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Ersetzen Sorgentelefone Gespräche mit Eltern?

850 000 Kinder suchten im Jahr 2008 Rat bei den Mitarbeitern der „Nummer gegen Kummer“-Hotline. Besonders viele Anrufe gingen zu der Tageszeit ein, in der Kinder von der Schule nach Hause kommen. Am vergangenen Samstag (17. Mai) war der 3. internationale Tag des Kinder- und Jugendtelefons.

Mareike kommt aus der Schule nach Hause. Mit dem Schlüssel, den ihr Mama an einem Band befestigt um den Hals gehängt hat, schließt sie die Türe zu der leeren Wohnung auf. In der Küche geht sie vorbei an der für sie vorbereiteten Mahlzeit. Wie die Mikrowelle funktioniert weiß Mareike schon. Sie schlurft in ihr Zimmer und zieht das Matheheft aus ihrem Ranzen, blättert es auf und versucht nachzurechnen. So wie der Lehrer es empfahl. Die schlechte Note kann sie ja aber doch nicht ändern. Deshalb schlägt sie das Heft wieder zu und greift zum Hörer.

Beate Friese vom Dachverband der Kinder- und Jugendtelefone in Wuppertal berichtete am 3. internationalen Kinder- und Jugendtelefontag, dass sich im vergangenen Jahr 850 000 Kinder an die Sorgennummer „Nummer gegen Kummer“ wendeten. Dies sei, so Friese, auf die zunehmende Berufstätigkeit der Eltern zurückzuführen. Denn in den Beratungsgesprächen gehe es häufig um Mobbing in der Schule oder mangelnde Motivation bei den Hausaufgaben. „Die Kinder haben oft Hemmungen, mit ihren Eltern über ihre Einsamkeit oder ihre Probleme in der Schule zu sprechen. Sie wissen, dass die Eltern keine Zeit haben, weil sie arbeiten müssen. Deshalb wollen sie sie nicht noch zusätzlich belasten“, meint Friese.

„Der Bedarf an Rat und Hilfe nimmt beständig zu“

Über die Hälfte der eingehenden Anrufe kommen von Mädchen. Drei Viertel aller Anrufer waren zwischen 12 und 16 Jahren alt. Die Beratungstelefone wollen sich deshalb auch bei jüngeren Kindern bekannt machen. Friese geht davon aus, dass der Bedarf an Rat und Hilfe beständig zunimmt. Seit nunmehr 29 Jahren wählen Menschen in Sorge die 0800 111 0 333. Damit ist die Zentrale die älteste Telefonberatung für Kinder in Europa. 3000 Ehrenamtliche Berater mit spezieller Ausbildung arbeiten am anderen Ende der Telefonleitung, die seit Ende letzten Jahres sogar unter der EU-weit einheitlichen Nummer 116 111 zu erreichen ist.


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