
Hape Kerkeling im Interview - Stimme des „PO“ in der deutschen Fassung von KUNG FU PANDA 2

- © 2011 ShamrockPhoto/Norbert Kesten für Paramount Pictures Germany
„Die größten Helden sind die, die aus Schwächen Stärken machen.“
Finden Sie, dass PO zu Ihnen passt?
Ich habe mich nicht gewundert, als die Anfrage kam, ob ich einen gemütlichen, leicht beleibten Pandabären spielen möchte. Ich bin jetzt nicht aus allen Wolken gefallen. Und ich glaube, das hat ganz gut gepasst.
Gibt es Charaktereigenschaften, die Sie und PO gemeinsam haben?
Er ist sehr gutgläubig und das bin ich auch immer noch. Das ist glaube ich die größte Verbindung.
Po ist aber auch ein Held.
Er ist ein Held. Aber bin ich das nicht auch? PO ist zum Held geworden. Indem er seine Schwächen erkannt hat und es geschafft hat, aus seinen Schwächen Stärken zu machen. Und das sind eigentlich die größten Helden, und ich hoffe, dass mir das im Leben noch gelingt.
Aus welchen Schwächen würden Sie gern Stärken machen?
Naja, dass man größeren Appetit hat als der Durchschnitt der Menschen - darauf warte ich, dass sich das nochmal in das Gute für mich münzt.
Wie würden Sie den Kampfstil des PO bezeichnen?
Auf eine unspektakuläre Art und Weise doch spektakulär. Sehr unerwartet. Diese Schnelligkeit, die in diesem gemütlichen Bären schlummert, erwartet man nicht. Umso überraschender, wenn er dann auch mit Körperteilen zuschlägt, von denen man nicht erwartet, dass man mit ihnen einen Gegner k.o. schlagen kann.
Das Thema Kampf ist ja immer wieder Leitthema bei Kinder- und Jugendfilmen.
Ich finde in Zeiten von political correctness interessant, dass man sich bei diesem Film fragt, ob er zu brutal ist. Wenn ich mich an die Animationsserien meiner Kindheit erinnere – Tom und Jerry oder Bugs Bunny – da wurden ständig Leute getreten, gebissen, fielen irgendwo runter oder wurden zerteilt. Das war alles auch sehr brutal. Und Kung Fu ist ja nicht unbedingt eine Angriffssportart, sondern in erster Linie dient es ja der Verteidigung und dazu, die eigene Mitte zu finden. Nichtsdestotrotz geht es hoch her in dem Film. Aber da es keine Menschen sind, sondern – auch für Kinder eindeutig erkennbar - nicht existierende Wesen, die dort agieren, ist das - glaube ich - künstlerische Freiheit.
KUNG FU PANDA 2 ist doch deutlich dunkler geworden, beispielsweise durch das Einführen der Feuerwaffe. Ist das eine Reaktion darauf, dass da Publikum etwas Härteres sehen will?
Das müssen Sie die Macher des Films fragen, ich habe der Figur nur meine Stimme geliehen. Ich finde den Film sehr gut, ich finde ihn auch besser als den ersten Teil. Und es ist ja nicht nur ein Film für Kinder, sondern ein Film für die ganze Familie und als solcher ist er auch angelegt. Und wenn Sie sich unsere Märchen ansehen, mit denen ich groß geworden bin – da werden ständig Leute von Hexen aufgefressen, da findet sich genau dieses Dunkle wieder. Oder auch bei Harry Potter, was ja die größte Saga für Kinder ist. Ich glaube, dass Kinder das natürliche Bedürfnis haben, sich mit der Frage von Gut und Böse auseinander zu setzen.
Was ist an KUNG FU PANDA 2 besser geworden?
Ich finde die Dramaturgie noch geschickter als im ersten Film. Ich finde den Kampf gegen das Böse subtiler gezeichnet. Ich finde vor allem diese fernöstliche Weisheit, die in den Film einfließt, ist so universell verpackt, dass sie für jeden nachvollziehbar ist und sich jeder damit ohne große Probleme identifizieren kann.
Ist KUNG FU PANDA 2 dann vergleichbar mit den „Simpsons“? Dass er auf einer relativ einfachen Ebene für Kinder begreifbar ist, aber für Erwachsene so eine Art Meta-Ebene mit sich bringt?
Ich würde den Film nicht mit den Simpsons vergleichen, aber ich denke, dass da auf jeden Fall noch eine Meta-Ebene ist.
Ihr Publikum liebt Sie ja in schrägen Kostümen und in voller Montur – wie haben Sie es geschafft, dem PO mit Ihrer Stimme Leben einzuhauchen, obwohl Sie das ja normalerweise lieber selbst darstellen?
Der Reiz liegt darin, dass ich nicht die Mimik vorgeben kann, sondern ich habe mich nach dem zu richten, was jemand anderes entwickelt hat. Ich versuche, mich da hineinzufinden und trotzdem noch meinen eigenen Ausdruck zu finden. Darin liegt der Reiz.
In KUNG FU PANDA 2 hört man Sie beim ersten Hinhören gar nicht gleich heraus.
Das soll man auch gar nicht. Es ist nicht meine normale Sprechstimme, sondern ich versuche, dem PO eine deutsche Stimme zu geben. Und da er nun sehr voluminös ist, muss das ein bisschen schwerer klingen und dementsprechend soll man das nicht unbedingt sofort mit mir in Verbindung bringen.
Um beim Film zu bleiben: Die Szene, als PO sich mit Essen vollstopft – wie haben Sie das im Studio akustisch ähnlich klingen lassen?
Wenn man tatsächlich isst, dann klingt es unästhetisch, es klingt nicht wie Essen. Es klingt eigentlich nur wie essen, wenn man sich ein Frotteehandtuch in den Mund stopft. Das ist sehr eklig, aber es klingt wie richtig essen. Und ich hatte des Öfteren ein Frotteehandtuch im Mund.
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| Alle Fakten auf einen Blick | |
| Kinostart: | 16.06.2011 |
| FSK: | ab 6 Jahren |
| Länge: | 90 Min |
| Website: | www.KungFuPanda2.de |
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