
Nach der Scheidung: Einen neuen Partner finden
Viele frisch geschiedene haben erst einmal die Nase voll von Partnerschaft. Zu stark sind noch die Wunden und die neu gewonnene Freiheit lässt endlich mal Platz für die eigenen Freuden und Bedürfnisse. Manche jedoch sehnen sich heftig nach einen neuen Partner, einen Menschen, der sie liebt.
Auch soll der Verletzung, die der Ex-Partner verursacht hat, durch einen neuen Partner schneller verheilen. Das Bedürfnis von einem anderen Menschen das Gefühl zu bekommen, ein liebenswerter Mensch zu sein, führt nicht selten zu halbgaren Liebeleien oder flüchtigen Affären.
Selbstverständlich hat ein jeder das Recht, nach einer langen Partnerschaft, sich auch sexuell zu verwirklichen. Es zu genießen, begehrt und attraktiv gefunden zu werden. Doch eine neue Liebe braucht Zeit. Deshalb ist es wichtig, sich klar darüber zu sein, was man möchte. Techtelmechtel oder eine feste Partnerschaft? Nur so kann man sich vor neuen Verletzungen bewahren.
Der oder die Geschiedene muss in der Regel jedoch vor allen Dingen Rücksicht nehmen: Und zwar auf die Kinder. Wer sich für kurze Flirts entscheidet, sollte dies diskret tun. Nichts verunsichert vor allem jüngere Kinder mehr, als wenn in kurzen Abständen die Liebespartner wechseln.
Wer auf der Suche nach der neuen großen Liebe ist, muss ebenfalls die Kinder in seine Entscheidungen mit einbeziehen. Zwar ist es selbstverständlich, dass nicht die Kinder über den neuen Partner bestimmen dürfen, jedoch sollte die Partnerwahl bewusst und verantwortungsvoll vollzogen werden. Das wichtigste Kriterium: Ist der Mensch, in den ich mich verliebt habe, auch gut für die Familie?
Es nützt nichts, wenn der neue Partner keine Kinder mag. Oder wenn er Angewohnheiten oder starke emotionale Probleme hat, die in irgendeiner Weise das Familienleben oder ihre Kinder belasten. Es kann sein, dass der neue Partner der richtige für den Verliebten ist, jedoch nicht für die Familie. Dies mag einer der wenigen Fälle sein, in denen der Verstand stärker als die Liebe sein muss.
Doch für die meisten Geschiedenen steht eine solch wichtige Entscheidung gar nicht an. Zu sehr sind sie von der Verantwortung für ihr eigenes Leben und das ihrer Kinder eingebunden. Die Trauer um den Verlust des Partners kann ebenfalls so stark sein, dass an einen neuen Partner nicht zu denken ist.
Und das ist richtig so: Denn Trauerarbeit muss geleistet werden. Zwar darf man sich nicht verkriechen, die Welt ausserhalb der Familie ausblenden, doch sind die Gefühle des Verlusts noch zu präsent, können sie sich einem neuen Partner auch noch nicht öffnen. "Gute Ratschläge" und Verkupplungsversuche von Freunden und Angehörigen haben überhaupt keinen Sinn.
Der oder die Geschiedene muss auf ihre Intuition vertrauen. Dies ist sie auch ihrem zukünftigen Partner schuldig, der ihm oder ihr vielleicht noch nicht einmal begegnet sein mag.
Nichts kann eine neue Partnerschaft in der ersten Zeit so sehr belasten, als eine noch nicht verarbeitete Trennung. Doch der neue Partner hat es verdient, dass keine größeren emotionalen Altlasten in die neue Liebe hinein getragen werden.
Und es ist kein Klischee aus Liebesromanen: Dem oder der "Richtigen" begegnet man ganz unvermittelt - meist dann, wenn man mit sich selbst zufrieden und gar nicht auf der Suche ist!
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