
Happy Feet 2

Mit „Happy Feet 2“ geht die Geschichte um Underdog-Pinguin Mumble in die zweite Runde – diesmal mit Pinguin-Küken Erik und dessen Artgenossen. Der 3-D-Film (Regie: George Miller) glänzt durch beste Animation und Choreografie, ist aber unnötig düster geraten.
Steppmeister-Pinguin Mumble (im Original: Elijah Wood), der in Teil 1 nie den richtigen Ton trifft und deshalb bei den Frauen abgemeldet war, ist inzwischen Vater geworden. Er könnte sein Söhnchen Erik richtig gern haben, wäre dieser in Sachen Stepptanz nicht völlig talentfrei. Während jeder normale Kaiserpinguin steppen kann, was die kurzen Pinguinbeinchen hergeben, weigert sich die kleine Plüschkugel, die Pinguin-Moves zu versuchen. Doch dann wird die Welt der Antarktis durch ein gigantisches Erdbeben aus den Angeln gehoben. Die Tiere werden von Eismassen eingeschlossen, die ihnen den Weg zum Meer und damit zu ihrer Nahrungsquelle abschneiden. Mumble zeigt seinem Söhnchen, wie es gelingen kann, die Welt wieder ins Gleichgeweicht zu rücken.
Abertausende von Tieren watscheln, gleiten, rutschen oder tanzen durch hinreißende Landschaftspanoramas und funkelnden Schnee. Auch Teil 2 setzt somit auf Umweltthemen, deren Botschaft zwar diesmal weniger zwingend, aber dennoch präsent ist. Überraschend steile Kurven - vor allem in Richtung Familiendrama und Zusammenhalt - drängen sich zu einer weiteren Botschaft: Alle Väter müssen den Nachwuchs verteidigen: Der übellaunige Seeelefant, dem der Sabber durch den Pelz fließt ebenso wie der drollig watschelnde Mumble mit seinem glänzenden Frack.
Man sitzt und zweifelt, ob die Story die Kleinen nicht überfordert – wie so oft eine der zentralen Fragen bei der Familienunterhaltung. Dennoch: Ein wenig helfen die eingestrickten Nebenplots mit den beiden gutgelaunten Garnelen (Stimmen: Brad Pitt und Matt Damon) darüber hinweg, denn sie lockern die Anspannung mit leichter Scampi-Philosophie immer wieder auf. Den Film durchzieht eine merkwürdige Unstimmigkeit aus Kitsch, düsterer Moral-Botschaft und leichtfüßig angelegtem Slapstick-Musical-Mix. Sehr viele an sich komisch angelegte Momente liegen brach. Dem erstaunlich wenig amüsierten Publikum fehlt wohl das Augenzwinkern in der Pinguin-Performance, aus der man sehr viel mehr an Witz hätte herausholen können.
Und: Viel zu oft umspült den Zuschauer der zwingende Pathos eines alles schmelzenden Kindchenschemas. Man hofft, dass diese Intensität irgendwann ein Ende hat – und ist am Ende sehr erleichtert. So sehr, dass man die rührselige Schlussszene auch nicht mehr übel nimmt.
Fazit: Ein Volltreffer in Sachen Animationskunst und 3-D-Technik, hält jedoch erzählerisch den Spannungsbogen nicht ganz durch, überspannt aber dafür den Bogen in Sachen Kitsch, Slapstick und Freundschafts-Moral. Die Figuren sind in ihrer Charakteristik sorgfältig entwickelt, allerdings sind die Garnelen nur wenig buddy-tauglich. Zu viel düstere Dramatik unter einer drolligen Oberfläche, die vom Zuschauer immens viel Pathos erpresst.
| Alle Fakten auf einen Blick | |
| Kinostart: | 01.12.2011 |
| FSK: | Ohne Altersbeschränkung |
| Länge: | 100 Minuten |
| Website: | www.HappyFeet2-derFilm.de |
Trailer zum Film "Happy Feet 2"
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