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Gewalt im Fernsehen

Damit als Fernsehsender hohe Quoten erreicht und damit hohe Werbeeinnahmen erzielt werden, nimmt man oft Actionfilme besonders aus den USA in das Tagesprogramm, weil gerade die Gewaltakte in vielen Filmen als Spannungshöhepunkt anzusehen sind und damit ideal für eine Werbeinsel.

Dazu der ehemalige RTL Geschäftsführer Helmut Thoma im Spiegel-Interview vom 15.10.1990: "Der Zuschauer darf sich seine Regierung wählen, also auch sein Fernsehprogramm. Ich wundere mich auch hin und wieder über die Wahl, aber der Wurm muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler. Und wir diskutieren aus der Angler-Perspektive. Sehen Sie, es war das Missverständnis in vielen öffentlich - rechtlichen Anstalten, dass sie glaubten, ihr eigener Geschmack müsse auch der der Masse sein. Die haben jetzt 40 Jahre Zeit gehabt, die Leute zu diesem höheren Geschmack zu erziehen, geholfen hat´s nix."

1994 brachte RTL die "Kinderserie" Power Rangers in das Nachmittagsprogramm und es folgte eine hitzige Diskussion über Gewalt im Fernsehen. Im November 95 hatten die Power Rangers einen Marktanteil von fast 55 % (entspricht 600000 Kinder).

Die Kritiker sahen in dem Mix von mehreren Genres (Puppentrick, Fantasy und High) für die Kinder das Problem, diese einzelnen Elemente auseinander zu halten und Fantasy und Realität nicht zu verwischen.

Die Polarisierung der Kritiker-Positionen, die einen sind von der Gefährlichkeit von Gewaltdarstellungen überzeugt, die anderen halten sie für absolut ungefährlich, hat sich aufgelöst, da es wohl erwiesen ist, dass Mediengewalt bei bestimmten Problemgruppen (Kindern) negative Auswirkungen auf das soziale Leben haben kann.

Wie ist die Wirkung auf Kinder und Jugendliche?

In Zeiten der Informationsgesellschaft müssen Kinder mit einer großen Informationsflut klarkommen. Sie werden für die Werbeindustrie zu einer wichtigen Zielgruppe, mit eigenen Fernsehblöcken und mit speziell auf sie abgestimmten Werbespots.

Mit Comic-Serien werden sie stark beeinflusst. Dabei stellt sich die Frage, ob Kinder für sich wertvolle Bildungssendungen vom "Fernsehmüll" trennen können und zu nicht kinderrelevanten Themen eine Distanz aufbauen. Werden sie damit überfordert?

Neben unbedenklichen Comic-Serien wie "Mickey Mouse" und "Biene Maja" kamen immer mehr Science-Fiction-Serien in das Programm, wie z. B. Captain Future, Galaxie Rangers, Sailor Moon usw.

Das Problem bei diesen Serien ist, dass der Held oder die Heldin in jeder Folge durch den Einsatz von Gewalt die "Bedrohung" abwehrt und dieses Muster immer wieder wiederholt wird. Wird davon einmal abgewichen sind die Kinder irritiert. So verlieren die Kinder die Fähigkeit ihre kindliche Fantasie einzusetzen.

Ein weiterer gefährlicher Punkt ist die Verharmlosung von Gewalt in der Form von Übertreibung und Ironie wie bei der Serie "Tom & Jerry". Das Verwechslungsrisiko ist hoch. Wenn in einer witzigen Situation jemand die Treppe herunterfällt, denken sie dies sei völlig harmlos.

Vor 25 Jahren gab es zwar auch schon solche Sendungen wie Tom & Jerry, aber heute verbringen die Kinder aus Langeweile oftmals ihre Freizeit vor dem Fernseher.

Gewaltbereitschaft kann auch andere Gründe haben

Jedoch muss Gewalt im Fernsehen nicht immer Einfluss auf Kinder haben, denn viele Kinder kennen schon die Helden oder sind schon durch den massenhaften Gewaltkonsum abgestumpft und bauen dann eine Abwehrhaltung gegenüber Gewaltszenen auf.

Bei der ganzen Diskussion darf man aber die Medien nicht pauschal verdammen, denn sie sind ein wichtiger Bestandteil unseres täglichen Lebens, sind z. T. auch ein Spiegelbild unserer Gesellschaft, und Kinder sehen auch sehr gerne Sendungen wie "Wetten dass ... ?" oder die Otto-Filme.

Es gibt auch andere Gründe, die zu einer erhöhten Gewaltbereitschaft führen, z. B. Arbeitslosigkeit und Streit in der Familie, Schulstress, usw.


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