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Piercing und Tatoo

Sie mögen es in Ordnung gefunden haben, als Ihre Tochter Ohrlöcher haben wollte, doch nun sind Sie schockiert, weil sie davon noch ein paar mehr haben möchte und Ihr Sohn womöglich auch!

Körpergefühl oder Statussymbol?

Tätowierungen und Piercings sind bei jugendlichen schon seit geraumer Zeit ein großer Trend. Früher war dieser Körperschmuck verpönt, heute ist er gesellschaftsfähig geworden. Nasen-, Bauchnabel- oder Brustwarzenringe sind einerseits zum Ausdruck eines besonderen Körpergefühls, andererseits zum Statussymbol geworden.

Doch zu diesem Thema gehören nicht nur modische, sondern auch medizinische Aspekte. Bei einem professionell durchgeführten Piercing treten Komplikationen selten auf. Gefahren ergeben sich aber bei einer unsachgemäßen Durchführung! Deshalb sollten Sie, wenn Ihr Kind sich nicht von seinem Wunsch abbringen lassen will darauf achten, dass das Piercen oder die Tätowierung nur von einem Fachmann oder eine Fachfrau durchgeführt wird.

Hier sind einige Tatsachen, die Sie wissen sollten:

  • Die Infektion mit Hepatitis B oder C ist bei mangelnden hygienischen Bedingungen durchaus möglich.

  • Nasenlöcher und Ohrlöcher am oberen Teil des Ohres können eher zu Komplikationen führen als normale Ohrlöcher, da hier der Knorpel durchstoßen wird.

  • Der Schmuck für einen Bauchnabelring unterscheidet sich in der Größe von dem für Ohrlöcher. Es sollte immer das spezielle Schmuckstück für das entsprechende Körperteil gewählt werden.

  • Tattoos sind für die Ewigkeit gedacht. Sie können nur mit einer aufwendigen Laserbehandlung wieder entfernt werden, die nicht immer erfolgreich ist.

Richtlinien

Um die Risiken beim Piercing oder Tätowieren zu verringern, sollten Sie auf folgende Richtlinien achten:
  • Lassen Sie Piercings oder Tätowierungen nur in einem seriösen Studio vornehmen.

  • Seriöse Piercer und Tätowierer weisen auch Kunden ab, zum Beispiel, wenn sie unter Alkoholeinfluss stehen, nicht nur weil ihre Entscheidungsfähigkeit beeinträchtigt sein könnte, sondern auch, weil es in Verbindung mit Alkohol zu starken Blutungen kommen könnte.

  • Nadeln und Schmuck sollten immer sterilisiert sein. Für jede Anwendung sollte eine neue Nadel, bzw. sterilisierter Schmuck verwendet werden.

  • Seriöse Piercer und Tätowierer verwenden Einweghandschuhe. Sie tauchen beim Tätowieren die Nadel nur in kleine Farbportionen, die sie anschließend entsorgen. Auch Handschuhe und Papiertücher werden nur einmal verwendet und dann in einen Müllbeutel geworfen.

  • Ein Bauchnabelpiercing benötigt ein Jahr um vollständig zu verheilen und sollte deshalb nur nach langwierigem Überlegen vorgenommen werden. Die Nähe zu den Eierstöcken würde eine Infektion komplizierter machen.

  • Auch die Nachbehandlung darf nicht vernachlässigt werden. Ein seriöser Piercer wird Ihnen immer genaue Anweisungen geben. Tätowierungen dürfen in der ersten Zeit weder Wasser noch Sonnenlicht ausgesetzt werden und sollten mit einer antibakteriellen Creme behandelt werden. Frische Piercings sollten zweimal am Tag mit einer milden Waschcreme gereinigt werden.

Was will Ihr Kind wirklich?

Wenn Sie befürchten, dass Ihr Kind ein Piercing oder Tattoo wünscht, weil beispielsweise seine Freunde bereits welche haben, dann fragen Sie am besten nach. Sie können Ihre Frage auch indirekt stellen: "Was meinst Du: was wird Klaus einmal über seine Narbe an der Augenbraue sagen, wenn er seinen Piercingring nicht mehr tragen will?"

Es könnte nämlich auch sein, dass Ihre Befürchtungen umsonst sind. Denn unter manchen Jugendlichen ist das Piercing verpönt: Manche lehnen es aus konservativen Gründen ab, manche Jugendliche hingegen finden es sogar dumm, weil es schon wieder zu "trendy" ist.

Gehen Sie auf Nummer Sicher!

Wenn Ihr Kind sich aber ein Piercing wünscht, sollten Sie ihm durchaus sagen, dass Sie das zwar nicht befürworten. Aber bevor sich Ihr Kind dazu entschließt, sich auf eigene Faust tätowieren zu lassen, sollten Sie ihm anbieten, es zu begleiten und sogar bei der Auswahl des Tattoos Ihre Beratung anbieten.

Zeigen Sie sich informiert und weisen Sie Ihr Kind darauf hin, dass nur ein professioneller Tätowierer oder Piercer in Frage kommt, da sonst Infektionen oder Narben drohen. Wenn der Wunsch nach einem Piercing oder einem Tattoo bei Ihrem Kind allein einem rebellischen Instinkt entsprungen ist, wird es, wenn Sie ihm wohlwollend Hilfe anbieten, vielleicht sogar wieder von seiner Absicht Abstand nehmen.

Beachten Sie

Manchmal tritt auch der Fall auf, dass ein Heranwachsender eine regelrechte Sucht nach Piercings oder Tätowierungen entwickelt. Hier sollte unbedingt nachgespürt werden, ob ein tiefer liegendes emotionales Problem vorliegt.

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