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Die Tücken mit den Mücken

Ich liebe den Sommer. Und auch mein zwei ¼ jähriger Sohn Joshua entdeckt zum ersten Mal in seinem Leben die Vorzüge dieser warmen Jahreszeit. Er kann mit seinem Freund Timmy über den Spielplatz in der Sonne tollen und auch den Rasensprenger auf der Wiese ausprobieren. Besonders haben es ihm aber die kleinen Käfer, Schmetterlinge und Schnecken angetan.

Auch ein Wespenvolk, das sich in der Nähe unserer Eingangstür eingenistet hatte, sorgte für Aufsehen. Wir mahnten ihn zur Vorsicht und es war immer lustig mit anzuschauen, wenn er vor der Tür stehen blieb, den Finger zu einem: „Bieni“ erhob, wartete bis die Tür aufgesperrt war und dann mit lautem Gekreisch schnell Zuflucht im Hausflur suchte.

Fast alles, das um ihn herum fliegt und die entsprechende Größe hat, wird von ihm als Biene bezeichnet. Aus unserer Sicht nicht unbedingt verkehrt, aber wir sind dadurch natürlich ständig am Erklären und Einordnen: hier die Fliege und die Biene, dort die Wespe ...

Leider hat der Sommer nicht an allen Tagen schönes Wetter gebracht. Mal ein Regentag ist ja auch nicht schlimm, bringt er doch meistens eine willkommene Abkühlung mit sich. Dann werden eben die Gummistiefel angezogen und die Pfützen statt die Buddelkiste besucht.

Das ist vielleicht noch viel lustiger, obwohl meine Frau darüber bestimmt ganz anders denkt. Auf jeden Fall gibt es dann auf dem Weg vor dem Haus viele „tolle“ Schnecken, die natürlich, jede für sich, genauestens von Joshua studiert werden müssen. Soweit der doch positive Aspekt von Regen im Sommer.

Es gibt leider auch die „negative“ Seite: Mücken. Diese kleinen Blutsauger treten doch tatsächlich bei uns immer nach Regenschauern auf die nächtliche Bühne und entzünden, wenn sie den Weg an den Gaze-Fenstern vorbei geschafft haben, einen wahrlich temperamentvollen Abend und eine schlaflose Nacht.

Da mein Schlaf ein eher flacher ist und schon die „kleinsten“ Geräusche mich aus eben jenem wecken – was noch durch Joshua verstärkt wurde (schläft er, kleinste Änderungen der Atmung etc., sie wissen schon ...) – bin ich doppelt bestraft. So werde ich also regelmäßig zum nächtlichen Jäger und finde keinen Schlaf, bis mein hochfrequent summender Gegner erlegt ist.

Besonders anstrengend wurde es nur, als eines Nachts Joshua um kurz vor 1.00 Uhr erst ganz leise, dann aber immer lauter und bestimmender um „Hilfe“ (?!) rief. Da ich „Schlafdienst“ hatte, trollte ich mich aus dem Bett und schaute nach ihm. Er stand in seinem, hielt sich seine Ohren und rief „Bieni“.

Ich beruhigte ihn damit, es sei doch gar keine Biene hier im Zimmer, gab ihm einen Schluck Tee und legte ihn wieder hin. Nicht einmal fünf Minuten später folgte das gleiche Spiel mit seiner Anmerkung: „Aua“. Ich fragte Joshua besorgt, ob er Schmerzen an den Ohren hätte. Seine Antwort war wieder „Bieni“. O.K.! Also wieder beruhigen, etwas Tee, zudecken und dann ein bißchen streicheln und warten.

Und plötzlich! Ein sehr leises und zaghaftes Summen hinter seinem Bett weckte in mir die ersten Ahnungen und „Jagdinstinkte“. Ich wartete und lauschte, ob sich diese Mücke alias „Bieni“ uns näherte. Joshua stand durch meinen Ausruf: „eine Mücke, keine Biene“ voller Erwartung in seinem Bett. Wir waren beide mucksmäuschenstill und warteten. Dann schnell an den Lichtschalter und so gut es im grellen Licht ging nach dem kleinen Monster gesucht.

Um es abzukürzen: erst nach einer halben Stunde „Licht an - Licht aus“ gelang es dem großen Stoffhasen, den ich mittlerweile zur Hilfe genommen hatte, und mir, den Ruhestörer endgültig in eine „Ecke zu drängen“. Also Licht aus und schlafen gehen.

Ich glaube, Joshua war sofort im Land der Träume. Ich hingegen habe noch lange Schäfchen gezählt, die erste S-Bahn am Morgen gehört und die Turmglocke der nahen Schule viertelstündlich bis 5.00 Uhr verfolgt.

Aber so ist es eben mit einem Kind oder Kindern. Ab und zu hat man sehr, sehr wenig Schlaf. Am Morgen beim Frühstück haben Joshua und ich der Mama dann die nächtliche Geschichte erzählt. Und Joshuas Lachen war dann die Kraft, die mich, müde wie ich war, den restlichen Tag begleitet und aufgebaut hat.

P.S. Wir passen aber trotzdem noch besser auf, das keine Mücke in sein Zimmer gelangt :-))

Autor: Michael Böneke (Email schreiben)


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