
„Hilfe, ich schlage mein Kind!“
Dass Schlagen kein Mittel der Erziehung ist, wissen zum Glück mittlerweile fast alle Eltern. Dennoch rutscht manchem Erwachsenen immer wieder die Hand aus. Anschließend sind die Betroffenen über ihr eigenes Verhalten erschrocken, schämen sich oder können sich selbst nicht leiden.
Wenn es Ihnen genauso geht, ist es gut, dass Sie sich über die Falschheit Ihres Verhaltens keiner Illusionen hingeben.
Weder fördern Ohrfeigen Wohlerzogenheit, noch geben Sie als schlagende Eltern ein gutes Vorbild für Ihr Kind ab.
Schläge schmerzen nicht nur, sie demütigen vor allen Dingen auch. Ihr Kind fühlt sich ohnmächtig.
Ohnmachtsgefühle rufen wiederum Wut und Verzweiflung hervor. "Gegengewalt" und Trotz sind häufig die Folge.
Das Vertrauen wird beschädigt
Schläge beschädigen aber vor allen Dingen das Vertrauen des Kindes in seine Eltern. Die Eltern-Kind-Beziehung kann langfristig Schaden nehmen, wenn die Ohrfeige oder der Klaps nicht die absolute Ausnahme bleibt.
Was können Sie tun?
Wenn Ihnen die Hand wiederholt ausrutscht, dann meistens in Situationen, in denen Sie sich überfordert fühlen - Sie sind gestresst und die Nerven liegen ohnehin schon blank. Eine Ohrfeige wird dann aus dem Affekt gegeben, sie wissen im selben Augenblick nicht vollständig, was Sie tun.
Wichtig ist also, dass Sie statt zu schlagen, in diesem Augenblick etwas anderes tun, z. B. bis hundert zählen, den Raum verlassen oder ein Glas Wasser trinken.
Sie müssen sich nur wenige Sekunden beherrschen, dann ist der Impuls zu Schlagen in der Regel vorbei.
Sind Sie ohnehin völlig angespannt, dann kann auch körperliche Betätigung helfen, z. B. ein rascher Spaziergang um den Block.
Erziehungsberatungsstelle
Wenn Sie kein Mittel finden, um sich in kritischen Momenten selbst "zur Vernunft" zu bringen, sollten Sie sich im eigenen und im Interesse Ihres Kindes Hilfe von Außen holen. Wenden Sie sich z. B. an eine Erziehungsberatungsstelle, die Ihnen helfen kann.
Recht auf eine gewaltfreie Erziehung
Seit Mitte 2000 haben Kinder übrigens durch eine Änderung des Bürgerlichen Gesetzbuches ein Recht auf eine gewaltfreie Erziehung. Vorher wurde den Eltern eine "angemessene Züchtigungserlaubnis" zugebilligt.
Mit der Änderung des Gesetzes möchte der Gesetzgeber vor allem einen Bewusstseinswandel herbeiführen. Denn ob die Einhaltung dieses Gesetzes überprüft werden kann, ist natürlich fraglich.
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