
Kindergartenkinder sind besser
Hallo liebe Leser,
unser Tobias wird im Januar drei Jahre alt und ich möchte Ihnen von unseren positiven Erfahrungen mit dem Kindergarten berichten.
Meiner Freundin fiel nach zwei Jahren Erziehungsurlaub die Decke auf den Kopf und sie wollte wieder zurück in ihren Job. Ein Angebot für die Weiterbeschäftigung als Halbtagskraft lag ihr von ihrem früheren Chef bereits vor. Nur mir war bei dem Gedanken nicht wohl, Tobi mit seinen zwei Jahren schon „abzuschieben“.
Eine passende Tagesmutter konnten wir leider nicht in angemessener Entfernung von unserem Wohnort finden. So war die Nachricht über einen Platz im Kindergarten des Nachbarortes zumindest eine gute Nachricht.
Von Vorteil war auch, daß die Tochter einer Frau aus der Rückbildungsgruppe bereits dort in seiner Gruppe war. Sie kannten sich von den gemeinsamen Treffen, er war also von Anfang an nicht ganz so alleine. Das beruhigte mich zumindest etwas.
Von meinem Bruder hatte ich bis dato nur Schauergeschichten über das Thema Kindergarten erhalten. Und obwohl seine Kinder nicht dorthin gehen, sind beide trotzdem keine Engel.
Immer haben sie einen frechen Spruch auf den Lippen, ab und zu erschreckende Wutausbrüche und „Nein“-Orgien sowie kein unbedingt freundlichen Umgang mit anderen Kindern. Das kannten wir von Tobi nicht. Im Gegenteil, er war immer lieb und ruhig, spielte artig mit anderen Kindern und hörte fast immer, wenn wir ihm etwas sagten. Trotzdem legte ich mir Teile seiner Schauermärchen als Argumente gegen den Kindergarten zurecht.
Aber ich habe mich getäuscht. Tobias ist im Kindergarten richtig aufgeblüht. Er kann beim Essen jetzt gut still sitzen, holt sich sein Kinderbesteck selbst und räumt auch den Tisch ab. Ebenso hat er „gelernt“, angemessen auf Situationen zu reagieren. Haben ihm früher seine Cousins etwas leicht wegnehmen können, so hören sie jetzt statt Weinen ein entschiedenes Nein von Tobi.
Auch ist er viel neugieriger und aufgeschlossener geworden. Sein Drang zum Lernen ist, finde ich, viel ausgeprägter als vorher. Und ich bilde mir ein, mehr als es ohne Kindergarten der Fall wäre. So staunten wir letztens nicht schlecht, als er vor den Lexika stand und diese mit den Zahlen von 1 – 10 abzählte.
Am tollsten finde ich, daß er sich trotzdem auch alleine beschäftigen kann. Viele Kinder in seinem Alter (ohne Kindergartenplatz). die wir kennen, können dies nämlich nicht. Sie scheinen uns viel überdrehter als die Kinder aus seiner Gruppe.
Wichtig war uns von Anfang an, das Tobi einen festen Abholzeitpunkt hat. Meine Freundin konnte dies gut einrichten. Auch wollten wir ihm nie das Gefühl geben, abgeschoben zu werden. Vielleicht geht er unter anderem deswegen auch so gerne in seinen Kindergarten.
Autor: Peter M. Pinzer (Email schreiben)
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