
Behindertensport: Rollstuhlrugby - Aggressiver als Rollstuhlbasketball
Es ist eine Mischung aus Volleyball, Basketball und Schach: Strategisch muss man nämlich auch spielen!
Rollstuhlrugby ist eine in Kanada entwickelte Sportart für Rollstuhlfahrer, die bei mindestens drei Gliedmaßen eingeschränkt sind. In Kanada wurde es zuerst „Murderball“ (deutsch: Mörderball) genannt.
Gespielt wird in der Halle in einem Basketballfeld. Zwei Mannschaften mit jeweils vier Spielern treten gegeneinander an und versuchen, einen Volleyball über die gegnerische Torlinie zu fahren. Die Torlinie ist acht Meter breit. Der Spieler muss dann den Ball fest im Besitz haben und mit dem Rollstuhl über die Linie gefahren sein. Vier mal acht Minuten dauert ein Spiel.
Behinderungen der Spieler werden in einem Punktesystem
Bei der Auswahl der Mannschaften gibt es eine Besonderheit. Um das Spiel möglichst fair zu gestalten, werden den Spielern nach ihrem Grad der Behinderung Punkte zugeordnet. Ein Spieler mit der schwersten Behinderung bekommt 0,5 Punkte. Je nach Schwere der Behinderung erhöht sich die individuelle Punktzahl. Maximal 3,5 Punkte kann ein Spieler haben. 3,5 bedeutet dabei die leichteste Behinderung. Für ein Spiel darf eine Mannschaft mit vier Spielern höchstens sieben Punkte haben. Bei internationalen Spielen sind acht Punkte pro Mannschaft zugelassen.
Regeln beim Spiel
Außerdem gilt es, sich an bestimmte Zeiten zu halten: Nach zehn Sekunden muss der Ball von einem Spieler gedribbelt oder abgegeben werden. Im eigenen Feld darf der Spieler sich nur 12 Sekunden aufhalten und ein Angreifer darf nur zehn Sekunden im anderen Feld bleiben. Tempo und Reaktionsgeschwindigkeit ist also vorausgesetzt.
Regelverstöße gibt es natürlich auch. So ist Körperkontakt bei den Spielern nicht erlaubt. Die Hinterachse des Gegners darf nicht blockiert werden und während einer Spielunterbrechung ist kein Rollstuhlkontakt zugelassen.
Timeouts, beziehungsweise Spielunterbrechungen sind zugelassen. Jede Mannschaft hat pro Spiel vier Spielunterbrechungen von 30 Sekunden zur Verfügung.
Rollstuhlrugby findet in speziell angefertigten Rollstühlen statt. Die Räder sind schräg angebracht und mit sehr hohem Druck aufgepumpt, um schnelle Bewegungen zu ermöglichen. Die Sportler sitzen tiefer als in einem üblichen Alltagsrollstuhl und sitzen deswegen sicherer.
Rollstuhlrugby ist übrigens Paralympische Disziplin – also ein Hochleistungssport!
jdö
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