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Mein Kind ist aggressiv – Was nun?

Kinder werden aus verschiedenen Gründen aggressiv. Es nützt nichts, das Kind anzuschreien und unüberlegt zu bestrafen. Versuchen Sie gemeinsam, Lösungen zu finden und verhalten Sie sich Ihrem Kind gegenüber stets konsequent.

Wichtig ist es, den Kreislauf von eigenem Verhalten und dem Verhalten des Kindes zu durchbrechen. Wenn ich mein Kind ebenfalls anschreie oder ausschimpfe, dann wird sich zwar kurz eine Entlastung einstellen, da das Kind wahrscheinlich mit seinem Verhalten aufhört. Langfristig bauen sich dadurch aber weitere Spannungen auf, die Gegenaggressionen erzeugen. Der Kreislauf schließt sich.

Versuchen Sie ungünstige Interaktionsmuster zu durchbrechen. Reagieren Sie anders als bisher auf die Gefühlsausbrüche Ihres Kindes. Vielleicht haben Sie das Verhalten Ihres Kindes sehr stark sanktioniert und somit unerwünschtem Verhalten zu viel Aufmerksamkeit geschenkt.

Versuchen Sie sich in Ihr Kind hineinzufühlen: Gibt es innere Konflikte oder Spannungen, die das Kind belasten könnten? Was für einen Gewinn oder Nutzen könnte mein Kind durch sein Verhalten haben, obwohl es für sein Verhalten immer wieder ausgeschimpft wird? Will es dadurch meine Aufmerksamkeit haben?

Viel loben

Versuchen Sie, aggressivem Verhalten so wenig Aufmerksamkeit wie möglich zu schenken. Psychologen sind zu dem Ergebnis gekommen, dass ein Verhalten, auf das keine Reaktion erfolgt, für das Kind sinnlos erscheint und weniger häufig vorkommt. Gleichzeitig sollten Sie Ihr Kind loben, wenn es sich gut verhält.

Das können Sie in Form von Zuspruch, Anerkennung, einem Lächeln oder einer Gute-Nacht-Geschichte tun. Loben Sie Ihr Kind möglichst für alle Dinge, die es tut, aber auch für alle Dinge, die es unterlässt. Zum Beispiel können sie Ihrem Kind sagen, wie gut Sie es fanden, dass es sich heute nicht gestritten hat.

Angemessene Strafen

Bei Strafen sollten Sie darauf achten, dass Sie nicht das aggressive Verhalten an sich bestrafen. Sonst bekommt das Kind den Eindruck, es wäre böse und fühlt sich ungeliebt. Liebevolle Zuwendung ist für Kinder immer besonders wichtig, sie sollte auch nicht zu kurz kommen, wenn ihr Kind aggressiv ist.
Denken Sie daran: Für das Kind ist sein Verhalten ein Teil von ihm selbst, das eine bestimmte Funktion (z. B. Schutz) hat. Strafen sollten deshalb einen unmittelbaren Zusammenhang zur Tat haben.

Hat Ihr Kind eine Tasse kaputt gemacht, können Beträge vom Taschengeld abgezogen werden, um die Tasse zu ersetzen. Wenn es länger fern gesehen hat als abgemacht, bekommt es die überzogene Zeit beim nächsten Mal abgezogen. Sie sollten hier dem Kind vermitteln, dass Sie es grundsätzlich gerne haben, nur dieses Verhalten nicht für gut halten.

Gespräche anbieten

Nicht unterschätzen sollte man die klärende Wirkung von Gesprächen. Sprechen Sie Konflikte mit Ihrem Kind durch und bleiben Sie dabei möglichst ruhig. Erläutern Sie Ihrem Kind, dass es verschiedene Lösungsmöglichkeiten für Konflikte gibt. Versuchen Sie diese gemeinsam zu finden.

Lösungen können Sie erarbeiten, indem Sie Fragen stellen oder dem Kind Beispiele anführen. Seien Sie konsequent in Ihrem Verhalten und stellen Sie Regeln auf, die möglichst klar und für das Kind durchschaubar sind. Wenn es seine Grenzen möglichst genau kennt, hat das Kind keinen Grund, diese zu überschreiten.

Wenn Sie Probleme haben, Ihrem Kind gegenüber klar und konsequent zu sein, haben Sie keine Angst, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Hier können Sie zusammen mit Erziehungsratgebern einen Plan erstellen, wie Sie in verschiedenen Situationen besser reagieren können und es Ihnen und Ihrem Kind bald wieder besser geht.

Autorin: Martina Jeblick, Dipl. Pädagogin


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