
Serie: Ihr Kind im 5. Lebensjahr
Disziplin
Das Wort Disziplin klingt oft negativ in den Ohren. Gerade Kinder sollten doch eigentlich spielen und die Kindheit genießen! Doch genauso wichtig, wie einem Kleinkind seine Grenzen aufzeigen, ist das Erlernen von gesunder Disziplin im Kindergartenalter.Definition von Disziplin
Disziplin heißt freilich nicht, unnötige Verrenkungen zu unternehmen, diszipliniert zu sein, der Disziplin willen.Disziplin könnte auch als ein anderes Wort für Verantwortungsgefühl aufgefasst werden - nämlich als Verantwortung sich selbst und anderen gegenüber.
Schließlich putzen wir uns alle regelmäßig die Zähne, nicht weil es von irgendjemandem so bestimmt wurde, sondern weil wir uns selbst (und unseren Zähnen) gegenüber verantwortlich fühlen, Schmerzen vermeiden und ein gesundes Gebiss haben wollen.
Diese Definition von Disziplin ist hoffentlich ein Ideal, das unsere Kinder mit dem älter werden für sich finden werden. Zunächst bedeutet für Ihr Kind Disziplin - das Einhalten von Regeln und das Finden eines Moralkodexes - Ihnen nachzueifern.
Verantwortungsgefüh
Es ist also die Zeit gekommen, in der Sie nachhaltigen Einfluss auf die Disziplin, bzw. auf das Verantwortungsgefühl Ihres Kindes nehmen können, denn es beginnt, Ihre Verhaltensregeln als seine Eigenen zu begreifen.Doch genauso wie Ihr Kind auch in seinem fünften Lebensjahr noch nicht immer richtig und falsch einwandfrei auseinander halten kann, wird es auch zukünftig Ihre liebevolle Anleitung benötigen, um unabdingbare soziale Regeln zu verinnerlichen.
Dazu ist es besonders wichtig, dass Sie Ihrem Kind ein gutes Vorbild sind. Wenn Sie sich selbst nicht an bestimmte Regeln halten, wird Ihr Kind diese Regeln nicht verinnerlichen. Ihr Kind weiß sehr gut zu unterscheiden zwischen Lippenbekenntnissen und wahrem Handeln! Es nützt also nichts, wenn Sie nur behaupten, wie man sich idealerweise zu verhalten hätte und es selbst nicht tun!
Damit Disziplin kein leeres Wort bleibt, ist es wichtig, dass Sie seine Bedeutung für Ihr Kind nachvollziehbar machen. Ihr Kind ist mit vier Jahren zwar noch nicht in der Lage, ein ausgereiftes Verantwortungsgefühl zu zeigen, doch Schritt für Schritt wird sein Verantwortungsgefühl reifen, wenn Sie sein Einfühlungsvermögen schulen.
Die Regel, niemanden zu hauen, wird Ihr Kind viel eher begreifen, wenn Sie mit Ihrem Kind über die Gefühle des Gehauenen sprechen. Dass Ihr Kind nicht jeden Wunsch erfüllt bekommt, wird Ihr Kind viel besser verstehen, wenn Sie ihm erklären, dass Wünsche manchmal zu viel kosten, oder Sie selbst gerade eine andere, dringendere Aufgabe haben, als diesen Nachmittag mit ihm in den Zoo zu gehen.
Natürlich wird Ihr Kind das alles trotzdem als ungerecht empfinden!
Doch auf Dauer wird Ihr Kind lernen, dass auch andere Menschen Bedürfnisse haben, die genauso gut begründet sind, wie seine Eigenen.
Versuchen Sie also, Ihre Regeln in einem positiven Sinn aufzustellen und beziehen Sie die Gefühle der anderen mit ein. Sagen Sie also nicht nur: "Hör auf, herumzuschreien!" sondern: "Bitte sei etwas leiser, dein Vater möchte schlafen."
Erklären Sie Ihrem Kind den Zusammenhang zwischen seinem Handeln und dem erzielten Ergebnis: "Du hat Laura gehauen. Das hat ihr weh getan. Deshalb weint sie jetzt."
"Haushaltspflichten"
Kleine "Haushaltspflichten" stärken den Gemeinsinn Ihres Kindes und helfen, seine Egozentrik abzubauen. Welche Aufgaben könnte Ihr Kind gut übernehmen?Tisch decken und abräumen, das eigene Bett machen, getragene Wäsche in den Wäschekorb befördern, Wäsche nach Weiß oder Bunt sortieren, die Post vom Briefkasten holen, Socken sortieren, den Papierkorb leeren, sind Aufgaben, die Ihr vierjähriges Kind durchaus meistern kann.
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