
Im Schlafzimmer - Spaß im Bett
Noch nie wurde so offen über Sex geredet und geschrieben wie in unserer Zeit. Man könnte meinen, die Deutschen seien über alle Aktivitäten rund ums Schlafzimmer vollkommen aufgeklärt
Doch die Buchhandlungen sind voll mit Ratgeberbüchern über Lust und Leidenschaft. Frauenzeitschriften machen Auflage mit den besten Orgasmustipps. Offenbar besteht doch noch Aufklärungsbedarf. Ist die Lust doch ein so großes Mysterium?
In unserer Partnerschaftsreihe wollen wir deshalb auch das Thema Sexualität nicht zu kurz kommen lassen. Wichtig sind uns dabei aber zunächst nicht so sehr Spezial-Ratschläge zur Luststeigerung und Stellungstipps, sondern ein Blick auf die Fakten.
Eine Partnerschaft ohne Sex ist nur in den seltensten Fällen denkbar. Jeder Mensch ist auch ein sexuelles Wesen mit Bedürfnissen und Vorlieben.
Sex kann als spiritueller Akt, als Verschmelzung zweier Körper betrachtet werden. Sex wird manchmal aber auch als rein technische Angelegenheit gesehen. Mit der richtigen Stellung, der korrekten Reibung wird das Ziel - der Orgasmus - erreicht.
Zum Glück wissen die meisten, dass zur Sexualität sowohl Körper als auch Seele gehören.
So schätzen nach einer Emnid-Umfrage 73 % ihr Sexleben in der Ehe als erfüllt an.
Doch was ist das Wesen von guten Sex? 83% der Befragten gaben an, dass die Attraktivität ihres Partners eine Rolle spiele. 79% sahen das Gespräch über ihr Intimleben als entscheidend an, 68% machten ausreichend Zeit beim Sex für ihr glückliches Sexualleben mitverantwortlich.
Zum guten Sex gehört also, dass man sich über seine Vorlieben und Abneigungen austauscht. Dazu gehört, dass man sich selbst gut kennt. Und natürlich große Vertrautheit mit dem Partner sowie ein gutes Selbstbewusstsein. Doch an diesem Selbstbewusstsein mangelt es oft besonders bei Frauen.
Allzu kritisch betrachten sie sich im Spiegel und werfen ihr Augenmerk ausschließlich auf die Mängel. Doch dies ist ein großer Fehler: Männer wünschen sich im Bett Frauen, die sich frei und wohl fühlen. Und auch die Lust der Frau braucht Freiheit, das Gefühl, sich fallen-lassen-zu-können.
Männer hingegen sind nicht ganz so kritisch. Hier ist es nur zuweilen Länge und Umfang des besten Stücks, das Kummer bereitet. Kritik an ihren Liebeskünsten verkraften aber nur die wenigsten. Nicht selten leidet die Erektion bei allzu uncharmanten Korrekturvorschlägen.
Wie redet man also am besten über Sex?
Wer eine neue Stellung vorschlagen will, den Partner auf das aufmerksam machen will, was ihm am meisten gefällt, verpackt diesen Wunsch am besten in ein Lob. "Dies und das gefällt mir sehr gut, besonders gut gefällt mir aber auch jenes". Auf diese Weise fühlt sich der Partner nicht angegriffen.
Viele betrachten beim Gespräch um das Liebesleben das Schlafzimmer nicht als geeigneten Ort. Und tatsächlich ist es manchmal besser, darüber auf dem Sofa oder am Küchentisch zu sprechen.
Wer einmal extravagantere Sexspielchen probieren möchte, sollte mit seinem Wunsch nicht mit der Tür ins Haus fallen. Besser ist es, das Gespräch zunächst im Allgemeineren zu führen. "Ich habe da etwas in einem Film gesehen, was hältst du davon?" - Das ist eine unverfängliche Frage, die den Rückzug bei Ablehnung leichter macht.
Oberstes Gebot beim Sex sollte immer sein: Jeder sollte nur das tun, was ihm wirklich Spaß macht. Auch wenn Kinofilme, Zeitschriften und Internet etwas anderes suggerieren: Niemand muss sich stöhnend durch die Wohnung wälzen und einen Mega-Orgasmus nach dem anderen haben. Wer es gerne gemütlich in der Missionarsstellung macht, sollte auch dabei bleiben.
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