
Immer wieder: Prinzessin
Mädchen lieben es, sich zu verkleiden und in fremde Rollen zu schlüpfen. Dabei lernen sie, sich in ihrer Umwelt zurechtzufinden. Ganz oben auf der Liste: Prinzessinnen. Viele Kinder kennen sie aus den bekannten Disney Zeichentrickfilmen. Sie sind fasziniert von den klassischen Märchenfiguren wie Cinderella, Arielle oder Schneewittchen, aber auch von mutigen Heldinnen wie der Indianerprinzessin Pocahontas oder der klugen Mulan aus China. Die unterschiedlichen Persönlichkeiten dieser Prinzessinnen bieten Kindern viel Raum für Fantasie und eigene Interpretationen.
Welchen Reiz hat das Hineinschlüpfen in fremde Figuren für Jungen und Mädchen? „Für die kindliche Entwicklung und Persönlichkeitsentfaltung hat das Rollenspiel eine große Bedeutung“, so Dr. Angelika Faas, Diplom-Psychologin aus Hamburg.
Für Disney hat sie die Stärken des Rollenspiels herausgearbeitet:
Orientierung geben: Im Rollenspiel erobern Kinder durch Nachahmung ihre Umwelt und probieren bestimmte Verhaltensmuster aus. Indem sie sehen, welche Reaktionen sie durch bestimmte Verhaltensweisen hervorrufen können, lernen sie, sich in der Welt zurecht zu finden.
Verstehen lernen: Die Welt wird für die Kinder verständlicher und eindeutiger, da Gut und Böse leichter als in der Realität zu trennen sind. So steht die Prinzessin eindeutig für das Gute, während z.B. die Hexe ausschließlich negative Eigenschaften verkörpert.
Fantasie fördern: Durch das Eintauchen in eine Fantasiewelt werden Kreativität und Vorstellungskraft der Kinder gefördert, da sie gleichzeitig Regisseur und Schauspieler sind.
Selbstbewusstsein stärken: Da die Kinder die Regeln des Rollenspiels selbst aufstellen, fühlen sie sich den Erwachsenen ebenbürtig, was durch Lob noch verstärkt wird. Das Selbstbewusstsein wird besonders bei der Prinzessinnenrolle gesteigert, da nur positive Eigenschaften wie Großzügigkeit oder Nachsicht verkörpert werden.
Extra-Tipp: Accessoires und Verkleidungen erleichtern das Hineinschlüpfen in eine Rolle: Auch Cinderella wird erst dann zur Prinzessin, wenn sie das Kleid der guten Fee trägt.
Doch ab wann haben Kinder Probleme, die Grenze zwischen Spiel und Wirklichkeit zu erkennen? Inwieweit sollten sich Eltern in die Aktivitäten einmischen?
Dr. Faas hat Orientierungshilfen für Eltern zusammengefasst:
Zeit begrenzen: Das Spiel sollte einen klar ersichtlichen Anfang und einen eindeutigen Schluss haben.
Selbstständigkeit respektieren: Nie in die Fantasiewelt des Kindes einmischen. Regieanweisungen von Seiten des Kindes entgegenzunehmen, ist völlig ausreichend.
Neue Perspektiven schaffen: Nicht alle Kinder sind gleich, sondern haben unterschiedliche Interessen. Durch die verschiedenen Disney Prinzessinnen, wie die tierliebende Cinderella, die gebildete Belle oder das fröhliche Schneewittchen, ergeben sich viele Spielmöglichkeiten.
Loben: Kinder brauchen Anerkennung. Wichtig ist jedoch, dass Mädchen auch außerhalb der Prinzessinnenrolle Erfolgserlebnisse haben.
Maß halten: Kinder haben Wünsche, denen gegenüber Eltern offen sein sollten. Trotzdem empfiehlt es sich, die Ausstattungsgegenstände zu begrenzen, sonst erschlägt das Überangebot die Fantasie. Ein Kleid oder eine Tiara, beispielsweise von Disney Princess, sind für den Anfang vollkommen ausreichend. Besondere Freude machen zusätzliche Accessoires, wenn sie zu speziellen Gelegenheiten geschenkt werden.
Animieren: Eltern sollten die Mädchen dazu bewegen, nicht in der Prinzessinnenrolle verhaftet zu belieben. Deshalb immer wieder für Abwechslung sorgen und „neue Helden“ als Vorbilder ins Spiel bringen.
Beobachten: Eltern sollten darauf achten, dass die Mädchen den Bezug zur Wirklichkeit behalten und sich in ihrem Alltag genauso gut zurecht finden, wie beim Prinzessinnenspiel.
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