
Lernen in den Ferien
Lernen sollte in der Familie immer ein Thema, aber keine Belastung sein. Also sollte „nebenbei“ oder „hintenherum“ gelernt werden. Dazu bietet sich eine Vielzahl von Möglichkeiten mit einfachen Mitteln an. Selbst Karten- und Würfelspiele dienen dem Lernen. In den Ferien sollte die Aktivitäten der Familien vielfältig sein. Die schulfreie zeit soll und muss der Erholung dienen.
Sport und Spiel, Wanderungen, gemeinsame Veranstaltungs- oder Kinobesuche, Museumsbesuche oder auch gemeinsames Lesen können auf dem Programm stehen. Der häufige Aufenthalt im Freien ist besonders wichtig. Gemeinsames Zusammensein auch dem Zusammenhalt der Familie. Spiele mit dem PC sind zwar nicht zu verdammen, sollten in Ferienzeiten aber auch wie in Schulzeiten nicht im Mittelpunkt stehen.
„Wanderspiele“
- Entfernungen schätzen und mit Schritten nachmessen (Kenntnisse über Längeneinheiten festigen)
- Zählen oder Vergleichen von Pflanzen bzw. Naturmaterialien (Entwickeln des Mengenbegriffes)
- Himmelsrichtungen bestimmen (Orientierung)
- Versteckspiele, auch mit verschieden Markierungen aus Naturmaterialien (Orientierung)
- Balancieren über Baumstämme, Rückwärtslaufen u. a. (Körperkoordination entwickeln)
- Bäume und andere Pflanzen, sowie Tiere bzw. Insekten suchen und beobachten (Sachkunde-, Biologiewissen)
- „Ich sehe was, das du nicht siehst...“ in vielfältigen Varianten
- Sprachspiele wie: „Mit welchem Laut beginnt Birke?“; „Was hörst du am Ende von Löwenzahn?“; „Welches Tier steckt In Löwenzahn?“; „Nenne einen Baum ohne B!“ (z. B. Lärche); „Nenne einen Vogel mit F!“ (Fink oder Falke) und weitere Variationen je nach Alterstufe (Vorstufen des Schriftspracherwerbs und Festigung der Schriftsprache verbunden mit Sachkunde oder Biologie)
- Liedersingen; Lieder raten (Merkfähigkeit schulen; Rhythmusgefühl entwickeln)
„Sportspiele“
dienen der Entwicklung von Körperkoordination, Geschicklichkeit und Ausdauer. Sie können mit Lern- und Wissensspielen gut kombiniert werden.
- Greifspiele in vielen Varianten: Tiere, Pflanzen; andere Gegenstände nennen um freizukommen
- Ähnlich Ballspiele zum Fangen in viele Varianten
- Wurfspiele mit Punktsystemen
„Spiele zu Hause“ (bei Regen)
- Das alte „Mensch ärgere Dich nicht“ mit zwei bis drei Würfeln (Entwickeln des Mengenbegriffes; Addition üben; auch einmal das kleine 1x1 einbeziehen)
- Rommee oder Skatkarten nach Farbe und Reihenfolge ordnen (Zahlbegriff entwickeln)
- Quartettspiele in allen Varianten (Entwicklung der Allgemeinbildung)
- Memoryspiele (Training der Merkfähigkeit, auch Sprachentwicklung – können auch selbst gestaltet werden)
- Streichholzspiele (Formenlegen, Logikspiele)
- Würfelspiele mit zwei und drei Würfeln für Addition, Subtraktion, Multiplikation in vielen Varianten
- Lesespiele sind auch in den vielfältigsten Varianten möglich: - Mit den Buchstaben eines langen Wortes weitere Wörter finden – bestimmte Wörter oder Sätze aus Texten suchen – abwechselndes Lesen (für Leseanfänger – schwierige Wörter lesen die Eltern, leichte und kurze Wörter das Kind)
- Kinder erstellen eigene Quiz- und Dominospiele zu bestimmten Sachverhalten
- Puzzlespiele
Die Reihe der lässt sich ins unendliche fortsetzen, den Möglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt. Zeitungen und Zeitschriften bieten auch Möglichkeiten zum Training verschiedener Lerntechniken. Nicht zu unterschätzen sind Bau- und Konstruktionskästen verschiedener Formen, die handwerkliches Geschick, Ausdauer und Kreativität fördern.
Wenn nun manche Eltern meinen, dass wegen Berufstätigkeit nicht ausreichend Zeit sei, dann muss noch bemerkt werden, dass auch viele Formen des Lernens während der Hausarbeit, in die Kinder immer mit einbezogen werden können und sollen, möglich sind. Wer hat nicht Vokabeln oder das kleine 1x1 beim Abwaschen geübt. Oder zeigen Sie Ihrem Kind beim Einkaufen, wie Kopfrechnen geübt werden kann.
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