
Eifersucht
Eifersucht gehört zu den wichtigsten Themen der Partnerschaft. Fast jeder hat schon einmal Bekanntschaft mit ihr gemacht.
In den letzten Jahrzehnten wurde die Eifersucht immer mehr geächtet. Moderne Partnerschaften - so heißt es - sollen tolerant und offen sein. Doch wieviel Offenheit und Toleranz erträgt der Einzelne? Diese Frage kann nur jeder für sich selbst entscheiden, unabhängig von Modeströmungen.
Denn: Eifersucht ist ein Fakt. Nur die wenigsten Menschen sind niemals eifersüchtig. Deshalb ist es wichtig, sich die eigene Eifersucht einzugestehen, auch wenn dies in unserer Gesellschaft verpönt zu sein scheint. Eine exklusive Partnerschaft ist in der Regel das, was wir uns alle wünschen.
Einen Partner an der Seite zu haben, der sich offensichtlich sexuell auch zu anderen hingezogen fühlt, ist ein berechtigter Grund für Eifersucht. Sein Verhalten weckt Verlustängste. Und wer ist schon frei von solchen Gefühlen?
Deshalb ist es wichtig, mit dem Partner zu besprechen, wo die persönlichen Grenzen der Toleranz liegen. Sagen Sie klipp und klar, wie offen Sie Ihre Partnerschaft gestalten wollen. Beide Partner sollten die Grenzen des anderen respektieren.
Gibt es grundsätzliche Meinungsverschiedenheiten über dieses Thema, hat die Partnerschaft langfristig keine Chance.
Doch neben dieser ganz normalen Eifersucht existiert aber auch eine Variante, die den Betroffenen das Leben zur Hölle machen kann:
Von krankhafter Eifersucht spricht man dann, wenn der Partner ohne den geringsten Anlaß des Betrugs bezichtigt wird.
Wird ein Partner zum Beispiel bereits eifersüchtig, wenn der andere mit jemand anderem spricht, handelt es sich um übersteigerte Eifersucht. Denn die Gefühle werden nicht durch das reale Verhalten des Partners ausgelöst, sondern durch krankhafte Verlustängste.
Diese Art der Eifersucht ist immer Zeichen für ein geringes Selbstwertgefühl und der Angst verlassen zu werden.
Um so stärker die Eifersucht, umso stärker die Angst vor dem Verlassenwerden.
Unbegründete Eifersucht ist ein Gefühl, das nicht nur den Betroffenen selbst, sondern auch den Partner belastet.
Es mag zwar Menschen geben, die sich kurzfristig über die Eifersucht des Partners freuen, drückt sich darin doch ein Besitzanspruch aus, der leicht mit Liebe verwechselt werden kann. Auf Dauer wird aber jeder Mensch darunter leiden, wenn er von seinem Partner mit Eifersucht verfolgt und somit eingeengt wird.
Eifersucht heißt schließlich immer auch Mißtrauen. Wer möchte sich schon auf Dauer als nicht vertrauenswürdig hinstellen lassen? Kein Wunder also, wenn der von Eifersucht Verfolgte irgendwann das Weite sucht.
Es ist zwar leicht, die Gefahren der Eifersucht zu erkennen - sie abzustellen, fällt jedoch oftmals schwer.
Wer sehr stark eifersüchtig ist, hat dafür seine speziellen Gründe, sie bei ihm selbst liegen. Zwar kann der Partner durch Beschwichtigungen und dem Zulassen von Kontrolle die Eifersucht mindern.
Mit der Eifersucht zu leben, sie in den Griff zu bekommen, sie in ihren Wurzeln zu ergründen und somit vielleicht auflösen zu können, kann aber immer nur die Arbeit des Eifersüchtigen sein. Unter Umständen ist psychologische Beratung sinnvoll, damit ein befreites und lustvolles Lieben möglich wird.
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