
Schutz vor Gewalt und Missbrauch
Es ist mehr als wichtig, dass Sie Ihr Kind davor beschützen, mit Fremden mitzugehen, indem Sie ihm die richtigen Verhaltensregeln erklären und diese mit ihm einüben.
Doch sexueller Missbrauch wird meistens nicht von Fremden, sondern von Angehörigen, Freunden oder Nachbarn verübt - Menschen also, zu denen Ihr Kind Vertrauen hat.
Was ist nun die beste Methode, Ihr Kind gegen Missbrauch zu schützen, ohne dass ein generelles Misstrauen gegen nahe stehende Menschen aufgebaut wird?
Was ist der sicherste Schutz?
Den sichersten Schutz, den Sie Ihrem Kind geben können ist, wenn Sie ihm das Recht einräumen, klar und unmissverständlich NEIN sagen zu dürfen!
Erklären Sie Ihrem Kind, dass es das Recht hat, über seinen Körper selbst zu bestimmen! Deshalb hat es auch ein Recht, Berührungen, die ihm unangenehm sind, zurückzuweisen!
Wenn Sie Ihrem Kind das Recht auf seinen eigenen Körper einräumen, heißt dies natürlich auch, dass Sie selbst dieses Recht respektieren müssen.
Drängen Sie Ihrem Kind also weder den Kuss der Tante auf, noch fordern Sie selbst seine Zuwendung. Ihr Kind wird ohnehin aus freien Stücken sehr viel zärtlicher zu Ihnen sein, als wenn es das Gefühl hat, dass seine Zärtlichkeit verlangt wird.
Sollte Ihr Kind mit den Namen seiner Körperteile bereits vertraut sein, ist es richtig, wenn Sie Ihr Kind direkt erklären, dass es besonders Berührungen an Penis, Vagina oder Po ablehnen sollte. Ausnahme ist in diesem Fall lediglich, wenn eine Kindergärtnerin oder ein Babysitter beim Toilettengang behilflich ist!
Auch hat Ihr Kind das Recht, ein Geheimnis weiter zu erzählen, dass ihm von jemanden aufgedrängt wurde!
Oft wird sexueller Missbrauch dadurch verschleiert, dass der Täter die Geheimhaltung der Tat erzwingt, indem er das Opfer einschüchtert, ihm Mitschuld suggeriert oder ihm mögliche Strafen vor Augen führt, insbesondere dann, wenn es das "Geheimnis" weiter erzählt.
Gute und schlechte Geheimnisse
Erklären Sie Ihrem Kind deshalb den Unterschied zwischen guten und schlechten Geheimnissen! Ein gutes Geheimnis ist etwas, das für kurze Zeit zwischen wenigen Menschen geheim gehalten wird, um jemanden eine Freude zu machen, zum Beispiel ein Geburtstagsgeschenk. Ein schlechtes Geheimnis ist etwas, das niemandem Freude bereiten wird, niemals erzählt werden darf, und das vielleicht noch mit Drohungen und Strafe verbunden ist!
Indem Sie Ihrem Kind den Unterschied zwischen guten und schlechten Geheimnissen erklären, wächst die Wahrscheinlichkeit, dass Sie von Ihrem Kind von einem eventuellen sexuellen Übergriff erfahren.
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