
Scheidungskind und Schulprobleme
Frage an unsere Pädagogin:
Hallo,
ich habe ein großes Problem mit meinem Sohn Alex 12 Jahre (Gymnasium 6. Klasse).
2002 trennte sich der Vater von uns,seit dem geht es Berg ab in der Schule .
Alex war immer einer der besten in seiner Klasse besonders Mathe war sein Fach.
Er lebte bis 2005 bei mir dann wollte er zum Vater. Da wurde es aber auch nicht besser er fing an sich zu verweigern und nur noch Stress in der Schule zu machen.
Mit dem erneuten Umzug zu mir vor 14 Tagen dachten wir (da es auch sein Wunsch war) das ich mich intensiv um das Problem kümmern könne , leider komme ich an Alex nicht ran.
Ich versuche ihn in allem zu unterstützen, aber schon morgens fängt Alex an aggressiv zu werden und zu sagen dass er nicht in die Schule geht es ist ihm zu langweilig.
Ich hätte gerne ein paar Tipps wie ich ihn motivieren könnte , ihn noch mehr unterstützen .
Da ich weiß, dass er das kann nur nicht will.
Würde mich über eine Antwort freuen.
MfG
Susanne Schmidt
Was unsere Pädogogin rät:
Sehr geehrte Frau Schmidt,
vielen Dank für Ihre Anfrage.
Leider sind Scheidungen für Kinder immer sehr schwer zu bewältigen, da sie nicht wissen, zu welchem Elternteil sie tendieren sollen. Nicht bewältigte Probleme äußern sich dann oft in der Schule. Auch aggressives Verhalten ist ein Ausdruck dessen.
Das Wichtigste ist in einer solchen Situation, dass Sie das Vertrauen Ihres Sohnes wieder gewinnen. Dabei spielt das Thema Schule zuerst mal eine nebensächliche Rolle. Ihr Junge muss bereit sein, mit ihnen über all seine Probleme zu reden. Nutzen Sie dazu gemeinsame Tätigkeiten im Haushalt und auch die Freizeit. Wenn dieser Schritt erreicht ist, können Sie sich auch vorsichtig den Schulproblemen widmen. Der Wunsch des Jungen bei Ihnen wohnen zu wollen ist ein erster Ansatz. Geben Sie ihm Aufgaben (auch im Familienrahmen), die sein Verantwortungsbewusstsein und Selbstbewusstsein stärken. Der Junge muss merken, dass er etwas kann und sich mehr zutraut. Loben Sie ihn für seien Arbeit und wenn es nicht so klappt, bieten sie Hilfen an.
Sie können dann auch mit Ihm über Schule reden. Lassen Sie ihm dabei aber einen bestimmten Freiraum. Die Kinder möchten auch selbst etwas erreichen.
Die ist ein sehr langfristiger Prozess, der sich über Monate hinziehen kann. Dabei sind Geduld und Ausdauer gefragt. Sprechen Sie auch mit den Lehrkräften in der Schule, um eine gemeinsames vorgehen zu sichern. Eventuell können Sie noch Hinweise für Hilfen vor Ort bekommen.
Vielleicht habe ich ein wenig helfen können. Ich wünsche Ihnen viel mit der nötigen Geduld und Ausdauer.
Mit freundlichen Grüßen
E. Müller
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