
Serie: Die Entwicklung des Kindes im 2. Lebensjahr
Schlafenszeit
Ein Kleinkind braucht noch sehr viel Schlaf. Insgesamt kann das tägliche Pensum bis zu 14 Stunden betragen.Dieses Schlafpensum wird freilich nicht an einem Stück absolviert, ein oder zwei Tagesschlummer sind nötig. Manche Kinder brauchen nur einen Mittagsschlaf, manche Zwei.
Zu Problemen mit dem Schlafen kann es kommen, wenn Ihr Kind unter großer Isolationsangst leidet, oder wenn es den ganzen Tag aktiv ist, sodass es ihm schwer fällt, genügend zu entspannen, um einzuschlafen.
Aber auch unter normalen Umständen ist es oft nicht leicht, ein Kind zum Schlafen zu bringen.
Die Schlafdauer variiert von Kind zu Kind,
... es können darüber keine pauschalen Angaben gemacht werden. Grundsätzlich lässt sich jedoch beobachten, dass Kleinkinder in der Regel eine Stunde weniger schlafen, als sie dies in der Baby-Zeit taten. Wenn Ihr Kleinkind aber im Baby-Alter ein Kurzschläfer war, kann es sein, dass es nun als Kleinkind mehr Schlaf benötigt.Um ein Kind zum Schlafen zu bringen, ja mehr noch:
Es auf Dauer ohne langwierige elterliche Unterstützung einschlafen zu lassen, bedarf es dreierlei: Disziplin, Routine und feste Schlafenszeiten.Bei der Routine handelt es sich um das, was Sie wahrscheinlich ohnehin jeden Abend machen: Sie machen Ihr Kind bettfertig, Sie wiegen es, Sie singen oder erzählen eine Geschichte.
Die Routine ist wichtig, damit sich Ihr Kind durch ein Ritual geborgen und angstfrei fühlen kann. Feste Schlafenszeiten erfüllen einen ähnlichen Sinn.
Wesentlich ist, dass Sie sich wirklich nach Ihrem Kind richten und Ihren Tagesablauf darauf abstimmen. Dazu ist es natürlich sinnvoll, dass Sie selbst einen strukturierten Tag haben. Für eine funktionierende Schlafroutine ist es wichtig, dass Sie Ihr Kind immer zur selben Zeit ins Bett bringen und nicht zwei Stunden später, weil Sie vorher keine Zeit hatten oder mit Ihrem Kind unterwegs waren.
Damit Ihr Kind auf Dauer durchschlafen kann
bzw. auch ohne Ihre Hilfe wieder einschläft, brauchen Sie Disziplin und das ist gar nicht so einfach, was viele Eltern wohl bestätigen können.Ziel Ihrer Bemühungen sollte es sein, dass Ihr Kind nach dem nächtlichen Erwachen wieder allein einschläft, doch der Weg dahin ist lang, denn bisher hat es sich an Ihre Nähe und Ihre Hilfe gewöhnt.
Sollten Sie Ihr Kind also einfach schreien lassen? Nein, ganz sicher nicht. Ihr Kind braucht das Gefühl, dass Sie für es da sind, wenn es Sie braucht. Entweder wird Ihr Kind jede Nacht noch viel verzweifelter schreien - und dies vielleicht für Jahre - oder frustriert und apathisch den Vertrauensverlust zu Ihnen hinnehmen.
Sollen Sie also Ihre eigene Nachtruhe auf Stunden unterbrechen und Ihr Kind in den Schlaf zurück wiegen? Nein, denn auch das ist auf Dauer kein Weg, weder für Sie als Eltern, noch für Ihr Kind.
Üben Sie also einen Kompromiss zwischen diesen beiden Extremen. Wenn Ihr Kind in der Nacht schreit, warten Sie nicht weniger aber auch nicht länger als fünf Minuten, bis Sie sein Zimmer betreten.
Nehmen Sie Ihr Kind nicht auf den Arm, lassen Sie es in seinem Bettchen, es sei denn, die Windel ist voll.
Bleiben Sie für eine Minute bei Ihrem Kind und geben Sie ihm Sicherheit durch Ihre Anwesenheit und einige beruhigende Worte. Sagen Sie dann gute Nacht und gehen Sie aus dem Raum.
Wiederholen Sie diesen Vorgang, sobald Ihr Kind wieder schreit.
Bei dieser Übung geht es darum, dass Ihr Kind begreift, dass es sich auf Sie verlassen kann, dass Sie da sind, wenn es Sie braucht. Für diese Übung benötigen Sie Disziplin: Es ist gar nicht so einfach, ein verzweifelt schreiendes Kind warten zu lassen. Aber auf Dauer wird sich diese Maßnahme für Sie und Ihr Kind lohnen.
Wenn Sie diesen Ablauf jedoch unterbrechen, zum Beispiel, indem Sie Ihr untröstliches Kind doch auf den Arm nehmen und umfangreich betutteln, ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit möglich, dass Sie mit der Übung wieder von Neuem - ganz am Anfang - beginnen müssen.
Wenn Sie Ihr Kind zu Bett gebracht haben, laufen Sie nicht auf Zehenspitzen herum und bemühen Sie sich nicht, keine Geräusche mehr zu machen. Ihr Kind beruhigt es, wenn es Sie hört und das Gefühl hat, dass Sie bei ihm sind.
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