
Die Zecke – Parasit aus dem Unterholz
FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)
wird durch das FSME-Virus ausgelöst, das das zentrale Nervensystem des Menschen angreift. Nicht jede FSME-Infektion, die entgegen dem Namen auch im Herbst oder Frühjahr auftreten kann, führt zu einer schweren Infektion – warum manche Menschen erkranken und andere nicht, ist nicht geklärt. Aber: Je älter die Person, desto häufiger treten Komplikationen auf.
Die FSME, die medizinisch nicht behandelt werden kann, zeigt sich zunächst mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. In einigen Fällen greift das Virus das zentrale Nervensystem an, dann kann es zu einer Hirnhautentzündung (Meningitis) kommen, in besonders schweren Fällen sogar zu einer Gehirnentzündung oder einer Schädigung des Rückenmarks. Bis zu 20 Prozent der Klinikpatienten leiden auch langfristig unter bleibenden neuropsychologischen Schäden. Ein bis zwei Prozent der Patienten, deren zentrales Nervensystem befallen wurde, sterben. Die FSME-Viren befinden sich im Speichel der Zecke und können nach dem Biss sofort in die Wunde übergehen. Selbst das schnelle Entfernen der Zecke schützt nicht vor einer FSME. Bester Schutz ist eine Impfung, die von den meisten Krankenkassen bezahlt wird. Sie wird empfohlen in besonders gefährdeten Gebieten wie Bayern und Baden-Württemberg und für Personen, die dort Urlaub machen oder sich viel in der freien Natur aufhalten.
Borreliose
ist die am häufigsten durch Zecken übertragene Infektion, sie wird durch das Bakterium Borrelia burgdorferi verursacht, das im Darm der Zecke lebt und Organe, Nervensystem, Gelenke sowie Gewebe befallen kann. In Deutschland erkranken jährlich Tausende - oftmals unerkannt, denn eine Borreliose zeigt verschiedenste Symptome, die auch bei anderen Krankheiten vorkommen. Insofern bezeichnet man die Borreliose als multisystemische Krankheit. Typisch, aber nicht zwingend, ist die Wanderröte, eine ringförmige Hautrötung, die erst Wochen nach einem Zeckenbiss auftreten kann. Weitere Symptome sind Fieber- und Kopfschmerzen sowie Mattigkeit. In schwereren Fällen können auch Hirnhautentzündungen, starke Schmerzen, Herzprobleme, Gesichtslähmungen und Gelenkentzündungen auftreten. Da es sich um eine bakterielle Erkrankung handelt, lässt sich die Borreliose gut mit Antibiotika behandeln, bei schwereren Verläufen durch mehrwöchige Infusionen.
Weniger als 25 Prozent aller Zecken tragen das Borreliose-Bakterium in sich, und nicht alle Borreliose-Bakterien führen zu einer Erkrankung. Anders als die FSME kann Borreliose aber überall vorkommen, insofern gibt es keine Gebiete mit geringem Risiko. Da die Zecke diese Erreger erst nach zwölf bis 24 Stunden auf ihren Wirt überträgt, wird durch schnelles Entfernen der Zecke das Risiko einer Borreliose-Erkrankung stark reduziert.
<<< zurück

Kommentare
(Zum Kommentieren bitte im kinder.de Club anmelden)






