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Serie: Autismus




Autismus vom Kanner Typ (auch frühkindlicher Autismus)

Jens, 7 Jahre alt, wirkt ausgesprochen zart und hübsch. Er ist sehr ruhig. Versucht man ihn anzusehen, reagiert er aber nicht. Körperlicher Kontakt ist ihm unangenehm, vor Berührungen flüchtet er, indem er wegrennt oder auch um sich, schlägt. Spricht man mit ihm, wiederholt er oft das Satzende von dem, was man ihm gerade gesagt hat und man meint, man höre sich selbst sprechen.

Jens kann Lieder, die er im Radio hört, auswendig und schön nachsingen, wobei er dabei keinerlei Kontakt zur Umwelt sucht, sondern eher für sich selbst zu singen scheint. Frei sprechen kann er nicht.

Möchte er etwas Bestimmtes haben, nimmt er seine Mutter bei der Hand, und führt sie zum gewünschten Gegenstand. Danach lässt er sofort von seiner Mutter ab. Er liebt Züge und kann sich stundenlang Bücher mit Zügen ansehen.

Kinder, die autistische Züge vom Kanner Typ erkennen lassen,

... fallen früh, oft schon in den ersten Lebensmonaten, auf. Die betroffenen Kinder zeigen meist eine verminderte Intelligenz, sind also auch im intellektuellen Bereich eingeschränkt. In der Säuglingszeit fällt den Eltern auf, dass das Kind keinen Blickkontakt sucht und sich vermehrt abwendet.

Auch später haben die Kinder Schwierigkeiten, jemanden anzusehen und man hat den Eindruck, sie schauen durch ihren Gegenüber hindurch. Ihr Blick schweift in die Ferne und verliert sich dort.

Sprachlich treten ebenfalls Einschränkungen auf

Entweder bleibt die Sprache ganz aus, oder die Kinder sprechen sehr spät und dann auch mit einem verminderten Sprachschatz. Ganz typisch ist das Wiederholen von Gehörtem, wobei hier eher das Satzende mit gleichem Tonfall und Melodie vom Anderen nachgesagt wird (Echolalie).

Die eigene Sprache wirkt entweder verzerrt (die Kinder sprechen mal ganz hoch oder ganz tief) oder sie ist monoton und wenig melodisch. Auch kann die Betonung von Wörtern falsch sein. In der Sprachentwicklung fehlt die Fragephase, das Erlernen der Sprache ist mechanisch und nicht spielerisch.

Wie Kinder vom Asperger Typ kapseln sich diese Kinder von ihrer Umwelt ab.

Sie haben mehr Freude in der Beschäftigung mit Gegenständen als mit Personen. Wahrscheinlich fällt es diesen Kindern sehr schwer, sich auf die Unberechenbarkeit, die im Kontakt mit Menschen naturgegebenermaßen liegen, einzulassen.

Jede Veränderung macht ihnen Angst, worauf sie mit Wut und Aggression reagieren. Monotones und zwanghaftes Verhalten sind ihnen eigen.

Ihre Ängste können sich unter Umständen auf bestimmte Objekte verlagern und zu einer Phobie vor bestimmten Dingen führen. Manche Kinder sind sehr geräuschempfindlich, was man daran bemerken kann, dass sie sich häufig die Ohren zuhalten.

Die Schwierigkeiten in ihrem Verhalten nehmen mit dem Alter ab. Erwachsene Autisten haben es später viel leichter als im Kindesalter, wenn sie sich in ihrer Welt eingerichtet haben und gut betreut werden. Ein selbstständiges Leben kann möglich sein, ist es aber oftmals nicht.

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