gesundheitsratgeber“ nennt mögliche Ursachen und gibt Tipps für Betroffene und Angehörige.
Die meisten der erwachsenen Betroffenen wandelten bereits als Kind. Ein Teil ihrer Veranlagung scheint vererbt zu sein. Nur ganz selten tritt das Schlafwandeln zum ersten Mal im Erwachsenenalter auf. Vor allem dann könnte es ein frühes Alarmsignal für eine ernste Erkrankung sein (z. B. Epilepsie), weshalb Betroffene rasch zum Arzt gehen sollten, um eine Nacht im Schlaflabor zu verbringen. Das muss allerdings auf neurologisch/psychiatrische Fälle spezialisiert sein. Bei der Analyse des Schlafwandelns achten Ärzte vor allem auf das Hirnstrommuster (EEG) der Patienten. Verantwortlich könnten bestimmte Medikamente wie Antidepressiva (z. B. Lithium) oder Benzodiazepine (Beruhigungsmittel) sein sowie illegale Drogen aller Art. Auch übermäßiger Alkoholkonsum oder Alkoholentzug begünstigen das Leiden. Manchmal ist die ungewollte Aktivität im Schlaf sogar ein erster Hinweis auf Hirnerkrankungen wie eine Epilepsie, Morbus Parkinson oder einen Hirntumor.
Für Betroffene und ihre Angehörige ist es wichtig, bestimmte Tipps und Verhaltensregeln zu beachten. Als Angehöriger sollte man Betroffene nicht wecken, sondern behutsam ins Bett zurücklotsen. Was sich für Betroffene lohnt zu beachten:
- Sorgen Sie für ausreichend Schlaf, denn Schlafmangel begünstigt Schlafwandeln.
- Eine ruhige Schlafumgebung empfiehlt sich, da äußere Reize wie Lärm und Licht das Problem verstärken können. Vorsicht in ungewohnter Schlafumgebung, hier tritt Schlafwandeln gehäuft auf.
- Stress reduzieren, z. B. mit autogenem Training oder auch abendlichen Spaziergängen (aber nicht direkt vor der Bettruhe).
- Abends wenig trinken, denn organische Reize wie eine gefüllte Blase können Schlafwandeln mitauslösen.
- Kontrollieren Sie Ihren Alkoholkonsum. Und lassen Sie vom Arzt Ihre Medikamente prüfen, ob sie nicht eventuell das Schlafwandeln begünstigen.
- Bei Kindern ist das Schlafwandeln meist ohne krankhafte Bedeutung. Wichtig sind aber auch hier die Schutzmaßnahmen:
- Kleine Schlafwandler gehören nicht in Hochbetten.
- Scharfkantige Möbel polstern und Stolperfallen (Schuhe, Spielzeug usw.) aus dem Weg räumen. Und Treppen mit Schranken absperren.
- Eventuell Glöckchen an die Kinderzimmertüre anbringen oder Lichtschranken in Bettnähe, damit Sie beim Ausflug Ihres Kindes geweckt werden und eingreifen können.
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