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Schwanger - Was nun?

Für viele Frauen ist es der schönste Augenblick in ihrem Leben, wenn sie erfahren, dass sie schwanger sind.

Doch wenn Du noch minderjährig bist, zur Schule gehst oder gerade eine Ausbildung begonnen hast, dann ist diese Nachricht sicherlich erst einmal ein Schock.

Viele Fragen drängen sich auf: Wie soll ich für ein Kind sorgen, wenn ich selbst noch beinahe ein Kind bin? Wie verläuft eine Schwangerschaft? Wie kann ich finanziell für mein Kind sorgen? Soll ich eine Abtreibung vornehmen lassen oder nicht? Was sagen meine Eltern, mein Freund, meine Bekannten?

Gehe sicher, ob du wirklich schwanger bist!

Zunächst solltest Du feststellen lassen, ob Du wirklich schwanger bist. Manchmal bleibt die Periode nämlich auch aus anderen Gründen aus (z.B. Stress oder Krankheit) und die Furcht vor einer Schwangerschaft führt zu Stress, der dann für ein noch längeres Ausbleiben der Regel verantwortlich sein kann.

Anzeichen einer Schwangerschaft sind, wenn Dir oft übel ist, Deine Brüste spannen, du oft müde und schläfrig bist, wenn Du plötzlich sehr geruchsempfindlich bist und bestimmte Nahrungsmittel Dir Widerwillen bereiten.

Wenn Du den Verdacht hast, schwanger zu sein, solltest Du eine Untersuchung nicht mehr allzu lange vor Dich her schieben. (nur zur Information: Eine Schwangerschaftsunterbrechung ist bis zur zwölften Schwangerschaftswoche möglich.) Der Frauenarzt (Gynäkologe) kann eine Schwangerschaft rasch feststellen. Wenn Du zu keinem Arzt gehen willst, erhältst Du einen Schwangerschaftstest in jeder Apotheke rezeptfrei.

Im Falle einer Schwangerschaft

Wenn der Schwangerschaftstest positiv sein sollte - Du also schwanger bist - solltest Du aber unbedingt zum Frauenarzt gehen, um das Ergebnis noch einmal zu überprüfen und das weitere Vorgehen zu besprechen.

Wenn Du schwanger sein solltest, gibt es für Dich drei Alternativen, die Du Dir in aller Ruhe überlegen solltest.

Zum einen kannst Du das Kind austragen und es selbst aufziehen. Du benötigst weder das Einverständnis Deiner Eltern noch das des Kindsvaters.
Die zweite Möglichkeit ist, das Kind auszutragen und es für eine Weile einer Familie zur Pflege anzuvertrauen, bis Du selbst für das Kind sorgen kannst. Auch kannst Du das Kind nach der Geburt zur Adoption freigeben.
Die dritte Möglichkeit besteht darin, das Ungeborene abzutreiben.

Schwierige Entscheidung

Alle Möglichkeiten haben bestimmte Nachteile, die Dich womöglich seelisch schwer belasten werden. Deshalb solltest Du Dich unbedingt einem Menschen - Deinen Eltern, einer Freundin, dem Freund oder den Fachkräften einer Beratungsstelle - anvertrauen, damit Du über Deine Gefühle sprechen und Dir über eine Entscheidung klar werden kannst.

Die Entscheidung für eine der drei Möglichkeiten ist nicht leicht:
Ein Kind aufzuziehen, ist sehr schön, bedeutet aber auch sehr viel Arbeit und Stress. Du solltest den Alltag einer Mutter nicht unterschätzen und unbedingt realistisch bleiben: Ein Kind muss Tag und Nacht versorgt werden. Und das über lange Jahre hinweg. Das hat entscheidende Konsequenzen für Dein Leben, Deine Berufsausbildung und Deine Freizeitgestaltung.

Das Wohl des Kindes an erster Stelle

Aber wichtiger ist das Wohl des Kindes: Ein Kind, das ungewollt geboren wird und von einer unzufriedenen, gestressten Mutter aufgezogen wird, hat es im Leben nicht leicht, denn aus Lieblosigkeit entstehen oft ernste psychologische Probleme. Schließlich braucht jeder schon in frühester Kindheit ein Umfeld, in dem er akzeptiert und geliebt wird, wie er ist.

Wenn Du diese Grundvoraussetzung nicht garantieren kannst, ist die Freigabe zur Adoption oder die Unterbringung bei Pflegeeltern zu erwägen. Die Nachteile dieses Modells liegen aber darin, dass Du als Mutter unter Umständen sehr darunter leiden wirst, wenn Du Dein Kind weggibst. Auch Abtreibungen werden seelisch nicht immer gut verkraftet, auch wenn man dieser Möglichkeit vom Verstand her positiv gegenüber steht.

Beratungsgespräche helfen!

Um für Dich eine Entscheidung zu treffen, kannst Du Dich an ProFamila wenden. (Adressen in Deiner Nähe: www.profamilia.de.) In einem individuellen Beratungsgespräch kannst Du Dich über die verschiedenen Möglichkeiten genauer informieren. Hier erfährst Du von erfahrenen Beratern, was es bedeutet, ein Kind aufzuziehen und was für organisatorische und finanzielle Unterstützung Du erwarten kannst.

Wenn Du Dich für eine Pflegschaft oder für die Adoption entscheiden möchtest, werden Dir die entsprechenden Wege gezeigt und Adressen vermittelt.
Wenn Du Dich für eine Abtreibung entscheiden möchtest, werden Dir die Berater vorurteilsfrei Auskunft geben, wie eine Schwangerschaftsunterbrechung vorgenommen wird und wo Du sie durchführen lassen kannst.

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