
Serie: Die Entwicklung des Kindes im 2. Lebensjahr
Kinder brauchen Grenzen
So sagen Sie richtig NEIN!Kinder müssen soziales Verhalten und Gefahren erkennen lernen. Als Eltern ist Ihnen mit dem Wort "NEIN" ein Mittel dies zu erreichen gegeben.
Der Ton macht die Musik:
Wenden Sie ein Nein immer ohne den Beigeschmack von Nörgelei oder Ärger an. Ein klares, sicheres Nein garantiert Ihnen, dass Ihr Kind begreift worum es Ihnen geht. Selbstverständlich gibt es Situationen, in denen Sie selbst voller Angst und Schrecken sind, beispielsweise wenn Sie Ihr Kind im letzten Augenblick vor dem Betreten einer stark befahrenen Straße bewahren. Doch auch hier versteht Ihr Kind ein klares Nein besser, Furcht und Panik führen zur Verwirrung: Ihr Kind begreift nicht, was es falsch gemacht hat.Auch ist es möglich, dass Sie sich so stark über Ihr Kind ärgern, dass Sie Ihre eigenen Aggressionen nicht im Griff haben. Ergreifen Sie aber anschließend unbedingt die Gelegenheit wieder mit Ihrem Kind versöhnlich umzugehen, damit Ihre gute Beziehung nicht dauerhaft gestört wird und Ihr Kind begreift, dass auf Sturm auch wieder rasch heitere Tage folgen.
Bedenken Sie immer:
Ihr Kind kennt noch nicht den Unterschied zwischen Gut und Böse, guten und schlechten Verhalten. Es ist in den meisten Situationen arglos und folgt nur seinen Affekten. Wenn Sie dies Bedenken, haben Sie auch keinen Grund wütend auf Ihr Kind zu sein. Sicherlich gibt es Situationen, in denen Sie wütend werden und durchgreifen müssen, wenn ein Nein nicht mehr ausreicht.Erklären Sie aber Ihrem Kind, warum Sie ihm die Steine wegnehmen, mit denen es gerade ein anderes Kind beworfen hat. Ihr Kind wird vermutlich Ihre Worte nicht verstehen. Aber diese Erklärung ist der Grundstein dafür, dass es nach und nach den Sinn Ihrer Worte und Handlungen verstehen wird, dass es zwischen richtig und falsch zu unterscheiden lernt.
Ihr Kind ist neugierig und will die Welt um sich herum entdecken. Gehen Sie deshalb mit Ihren Neins sparsam um. Zu viele Verbote und Einschränkungen können Ihr Kind frustrieren. Es verliert die Lust an seiner Umgebung, hört auf zu lernen.
Unterschätzen Sie die Macht Ihrer Worte auch nicht:
Manche Kinder beginnen bei einem Nein zu weinen. Sie empfinden diese Situation als schweren Konflikt. Einerseits wollen sie ihren Bedürfnissen nachgehen, andererseits wollen sie Sie - den Menschen, den sie lieben - nicht verärgern.Geben Sie Ihrem Kind immer das Gefühl, dass Sie es lieben, auch wenn Sie Nein sagen. Erklären Sie ihm, dass Ihr Nein nur dazu da ist, es vor Gefahren zu schützen oder zu verhindern, dass es sich selbst oder anderen weh tut.
Hilft Bestrafung?
Die Antwort ist ein klares Nein. Kinder im zweiten Lebensjahr sind nicht in der Lage einen Zusammenhang zwischen ihrem eigenen Verhalten und einer Bestrafung zu erkennen. Dies ist allein daraus ersichtlich, dass es auch Dinge für die ihm Strafe angedroht wird, trotzdem tut oder sogar wiederholt tut, - einfach, weil es den Zusammenhang nicht begreift.Strafe wird lediglich als ungerecht und grausam betrachtet. Schläge sind ohnehin völlig unangebracht. Ihr Kind begreift nicht, wofür es eine Bestrafung verdient hat, wird ängstlich und gehemmt: Denn woher soll es wissen, ob nicht auch auf andere Unternehmungen Strafe droht?
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