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Cyber-Mobbing

Heutzutage wird nicht nur auf dem Schulhof, im Hort und auf dem Spielplatz gemobbt, sondern auch im Internet. Vor allem Kinder und Jugendliche zählen zu den Opfern. kinder.de zeigt Ihnen, wie Sie Ihrem Kind helfen können.

Heute wird nicht nur auf dem Schulhof oder im Büro gemobbt, sondern auch im Internet. Besonders Kinder und Jugendliche sind vom sogenannten Cyber-Mobbing betroffen, aber auch Erwachsene.

Cyber-Mobbing ist ein Trend, der immer mehr zunimmt. In England soll bereits jedes dritte Schulkind Erfahrung mit virtueller Gewalt gemacht haben. Für Deutschland liegen bisher noch keine Zahlen vor.

Üble Nachrede, offene Lügen, gefälschte Fotos - Das Internet bietet viele neue Möglichkeiten zum Mobben und sie werden eifrig genutzt. Da werden Handymitschnitte geschmackloser Streiche ins Netz gestellt, pornografische Fotomontagen erstellt oder anonyme Drohungen über SMS und E-Mail verschickt.  

Besonders in Kinderchats schließen sich User zusammen, um einen Außenseiter aus dem Chat zu drängen. Und auf Schülerportalen finden massive Lästerereien in geschlossenen Gruppen statt. Manchmal kommt es zu Gründungen von regelrechten Hassklubs.

Die Urheber halten all dies vielleicht für einen harmlosen Spaß, aber die Betroffenen leiden massiv darunter. Nicht selten hat das Cyber-Mobbing Auswirkungen auf den Alltag, weil unüberschaubar viele User sich zum Beispiel in Verlegenheit bringende Fotos des Opfers im Netz anschauen können und die Inhalte schnell verbreitet werden. Die Gemobbten werden häufig erst im Netz und dann auch auf dem Schulhof ausgegrenzt.

Wenn Kinder und Jugendliche im Internet gemobbt werden, reagieren sie meist hilflos und vertrauen sich oft keinem Erwachsenen an. Aber auch Eltern sind mit der Situation überfordert. Welche Möglichkeiten haben sie gegen die Mobber?

Tipps gegen Cyber-Mobbing

Eltern sollten zunächst darauf achten, dass ihre Kinder im Internet möglichst wenig private Daten hinterlassen. Fotos sollten nach Möglichkeit gar nicht veröffentlicht werden. Ist das Kind in Foren, Schülerportalen und Chats aktiv, sollte es einen Nicknamen annehmen, der wenig über das Alter und den realen Namen verrät.

Ist das Kind bereits Opfer von Cyber-Mobbing, müssen die Eltern schnell eingreifen, weil die Möglichkeiten eines Kindes, sich zu wehren, beschränkt sind. Zunächst einmal sollten Sie Ihrem Sprössling mit Gesprächen zur Seite stehen.

Beim Cyber-Mobbing ist es vor allem wichtig, die Angriffe im Internet nach außen hin zu ignorieren. Es bringt nichts, mit Beleidigungen zu antworten oder das mobbende Kind zur Rede zu stellen. Dabei schaukeln sich meist die Gemüter erst so richtig hoch und das Mobbing kann weiter eskalieren.

Sie sollten Beweise sichern und die beleidigenden Inhalte abspeichern. Notieren Sie den Nicknamen oder Namen des verantwortlichen Kindes und sprechen Sie den Fall in der Schule an, damit die Lehrerinnen und Lehrer das Thema Cyber-Mobbing im Unterricht aufgreifen. Wenn möglich, können Sie auch auf die Eltern des mobbenden Kindes zugehen.

Sie sollten auf jeden Fall den Provider der Seite informieren. Betreiber von Foren und Portalen können formlos über Fax oder E-Mail dazu aufgefordert werden, unerwünschte Beiträge innerhalb eines Tages zu löschen. Hassklubs auf Schülerportalen, die sich allein aus Gründen des Mobbings gebildet haben, können die Betreiber ebenfalls problemlos löschen. Sollten Sie Hilfe bei Ihrer Beschwerde benötigen, können Sie sich an die Beschwerdestelle www.jugendschutz.net wenden.

Leider kann man nicht verhindern, dass sich der Klub unter anderem Namen sofort wieder anmelden könnte. Die Betreiber unternehmen von sich aus leider nichts gegen derartige Verbindungen, sie reagieren immer erst, nachdem Beschwerden von Usern eingegangen sind.

Es gibt auch die Möglichkeit, juristisch gegen Cyber-Mobbing vorzugehen. Hierfür benötigen Sie Beweismaterial und den Namen und Spitznamen des mobbenden Kindes. Für Beleidigungen im Internet existiert bisher leider kein spezielles Gesetz. Eine Klage ist zudem mit hohen Kosten verbunden und die Täter sind meist minderjährig und somit noch nicht strafmündig.

Betroffene Eltern und Schüler, die nicht mehr weiter wissen, können sich auch bei Opfergruppen, wie etwa dem Weißen Ring, beraten lassen. Den Weißen Ring finden Sie im Internet auf der Seite www.weisser-ring.de. Wenn Ihr Kind lange und massiv im Internet gemobbt wird, sollten Sie sich an die Polizei wenden und Anzeige erstatten.


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