
Prinzessin Lillifee und das letzte Einhorn

„Prinzessin Lillifee und das kleine Einhorn“ ist das neue Kino-Abenteuer um die „Merchandise-Prinzessin“ Lillifee. Der Animationsfilm basiert auf den Kinderbüchern der Lillifee-Schöpferin Monika Finsterbusch und entführt die Zuschauer in die frostkrachende Winterwelt Bluetopia.
Das Leben der Prinzessin Lillifee ist rosarot. Eigentlich ist die Geschichte damit schon zu Ende. Ernst nehmen kann man sie trotzdem, ihre rosaroten Mädchenträume, vor allem wenn sie zum zweiten Mal ins Kino kommen und ihre Zielgruppe offenbar erneut bestens unterhalten. Der Kinofilm „Prinzessin Lillifee und das kleine Einhorn“ ist ein schöner Grund, warum man gern die Augen schließt und sich vorstellt, wie die Geschichte wohl weitergeht. Aber auch das ist schnell erzählt:
Prinzessin Lillifee genießt ihr pinkes Dasein im Feenreich Rosarien, und zwar zusammen mit dem Igel Iwan und den beiden Mäusen Clara und Cindy, dem verfressenen Schweinchen „Pupsi“ (Farbe: Dreiviertelrosa) und dem Frosch Carlos. Doch während in Rosarien Sommer ist, herrscht im Nachbarland Bluetopia Eiszeit, ein Zustand, der sich auf das Werk des bösen Prinz Eis zurückführen lässt. Der uneinsichtige Herrscher lässt kurzerhand alles zum Inhalt von Eisblöcken werden, was ihm über den Weg läuft. Und niemand scheint sich Prinz Eis entgegen zu setzen - bis auf eine ganz spezielle, vom Aussterben bedrohte Spezies, von der man sagt, dass sie in das Reich der Märchen und Fabeln gehört: Einhörner mit ihrer magischen Zauberkraft. Doch was tun, wenn nur ein winziges, noch sehr verspieltes und piepsiges Einhorn-Baby („Lucy“) greifbar ist, dem beim Wünsche-Erfüllen noch das ein oder andere Fehlerchen unterläuft?
Prinzessin Lillifee: zwischen Witz und krachenden Klischees
Der Film ist spannend und lustig. Wenn das überwiegend weibliche Kinder-Publikum vor Vergnügen quietscht oder den Atem anhält, begeistert in die Hände klatscht und sogar Dreijährige über die ganze Filmlänge gebannt auf die Leinwand sehen, wird es auch für mitgezerrte Eltern nie langweilig. Und das trotz des omnipräsenten Pink und der plakativen Gut-Böse-Gegenüberstellung sowie einer allzu prominenten Missionierung für ein friedliches Zusammensein. Wenn Frosch Carlos seine vielen Babys zu Bett bringt oder die drollige Lucy ihre Eltern wiederfindet, bekommt der Film eine emotionale Tiefe, die alle – auch die Erwachsenen – mühelos erreicht.
Die Macher des Märchenfilms stellen aber auch eine Reihe krachender Klischees in den Dienst der Geschichte: Wo steht eigentlich, dass Mädchen sich vorwiegend für eine Traumwelt in Pink interessieren, dass sie plappernde Einhorn-Babys lieben oder ihre höchste Lust all den hübschen Kleidchen und Schuhen gilt? Wenn hier eine weibliche Affinität für Konsum und das Ausfüllen von Rollenbildern angesprochen sein sollte, würde es am Augenzwinkern fehlen. Und wenn es doch vorhanden sein sollte, so darf bezweifelt werden, dass die Ironie die Zielgruppe schon erreicht. Da hilft es auch nichts, die tanzenden Schuhe mit dem Schuh-Schuh-Song zu untermalen oder eine Reihe Slapstick-Elemente unterzubringen. Wie ein kreatives Korsett wirken auch die glatten Zeichnungen und banalen Linien mit ihrer Anlehnung an die japanische Manga-Optik.
Der Film wirft wie sein Vorgänger „Prinzessin Lillifee“ die Frage auf, ob man Kindern nicht schon etwas mehr zumuten darf als durchkonstruierte Harmlosigkeit auf der Basis einer süßlichen, extra für Kinder hergestellten Glitzerwelt in Pink und Gold.
Trailer zum Film "Prinzessin Lillifee und das kleine Einhorn"
| Alle Fakten auf einen Blick | |
| Kinostart: | 01.09.2011 |
| FSK: | Ohne Altersbeschränkung |
| Länge: | ohne Angabe |
| Website: | www.prinzessin-lillifee-derfilm.de |
Szenen aus dem Film "Prinzessin Lillifee und das letzte Einhorn"
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