
Serie: Ihr Kind im 5. Lebensjahr
Lügen
Ist Ihr Kind jünger als vier Jahre, wird Ihr Kind vielleicht manchmal die Unwahrheit sagen - aber im eigentlichen Sinne nicht lügen!Denn erst im fünften Lebensjahr wird Ihr Kind die Bedeutung einer Lüge wirklich begreifen können.
Jüngere Kinder sagen nicht immer die Wahrheit. Sie erzählen vielleicht Geschichten von imaginären Freunden, Monstern oder Feen. Doch nur, weil sie Fantasie und Wirklichkeit noch nicht richtig auseinander halten können.
Auch wenn Ihr Kind behaupten sollte, es hätte jenes Spielzeug nicht zerschlagen, obwohl es Ihr Kind ganz offensichtlich getan hat, mag vielleicht der Wunsch so groß sein, es wirklich nicht gewesen zu sein, sodass im eigentlichen Sinne nicht von einer Lüge gesprochen werden kann.
Erst im fünften Lebensjahr geschieht es, dass Kinder bewusst lügen.
Sie als Eltern werden sicherlich erschrecken, wenn Sie Ihr Kind zum ersten Mal bei einer Lüge ertappen. Vielleicht geben Sie sich selbst die Schuld und fragen, was Sie bei der Erziehung Ihres Kindes falsch gemacht haben. Doch machen Sie sich keine Sorgen um Ihre erzieherische Qualitäten: Kinder in diesem Alter beginnen mit der Möglichkeit des Lügens zu experimentieren.
Es gibt mehrere Varianten kindlicher Lügen
Die harmloseste Variante ist sicherlich das Großtun, das maßlose Übertreiben.Diese Lügen deuten auf ein geschwächtes Selbstwertgefühl Ihres Kindes hin. Vielleicht fühlt sich Ihr Kind zurzeit zurückgesetzt und möchte Aufmerksamkeit heischen?
Doch nicht Bestrafung ist die angemessene Reaktion auf diese Art der Lüge: Geben Sie Ihrem Kind noch mehr Liebe und Zuwendung als zuvor!
Häufig sind diese Art der Lügen wirklich als sehr harmlos zu bezeichnen, schließlich liebt Ihr Kind es, mit Worten zu spielen und schießt damit vielleicht über sein Ziel hinaus?!
Eine andere Art Lüge ist dabei sehr viel ärgerlicher, nämlich die Lüge, die Ihr Kind Ihnen erzählt, um Strafe zu vermeiden.
In diesem Fall greift Ihr Kind auf eine Lüge zurück, weil es sich fürchtet, bestraft zu werden, Ihre Liebe zu verlieren oder weil es sich selbst für unerträglich schuldig empfindet.
Überprüfen Sie für sich selbst Ihr Verhalten:
Reagieren Sie wirklich mit Liebesentzug, wenn Ihr Kind etwas anstellt? Bestrafen Sie Ihr Kind zu streng, sodass es die Konsequenzen zu Recht fürchtet?Sollte dies der Fall sein, korrigieren Sie am besten Ihr Verhalten.
Alles in allem muss die Erziehung zur Wahrheit für Sie als Eltern aber eine konsequente Aufgabe sein. Sollte Ihr Kind oft und erfolgreich lügen, kann dies zu einer sehr unangenehmen Angewohnheit werden!
- Konfrontieren Sie Ihr Kind damit, wenn Sie es bei einer Lüge ertappen!
- Erklären Sie Ihrem Kind, wie wichtig es ist, die Wahrheit zu sagen und die persönlichen Konsequenzen für das eigene Handeln zu übernehmen.
- Erläutern Sie Ihrem Kind, wie wichtig für Sie persönlich die Wahrheit ist und was unweigerlich geschehen wird, wenn man lügt: Niemand wird einem mehr Glauben schenken, auch wenn man die Wahrheit spricht.
Seien Sie ein gutes Beispiel
Selbstverständlich sind Sie für Ihr Kind auch in Sachen Ehrlichkeit das maßgebende Beispiel.Bestehen Sie am Tickett-Schalter also nicht auf eine Ermäßigung für Ihr Kind, wenn es die Altersgrenze bereits überschritten hat. Ihr Kind wird dies unweigerlich bemerken!
Geben Sie sich Mühe, selbst immer bei der Wahrheit zu bleiben! (Wobei Sie natürlich die Wahrheit altersgerecht verpacken dürfen!)
Sehen Sie sich einmal gezwungen, auf eine Notlüge zurückzugreifen, erklären Sie Ihrem Kind den Sinn: Demnach sind Lügen in begrenzten Umfang erlaubt, wenn damit die Gefühle anderer geschont werden.
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