
Bettina Zimmermann im Interview - Stimme der „MASTER TIGRESS“ in KUNG FU PANDA 2

- © 2011 ShamrockPhoto/Norbert Kesten für Paramount Pictures Germany
„Wenn man mit sich im Reinen ist, kann man viel erreichen“
Was kann man aus KUNG FU PANDA 2 lernen?
Was ich ganz schön finde: Die furiosen Fünf akzeptieren sich mittlerweile so, wie sie sind. Sie haben auch kein Problem damit, auch mal Schwächen zuzugeben. Wenn man an sich glaubt, mit sich im Reinen ist und sich gegenseitig vertraut, kann man viel erreichen. Und wenn Freunde mal eine Schwäche haben, kann man mit seinen Stärken einspringen. Aber es gibt viele andere Dinge, zum Beispiel die Geschichte zwischen PO und seinem Vater: Es ist egal, wer einen geboren oder gezeugt hat. Wichtig ist die Person, die für einen da ist und ein Leben lang begleitet. So jemand hat es eigentlich mehr verdient, Papa und Mama genannt zu werden als der biologische Elternteil.
Ist das eine Botschaft, die bei den Kindern ankommt?
Ich glaube, es bleibt ein bisschen was hängen. Dass man fest an sich glaubt, dass man im Team etwas erreichen kann und auch, dass es nicht schlimm ist, auch Schwächen zu zeigen. Das finde ich gerade an der Figur der TIGRESS so toll: Im ersten Teil ist sie ist die Perfekte, ein Kraftpaket, wahnsinnig diszipliniert, überkorrekt. Trotz des Schlages ins Gesicht, dass sie nicht der Drachenkrieger geworden ist, steht sie trotzdem immer gerade da aber am Ende des Films sieht man ja auch, dass sie Schwächen hat. In unserer Gesellschaft ist, glaube ich, jedes dritte Kind ein Scheidungskind oder ein Adoptionskind. Und auch das ist egal, Hauptsache ist doch, dass man weiß, wohin man im Jetzt hingehört. Natürlich will man vielleicht wissen, wo die Wurzeln liegen. Aber viel wichtiger ist es zu wissen: Wer da war, wenn man mal hingefallen ist und sich das Knie aufgeschlagen hat. Es gibt viele Dinge, die im zweiten Teil hängen bleiben. KUNG FU PANDA 2 ist so geballt und so intensiv - und dann noch in 3D - finde ich ein tolles Kinoerlebnis.
Ist der der zweite Teil von KUNG FU PANDA besser als der erste?
Der erste Teil eines Filmes ist immer schwierig: Es ist etwas Neues, Figuren müssen eingeführt werden. Und dann ist es schwieriger, noch einen zweiten Teil draufzusetzen. Es ist gar nicht so, dass ein Teil besser oder schlechter ist, denn jeder steht für sich. Im zweiten Teil konnte man mit den Figuren nochmal ganz anders arbeiten. Die Figur der TIGRESS hat nochmal ganz andere Facetten bekommen, mehr Charakter. Diese Entwicklung finde ich ganz toll.
Erkennst Du Dich da auch ein bisschen wieder?
Ja, das Kämpferische und wie ein Tiger aufzutreten, wenn es um die Freunde und die Familie geht. Und ich bin ein sehr energiegeladener Mensch. Beim Essen bin ich eher so wie PO – aber ich verbrenne ganz gut und deshalb habe ich auch immer so viel Energie. Vielleicht sollte ich auch mit Kampfsport anfangen. Beim Synchronsprechen muss man ja auch mit Körpereinsatz arbeiten, damit man immer in Spannung mit dem Körper bleibt. Ich habe auch einen Aufsteller hinter mir – ich weiß gar nicht, was der da zu suchen hatte – kaputt gemacht, weil ich mit dem Bein nach hinten ausgeholt habe.
TIGRESS wird in KUNG FU PANDA 2 auch ein bisschen weicher, fraulicher. Was meinst Du, haben starke Frauen eher ein Problem, sich von der weichen Seite zu zeigen?
Ich glaube nicht, dass sie ein Problem haben, sondern dass diese Frauen so gar nicht gesehen werden. Es heißt ja immer „Frauenpower“…Wenn man als Frau erfolgreich ist, dann heißt es gleich – die muss ja stahlhart sein. Beim Mann wird das so hingenommen: Ja, der ist erfolgreich. Ich kenne tolle, persönlichkeitsstarke Frauen, die viel erreicht haben und trotzdem eine ganz normale, frauliche Seite haben. Von TIGRESS wurde am Anfang immer verlangt zu kämpfen und sie wollte in diesen „männlichen Tigermetier“ bestehen. Es war ihr Traum, Drachenkrieger zu werden. Jetzt ist sie ein bisschen mehr mit sich im Reinen und sie akzeptiert, dass sie nicht der Drachenkrieger ist.
Würdest Du Dir eine Liebesgeschichte zwischen TIGRESS und PO wünschen?
Wie sähen denn dann die Kinder aus? Ich möchte mich da gerne selbst überraschen lassen. Die Szene, als Mr. Ping den PO umarmt hat – alleine bei der Szene musst ich schon schmunzeln. Das ist das schöne, das eine Auge fängt an zu weinen, und andererseits kann man gleich wieder losprusten, weil das so irrsinnig komisch ist, wie da der Ganter versucht, mit seinen Flügeln um den Bären zu kommen - es reichte gerade um die Vordertatze. Es war schön zu sehen, wie die Figuren sich entwickelt haben. Ich würde mich natürlich freuen, wenn es einen dritten Teil geben würde.
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| Alle Fakten auf einen Blick | |
| Kinostart: | 16.06.2011 |
| FSK: | ab 6 Jahren |
| Länge: | 90 Min |
| Website: | www.KungFuPanda2.de |
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