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Lemi Beki: Alltag mit behinderten Kindern



Reportage: Rollstuhlbesuch in Berlin / Barrierefreie Tourismusangebote in Berlin




Seite 1: Gute Planung ist ein Muss

Ein Ausflug mit Rollstuhl muss genau geplant sein. Ich begleite einen Tag meine Familie bei einem Ausflug in Berlin.

Heute besuchen mich meine Mutter und mein Bruder in Berlin mit dem Zug. Mein jüngerer Bruder ist auf den Rollstuhl angewiesen, damit er in den Zug kommt, muss eine Einstiegshilfe reserviert werden. Beim Bahnhof Zoologischer Garten in Berlin konnte ich das einen Tag zuvor am Serviceschalter erledigen. Doch schon eine Stunde nach der Reservierung klingelte das Telefon. Die Reservierung der Einstiegshilfe könne nicht wie geplant erfolgen. Am Startbahnhof in Jüterbog sei kein Personal, der Zugbegleiter sollte beim Einstieg helfen und eine Rampe bedienen. Eine Rückfahrt vom Potsdamer Platz um 19 Uhr wäre nicht möglich, da das Personal dort schon um 18 Uhr Feierabend mache. Also keine Rückfahrt aus Berlin? Ich fragte, ob der Einstieg dann am Hauptbahnhof möglich sei. Ja, das wäre eine Lösung, wurde mir gesagt. Leider kam der Vorschlag nicht von der Bahn.

Die Hinfahrt klappte dann aber fast ohne Probleme. Meine Familie wartete am Bahnsteig ganz vorn, um einsteigen zu können, ganz hinten ist aber der Einstieg für Rollstuhlfahrer, eine Kennzeichnung fehlte. Der Zugbegleiter half meinem Bruder in den Zug und auch beim Ausstieg gab es auch keine Probleme. Sogar Passanten wollten helfen.

Rollstuhl vs. Radfahrer und die Suche nach dem Fahrstuhl

Nun ging es los mit dem Berlin-Trip. Ich hatte mich im Vorfeld erkundigt, welche Unternehmungen man machen kann. Ein Besuch im Technikmuseum und eine Fahrt mit einem Ausflugsschiff standen auf dem Programm. Gekonnt lotste ich meine Familie zur U-Bahn-Station. Beim Überqueren der Straßen fiel uns negativ auf, dass die Übergänge vom Bürgersteig zur Straße zwar abgesenkt, aber teilweise noch zu hoch für den Rollstuhl sind. Interessanterweise waren die Übergänge zu den Radwegen ebenerdig. Das verwunderte mich. Anscheinend ist es doch möglich, Bürgersteige so zu bauen, dass praktisch keine Kanten, die den Weg beschwerlich machen, bestehen. Aber nur für Radfahrer? Meinem Bruder bleib also nichts anderes übrig, als auf dem Radweg zu fahren. Ein waghalsiges Abenteuer, denn die Fahrräder flitzten in hohem Tempo an ihm vorbei.

Auf dem Weg zu U-Bahn musste ich noch weiter umdenken: Schnell mal die Treppe runterlaufen ging heute nicht. Wo war der Aufzug, damit mein Bruder auch zum Gleis konnte? Zum Glück hat mein Bruder schon einen Blick für Fahrstühle entwickelt und ihn zuerst gefunden.

Nicht jede U-Bahn-Station hat einen Aufzug

Zum Museum war es mit der U-Bahn nur eine Station und glücklicherweise waren die Übergänge von Bahn und Bahnsteigkante ebenerdig. Ohne Probleme konnte mein Bruder selbstständig aus der U-Bahn fahren.

Allerdings mussten wir noch ein Stück zum Museum laufen. Eigentlich hätten wir mit der U2 noch eine Station weiter fahren können, leider ist dieser Bahnhof aber nicht barrierefrei. Das Museum weist auf seiner Website aber auf den Weg für Rollstuhlfahrer hin, so dass wir darüber bereits informiert waren.

jdö


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