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Ehrgeizige Väter 

„Ehrgeizig, wenn es um mein Kind geht?“. Nun, diese Frage wird uns Papas wohl nie so direkt gestellt werden. Und wenn, würde sie uns doch verwundern, oder? Wir würden uns fragen, wie der Fragesteller das so meint, mit dem Ehrgeiz.

Ich glaube, wir können uns einig sein, daß er nicht auf das frühere: „mein Kind soll es einmal besser haben als ich“ anspielt. Er bezieht diese Behauptung eher auf die „kleinen“ Grabenkämpfe, die wir Väter tagtäglich ausfechten. Gegen andere Kollegen-(Väter), unsere Nachbarn-(Väter) und unsere Verwandten-(Väter).

Oder macht es sie nicht Stolz, wenn sie von ihrem Kind berichten können, es würde schon alleine mit dem Löffel den Brei essen, während das gleichaltrige Kollegenkind noch gefüttert werden muß? „Was, dein Kind kann das noch nicht?“.

Diese Genugtuung für sie bedeutet eine kleine gewonnene Schlacht und der Verlierer zieht sich angeschlagen zurück. Innerlich wird er sich Fragen stellen, warum sein Kind das noch nicht kann und spätestens am nächsten Morgen mit dem „heimlichen“ Training anfangen.

Der Löffel wird also vorsichtig in die Hand des Kindes gelegt und mit aufmunternden Worten – „so, ein Löffel für den Papa“ – dieser in den Brei getunkt und zum Mund geführt. Unter den verdutzten Blicken von Mama und Kind wird sich dieser Bewegungsablauf noch öfter wiederholen, ohne – zu Anfang – bleibenden Eindruck beim Kind zu hinterlassen. Nach dem Frühstück wird sich der „enttäuschte“ Papa aber darüber freuen, wie sein Kind mit dem Baby-Rutscher über den Parkett-Boden flitzt.

Ach, das hatte ihnen ihr Kollege noch nicht erzählt und ihr Kind kann das noch nicht ?! Nun, jetzt sind sie wieder an der Reihe ...

Sicher macht es mich auch Stolz, wenn mein Sohn etwas Neues kann, das seine gleichaltrigen Freunde und Freundinnen in den verschiedenen Krabbelgruppen noch nicht können. Ich sehe es aber immer vor dem Hintergrund der verschiedenen Entwicklungsstufen.

Während mein Krümel z.B. schon gut laufen konnte, aber langsam mit dem Sprechen war, babbelte seine kleine Freundin schon fröhlich mehrere Worte beim Krabbeln. Deswegen haben wir aber noch lange nicht angefangen, ihm Worte hartnäckig zu lehren.

Ganz im Gegenteil. Wir haben in den 2 ¼ Jahren festgestellt, das unser Sohn von sich aus bereits einen gesunden Ehrgeiz zum Erlernen mitbringt und sich selbst motivieren kann.

Dazu kommt noch die Neugierde und das Ausprobieren. Wir unterstützen ihn dabei, ohne die strengen Lehrer zu sein und ihn ständig als Klassenbester durchs Ziel schicken zu wollen. Denn er ist ein Kind und soll es erst mal auch bleiben.
 
Autor: Michael Böneke (Email schreiben)


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