
Ich verstehe die heutige Jugend nicht!
Hallo lieber Papa, liebe Leserin,
Was ist mit der heutigen Jugend los? Was haben wir falsch gemacht? Haben wir überhaupt etwas falsch gemacht?!
Sie kennen das Bild bestimmt auch von Ihren Kindern. Unser Ältester hat keinen Bock sein Zimmer ordentlich zu halten, hängt nur mit seinen Kumpels ab und will andauernd Geld für irgendwelche Klamotten und Aktivitäten. Ein Handy ist schon seit fast einem Jahr ein MUSS.
Das nervige Gepiepse eingehender SMS-Nachrichten gehört zu unserem Alltag, wenn sich unser Sohn mal bequemt, etwas mit den Eltern zu unternehmen. Und sofort fängt das Rumgetaste für die Antwort an.
Da alles über Prepaid-Karte läuft, kann man zumindest diese Kosten in Grenzen halten. Wenn das Konto verbraucht ist (aufgeladen durch Taschengeld und 20,- EUR von seiner Oma), dann muß er halt etwas vom Geld des Aushilfsjobs dazugeben.
Aushilfsjobs! Ja, wir waren die ewigen Querelen mit dem Geld leid und haben unseren Sohn angeraten, wenn er mehr Geld ausgeben möchte, doch zu arbeiten. Das hat er auch eingesehen und füllt nun einmal in der Woche Regale auf. Wir finden, daß kann nichts schaden und hat auch pädagogischen Wert.
Zumindest hat er eine andere Beziehung zum Geld bekommen. Und da Geld scheinbar für die Jugend von Heute das wichtigste Statussymbol neben dem Handy ist, sieht er, was er zum Erhalt eines „hohen Lebenswertes“ tun muß. Und er überlegt sich seine Ausgaben doch mehr als vorher.
Wofür das Geld ausgegeben wird, daß verstehen wir aber nun wirklich nicht. Alle laufen mit den gleichen Klamotten herum:
die Hose hängt bei den Jungs in der Kniekehle, die Mädchen mit diesen hohen Plateauschuhen und engen Stretchhosen, alles nur angesagte Marken, gleiche Muster, gleiche Schnitte, alles gleich ... gleich teuer.
Hurra, da haben die Marketingstrategen ja den großen Coup gelandet. Und unsere Kinder kriegen diese Falle noch nicht einmal mit oder können sich nicht dagegen wehren. Denn wer das Alles nicht mitmacht, der ist Out. Na Klasse!
Und die Zielgruppe wird immer jünger. Ich sage nur Pokemon ...
Unsere Mittlere ist ganz verrückt danach. Und wer nicht Bilder auf dem Schulhof tauscht, der gehört auch nicht zu den Angesagten in der Klasse. Ebenso muß es immer wieder ein neues Spiel sein für den Gameboy oder die Bettwäsche, das T-Shirt ...
Und die Jüngste? Die wird schon mit den Teletubbies und dem „Bären im blauen Haus“ geködert. Hier gibt es natürlich auch diverse Artikel, die uns Eltern Löcher in die Haushaltskasse fressen. Denn so ein kleines häßliches Knuddel-Stoff-Alien kostet selbstredend mehr als der wirklich niedlichere Stoffhase daneben.
Was können wir also tun ? Was wird aus unseren Kindern, wenn sie jetzt schon in der Einkaufsfalle sind ? Oder ist das Alles nur halb so schlimm und sie werden schon wieder normal !?
Ich finde nur erschreckend, daß die Teens von Heute ja scheinbar Vieles für ihre Glückseligkeit haben, dennoch aber nie mit einem Lächeln uns begegnen. Im Gegenteil: sie schauen noch gleichgültiger drein... und das macht mir Angst.
Autor: Manfred Schneider (Email schreiben)
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