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Serie: Autismus




Autismus vom Asperger Typ

Tobias, nun drei Jahre alt, entwickelte sich in den ersten Lebensmonaten völlig normal. Er fing sehr früh zu sprechen an, wobei seine originelle Sprache auffiel.

Dass er zu seinen Eltern wenig Kontakt suchte, Zärtlichkeiten scheute und weniger lachte als andere Kinder bemerkten die Eltern zwar, schenkten diesem Verhalten aber wenig Beachtung.

Ihnen fiel aber auf, dass der Junge manchen Dingen ganz besondere Aufmerksamkeit schenkte und in Wut ausbrach, sobald der gewünschte Gegenstand ihm weggenommen wurde. Motorisch war Tobias ungeschickt.

Als er in den Kindergarten kam, hatte er Schwierigkeiten sich in die Gruppe einzugliedern, er wollte am liebsten in Ruhe gelassen werden und hatte wenig Interesse daran, mit anderen Kindern zu spielen. Die Kindergärtnerin sprach die Eltern darauf an, dass Tobias sich im Kindergarten seltsam verhielt.

Kinder vom Asperger Typ,

... sind zwar seit ihrer Geburt betroffen, die Störung wird jedoch des Öfteren erst später (nach 12 Monaten) diagnostiziert, da die Kinder sich anfangs recht normal entwickeln. Es kann sogar passieren, dass die Störung erst beim Eintritt in den Kindergarten, also wenn die Kinder sich sozial eingliedern sollen, auffällt.

Typische Auffälligkeiten

... liegen eher bei der sozialen Seite. Schon als Säuglinge drehen sich die Kinder von der Mutter weg, strecken die Arme nicht aus, um hochgehoben zu werden und sind sehr mit sich selbst beschäftigt. Sie zeigen wenig gestische oder mimische Reaktionen. Im Gegensatz zum Kanner Typ sprechen die Asperger Kinder früh. Die Sprache kann aber auffällig sein.

Die Kinder lieben es neue Wörter zu lernen und Wörter zu erfinden. Sie haben aber Schwierigkeiten, ein Gespräch zu führen. Ein Eingehen auf den Anderen ist für sie mühsam. Selbstgespräche kommen häufig vor. Später verfügen sie eher über ein lexikalisches Wissen, das sie aber nicht anwenden können.

Ihre Sprache wirkt altmodisch und sonderbar. Typisch ist auch ihr motorisches Ungeschick, und man kann das Gefühl haben, dass ihnen ihr eigener Körper fremd zu sein scheint.

Rituelle Tagesabläufe,

die Fixierung auf einen bestimmten Gegenstand und das Sammeln von Dingen sind weitere Merkmale dieses Syndroms. Sie können in Wut geraten, wenn etwas anders als sie es gewohnt sind, abläuft.

Unvermittelte Situationen sind ihnen ein Gräuel, da es sie zutiefst verunsichert und sie nicht wissen, wie sie damit umgehen können. Deshalb geht ihr Verhalten in die zwanghafte Richtung, sodass viele Handlungen in einer bestimmten Reihenfolge ausgeführt werden müssen.

Es ist sehr wichtig in der Therapie das zwanghafte Verhalten etwas einzudämmen, da es den Kindern große Schwierigkeiten bereiten kann. Folgen bei Scheitern oder Überforderung sind Wutausbrüche und autoaggressive Handlungen.

Bestimmte Gegenstände können ihnen ganz wichtig werden, sei es ein Spielzeug oder ein Alltagsgegenstand. Es hilft den Kindern, diesen Gegenstand bei sich zu haben, wenn sie neuen und unbekannten Situationen ausgesetzt sind.

Ebenso verfolgen die Kinder ausgesprochene Sonderinteressen, die ihre ganze Aufmerksamkeit beanspruchen und Thema jeden Gesprächs werden. So kann ein Kind ganze Fahrpläne von Zügen auswendig wissen, alle Hauptstädte dieser Erde oder alle technischen Daten elektrischer Geräte aufsagen.

Am schwierigsten für Bezugspersonen ist die fehlende emotionale Wärme, die die Kinder empfinden. Einerseits haben sie zwar kein Gefühl für persönliche Distanz, schmiegen sich zum Beispiel an fremde Personen an, andererseits scheinen sie sich wenig um ihre Umwelt zu kümmern und suchen nicht den zärtlichen Austausch und Kontakt.

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