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Ein neuer Partner

Wie man ihn am besten in die Familie einführt

Endlich ist es soweit! Man hat einen Menschen kennengelernt, in den man sich verliebt hat. Und man hat nicht nur Schmetterlinge im Bauch, nein, man kann sich sogar vorstellen, dass man mit diesem Menschen eine langfristige Beziehung eingehen möchte! Doch ein wenig Bangigkeit ist mit im Spiel: Wie werden sich die Kinder verhalten? Werden sie den neuen Lebenspartner akzeptieren?

Denn Kinder reagieren in der Regel ambivalent auf einen neuen Partner. Auf der einen Seite freuen sie sich, denn besonders für kleinere Kinder bedeutet ein neuer Partner mehr Sicherheit und Stabilität. Auf der anderen Seite zeigt aber ein neuer Partner auch an, dass die Trennung der Eltern nicht mehr rückgängig zu machen ist.

Deshalb sollte es selbstverständlich sein, dass der neue Partner nach und nach in die Familie eingeführt wird, damit die Kinder ihn zunächst objektiv als Gast und nicht als Eindringling betrachten können. Auch wenn man noch so sehr verliebt ist, sollte man sich davor hüten, den neuen Partner gleich als Teil der Familie zu betrachten.

Besonders günstig ist ein Ausflug, um den neuen Partner in die Familie einzuführen. Dieser braucht auch nicht sogleich als neuer Partner bezeichnet werden, es reicht, wenn die Kinder wissen, dass er ein Freund ist.

Bei einem Ausflug besteht der Vorteil, dass der neue Partner dazu stößt und sich nach ein oder zwei Stunden wieder verabschiedet. Das erste Kennenlernen darf nämlich durchaus kurz gestaltet werden. Wenn der neue Partner von nun an häufiger an Familienaktivitäten teilnimmt und bald auch bei alltäglichen Verrichtungen wie dem Abendessen erscheint, haben die Kinder genügend Zeit, sich langsam an den neuen Partner zu gewöhnen.

Während dieser Phase sollten sich die Erwachsenen jedoch bewusst sein, dass der neue Partner kein Erziehungsberechtigter ist!

Erst wenn der Partner ein fester Teil der Familie geworden ist, hat er quasi Stiefelternqualitäten und - kompetenzen.
Häufig wird in dieser Phase das Zusammenziehen erwogen. Dies bedeutet, dass der neue Partner in die Wohnung einzieht oder eine neue Wohnung bezogen werden muss.

Dieser Schritt wird von Kindern in der Regel kritisch gesehen. Denn nun verändert sich das soziale Gefüge der Familie. Hier kommen die verschiedensten Kinderängste ins Spiel, die - berechtigt oder unberechtigt -- ernst genommen werden müssen.

Ein neuer fester Partner bedeutet für Kinder immer eine Verschiebung der Aufmerksamkeit. Wenn der alleinerziehende Elternteil nach der Scheidung seine Zeit und Sorge ganz auf die Kinder gerichtet hat, wird die Umstellung manchem Kind sehr schwer fallen.

Auch können Loyalitätskonflikte auftreten. Kind und Stiefelternteil kommen bestens mit einander aus, doch nun befürchtet das Kind, den abwesenden leiblichen Elternteil damit zu hintergehen.

Um diesen Gefühlen entgegen zu wirken, sollte sich der neue Partner darüber bewusst sein, dass er den leiblichen Elternteil nicht ersetzen kann. Ziel sollte eine unabhängige und eigenständige Beziehung zu den Kindern sein.

Egal, wie unsympathisch der neue Partner den Ex auch finden mag, vor den Kindern hat er nicht das Recht, den abwesenden Elternteil schlecht zu machen. Auch wenn er sich dazu zwingen muss: in Gegenwart der Kinder darf er nur höflich und respektvoll über den abwesenden Vater oder die Mutter reden.


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