
Die Partnerschaft - Mehr als Eheleben
Partnerschaft hat in erster Linie mit Liebe, Vertrauen und Intuition zu tun. Aber jeder Mensch, egal ob Mann oder Frau, kennt diesen Punkt, an dem er nicht mehr weiter weiß. Ist meine Entscheidung richtig? Wie kommen wir aus der Krise? Werden wir ein Leben lang zusammen bleiben?
Die neue kinder.de Partnerschaftsreihe wird die wichtigsten Phasen und Stationen des Beziehungslebens beschreiben. Vom Verlieben, Verloben und Heiraten. Aber auch Krisen, Trennung und Scheidung werden Themen sein, mit denen wir hoffen, Ihnen Rat und Hilfe zu bieten, damit Sie die für Sie richtigen Entscheidungen treffen.
Partnerwahl - wer ist der Richtige?
Nichts beherrscht uns so sehr, wie die Suche nach dem richtigen Partner. Haben wir ihn gefunden, ist dies ein besonderes Glück, das uns das Leben leichter nehmen lässt. Mit dem richtigen Mann oder der richtigen Frau an unserer Seite fühlen wir uns als Mensch vervollständigt. Doch wie funktioniert das eigentlich mit dem Verlieben? Und welcher Partner ist überhaupt der richtige?
"Ich bin verliebt in das Verlieben", erzählt Heike M. aus Berlin. "Die Gedanken an meinen jeweils neuen Freund tragen mich durch den Tag. Ich freue mich, wenn wir uns sehen. Ich fühle mich extrem lebendig."
Leider sind Heikes Gefühle nicht von Dauer. Mit zunehmender Vertrautheit lässt das Verliebstsein nach. Der Mann der Träume wird langweilig. Rasch ist Heike auf der Suche nach einem neuen Verehrer, mit dem sie das Feuer der ersten Annäherung neu erleben kann.
Dass die Phase der Verliebtheit nicht ewig währt, dass müssen alle Verliebten akzeptieren. Der Tiefenpsychologe Erich Fromm vertritt in seinem Buch "Die Kunst des Liebens" die These, dass wirkliche Liebe erst nach dem Verlieben beginnt. Nämlich dann, wenn wir den Partner auch ohne rosa Brille annehmen, in seinem Wesen akzeptieren und bejahen.
"Ich habe mich in meine Leben noch nicht oft verliebt", erklärt die 33-jährige Nicola. "Aber wenn ich es tat, dann mit Regelmäßigkeit in den Falschen."
Diese Erfahrung teilen viele Männer und Frauen. Mit schöner Regelmäßigkeit fühlen sich Menschen von einem Partner angezogen, der sich nicht für eine Bindung eignet, der schlechte Charaktereigenschaften hat, der nicht gut tut.
Dafür ist das Unterbewusstsein verantwortlich, meinen Psychologen. Schließlich ist es leicht möglich, die eigene Bindungsangst durch falsche Partnerwahl zu verschleiern. Manchmal wird durch die Partnerwahl auch versucht unbewältigte Konflikte zu lösen.
Waren Mutter oder Vater beispielsweise unerreichbar, dann wird im "Wiederholungszwang" ein distanzierter Partner erwählt, in der Hoffnung, dass diese Beziehung diesmal anders verlaufen wird, dass man von der Qual des Zurückgestossenseins nachträglich befreit wird.
Es sind also nicht immer die besten Motive, die zum Verlieben beitragen.
Doch ein Motiv ist bei allen Menschen gleich: Sie sind fasziniert von dem Menschen, dem sie ihr Herz schenken. Diese Faszination beruht zum Teil darauf, dass wir begehren, was wir selbst nicht haben. Der Erwählte hat eine Eigenschaft oder Facette, die wir uns wünschen, die für unser Leben von Wichtigkeit ist, damit wir uns zufrieden und Eins fühlen.
Im Falle unglücklichen Verliebtseins hilft die Frage nach dem Wesen dieser Eigenschaft, die wir im Partner gefunden haben. Aber lässt sich diese Bereicherung, die uns der Partner bringen würde, nicht auch aus eigener Kraft erreichen? Diese Frage ist wahrscheinlich die wichtigste für all jene, die unglücklich lieben.
Wer einen Menschen gefunden hat, mit dem sie sich auf gesunde Weise vervollständigt und wohl fühlt, darf sich glücklich schätzen. Dieses Glück als etwas wunderbares zu empfinden, das gehegt und gepflegt werden sollte, ist der erste Schritt zu einer glücklichen und andauernden Beziehung.
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