
Serie: Geschwister
Rivalitäten unter Geschwistern
Kinder wünschen sich die ungeteilte Liebe ihrer Eltern. Doch plötzlich ist ein neues Baby da, das viel Aufmerksamkeit verlangt. - Das ältere Kind fühlt sich zurückgesetzt.Rivalitäts-, Neid- und Eifersuchtsgefühle
Erstgeborene fühlen sich durch die Geburt eines neuen Babies von ambivalenten Gefühlen hin und her gerissen. Rivalitäts-, Neid- und Eifersuchtsgefühle treten in dieser Situation in unterschiedlicher Intensität auf. Es lohnt sich also, darüber nachzudenken, wie Sie Ihrem Kind beim Bewältigen dieser negativen Gefühle helfen können.Wenn Ihr Kind starke Abneigung gegen das Baby entwickelt, versuchen Sie am besten, nicht dagegen anzugehen. Üben Sie keinen Druck auf Ihr Kind aus, dass es seinen Bruder oder seine Schwester lieben soll.
Lassen Sie Ihr Kind seine Gefühle zeigen!
Ansonsten gesellt sich zu den widerstreitenden Gefühlen Ihres Kindes häufig auch noch ein Gefühl der Schuld: Nämlich dann, wenn es spürt, wie sehr Sie als Eltern seine Abneigung gegen das Baby verurteilen.Gewalt gegen das Baby werden Sie natürlich niemals zulassen
Und insgesamt besteht auch nur eine geringe Gefahr, dass Ihr älteres Kind sich mit körperlicher Gewalt gegen das Baby wendet.Das Erstgeborene steckt nämlich für gewöhnlich in einem tiefen Konflikt: Auf der einen Seite wüten in ihm vielleicht Haß- und Eifersuchtsgefühle, auf der anderen Seite weiß es aber auch sehr genau, dass ein Ausleben seiner Gefühle, die Liebe seiner Eltern aufs Spiel setzen würde. Nicht der Aggressor, sondern das Opfer wird ein mehr an Aufmerksamkeit bekommen.
Der Impuls, den als Rivalen empfundenen Neuling zu schaden, wird in der Regel verdrängt.
Verdrängungs- und Bewältigungsstrategien können unterschiedlich ausfallen:
Häufig wird beobachtet, dass das ältere Kind zeitweilig auf eine vorangegangene Entwicklungsstufe zurückfällt, nach mehr Bemutterung und Aufmerksamkeit verlangt.Wenn Ihr Kind wieder am Daumen lutscht oder eine Flasche zum Nuckeln will, versuchen Sie dieses Ansinnen mit Verständnis und Humor zu nehmen. Gestehen Sie Ihrem Kind diese Wünsche zu, betonen Sie ihm gegenüber aber auch die Vorzüge des Selbstständigseins!
Und machen Sie sich keine Sorgen: Diese regressive Phase wird vorübergehen.
Eine wichtige Regel, um die rivalisierenden Gefühle unter Geschwistern klein zu halten, ist, dass Sie keines Ihrer Kinder mehr geben oder zugestehen, als dem anderen. Natürlich braucht ein Baby mehr Pflege, schließlich müssen Sie es füttern, windeln und waschen.Erklären Sie Ihrem älteren Kind, dass Babies eben sehr viel Pflege bedürfen, weil sie noch zu klein sind, dass sich dieser Zustand aber ändern wird. Reservieren Sie sich regelmäßig Zeit, um sich genauso intensiv mit Ihrem älteren Kind zu beschäftigen.
Teilen Sie sich gegebenenfalls diese Aufgaben mit Ihrem Partner, allerdings so, dass nicht ein Kind zum Mama-Kind, das andere zum Papa-Kind wird.
Wenn Sie Ihr Kind so weit es geht in die Pflege Ihres Babies mit einbeziehen, erklären Sie ihm, was Sie warum und weshalb machen. Vielleicht erleichtert es Ihr Kind ein wenig, wenn Sie ihm offerieren, dass es bald dem Baby helfen darf.
"Phänomen Baby"
Wenn Ihr Kind über das "Phänomen Baby" informiert ist, wird es mit sehr viel mehr Verständnis reagieren. Erklären Sie Ihrem Kind, dass ein Baby noch zu klein ist, um selbstständig zu sein, dass es gefüttert und gewindelt werden muss.Zeigen Sie bei dieser Gelegenheit Ihrem Kind auch Fotos von sich, als es selbst noch ein Baby war. Erzählen Sie Ihrem Kind Geschichten darüber, wie es selbst in diesem Alter war!
Ihr Kind wird sich kaum an diese Zeit erinnern, es wird ihm aber mental helfen, wenn es versteht, dass es selbst einmal so sehr schutzbedürftig, nun aber schon viel "größer" und "erwachsener" ist.
Manchmal bricht das Eis auch dann, wenn Ihr Baby - mit etwa drei Monaten - in der Lage ist, Ihrem Erstgeborenen zu zulächeln!
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