
Der Gestiefelte Kater

In „Der Gestiefelte Kater“ aus dem Hause DreamWorks Animation nimmt der beliebte Kater aus der Shrek Saga den Kinobesucher mit auf eine rasante Animations-Reise. Alle Figuren sind abgedreht, hinreißend und irre komisch. Ein toller Familienfilm, der das schwer angesagte 3D-Format originell nutzt.
Gibt es etwas Spannenderes, als etwas Vertrautem völlig neue Seiten abzugewinnen? Eigentlich ist „Der gestiefelte Kater“ eine bekannte Figur aus einem alten Märchen. Begegnet ist man ihm auch schon in der Shrek-Saga und im neuen 3-D-Familienfilm „Der Gestiefelte Kater“ hat der flauschige Held endlich seinen ganz eigenen Auftritt bekommen.
Er ist ein intensiver Typ: Seine Milch schlabbert der nur mit 3,5 Prozent Fett und wenn er zu schnurren beginnt, fallen die Katzendamen reihenweise in Ohnmacht. Und dann erst die Augennummer! Mit seinem traurigen Miezekätzchenblick überlistet er kurzerhand jeden Widerstand. Seine Stiefel zählen zu seinen Markenzeichen und wenn er seinen Hut in die Tatzen nimmt, wird aus dem kleinen Kerl eine Pathospumpe, der man nur schwer wiederstehen kann.
Rasante Story mit durchgeknallten Figuren
Die Story: Ein Kater fetzt durch die Landschaft und die buckligen Gassen des spanischen Dörfchens San Ricardo. Er ist ein kleiner Macho, das ist nicht zu übersehen. Er scheint auf der Flucht zu sein, doch man weiß nicht, woher er kommt und was mit ihm los ist. Eigentlich ist er ein armes Waisenkind, das das Schicksal in die Nähe seines späteren Freundes Humpty Dumpty geweht hat. Aus dem Waisenhaus kennt er diesen seltsamen Eierkopf, eine total durchgeknallte Figur, die eigentlich nichts auf die Reihe kriegt. Ein Träumer eben, mit großen Wünschen, jedoch ein wahrer Antiheld, der im Gegensatz zu seinem Freund auf mackerhaftes Gepose weitgehend verzichtet - schließlich ist er nur ein Ei. Aber auch der Kater hat es in sich: Ganz Latin Lover, ganz voller Ehre und Temperament, voller Stil und Stolz, ein bisschen diabolisch vielleicht, doch letztlich einfach nur eine kleine Katze. Und: Unheimlich komisch.
Antonio Banderas: Stimme des Macho-Katers
So stiefelt sich der kleine Held durch die rasante Geschichte, vokal erweckt von einer voluminösen Stimme (Synchronstimme: Benno Fürmann, im Original: Antonio Banderas), die voller Leidenschaft und Stolz ist und den Zuschauer von Anfang an in die Geschichte hineinzieht. Was liegt näher, als diesem Mini-Zorro eine Figur an die Seite zu geben, die auf den Kater-Charme abfährt: Kitty Samtpfote, ein hinreißendes Katzenweib (stimmlich animiert von Salma Hayek), das mit Raffinesse genauso arbeitet wie mit Körpereinsatz. Sie schwingt die Hüften im Rhythmus des Flamenco, versprüht romantische Funken und temperamentvolles Ego. Nun bedarf es nur noch einer Handvoll Zauberbohnen, aus denen eine gigantische Bohnenranke wächst, damit sie aus einem Schloss in den Wolken eine Gans stehlen können, die goldene Eier legt. So einfach geht das. Nur zu dumm, dass es das fiese Ehe- und Banditenpaar Jack und Jill ebenfalls auf das lukrative Geschäft mit den Zauberbohnen abgesehen hat.
Originell umgesetzt: 3-D-Effekte für Größe und Weite
Der Film hat mehr als wilde Verfolgungsjagden und Tanzrhythmen. Die 3-D-Effekte erheben die Story zu einer dreidimensionalen Kreativleistung der Macher und zu einem Gesamtkunstwerk, das sich über die lehmfarbenen Dächer der spanischen Spelunken bis in den Himmel rankt. Momente voller Details wechseln sich ab mit actionreichen Tornados und irren Landschaften, die in ihrer Größe und Weite nur über 3-D funktionieren. Und auch die Figuren sind charakterlich ausgefeilt. Es hilft, den Katzenliebhabern anzugehören, dann erkennt man den (Irr-)witz der Story erst richtig. Wie Katzen nun mal sind: drollig, listig und liebenswert – aber auch doof. Sie nehmen sich furchtbar wichtig und sind hochkonzentriert. Doch wenn es darauf ankommt, lassen sie sich von einem einzigen Lichtpunkt ablenken.
Fazit: Rasantes Spektakel, witzig und originell, hintergründig und auf einer gewissen Ebene auch wunderbar einfach. Leider ist das Ei nicht unbedingt Buddy-tauglich. Dennoch: Ein amüsantes Familienabenteuer, dessen Performance ein wenig an die Spaghetti-Western von Sergio Leone erinnert.
| Alle Fakten auf einen Blick | |
| Kinostart: | 08.12.2011 |
| FSK: | Ohne Altersbeschränkung |
| Länge: | Ohne Angabe |
| Website: | www.DerGestiefelteKater-Film.de |
Pressekonferenz zum Film "Der Gestiefelte Kater" mit Antonio Banderas und Salma Hayek
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