
Serie: Schulprobleme
- Überforderung und Stress
- Schwierigkeiten mit Lehrern oder Mitschülern
- Wann ist Nachhilfe sinnvoll?
- Hausaufgaben und Schularbeiten
Schwierigkeiten mit Lehrern oder Mitschülern
Treten in der Schule Schwierigkeiten auf, wird von Eltern und Schülern gerne die Schuld auch beim Lehrer gesucht.In der Tat kommt es vor, dass Lehrer nicht immer pädagogisch sinnvoll arbeiten, mit dem Stoff zu schnell voranschreiten und nicht genügend auf den Einzelnen und seine Probleme eingehen.
Die Lehrer reagieren auf diesen Vorwurf mit dem Hinweis, dass dieses Verhalten durch den straffen Lehrplan und überfüllte Klassen begründet sei. Und diese Gründe sind tatsächlich nicht von der Hand zu weisen.
So mancher Lehrer hat mit viel Idealismus seinen Job angetreten und ist nach wenigen Schuljahren deprimiert, weil er seine Vorstellungen von gutem Unterricht, Förderung und Gerechtigkeit nicht umsetzen konnte.
Auch ein Lehrer kann nur in den Grenzen agieren, die das Schulsystem auferlegt.
Doch natürlich gibt es auch den pädagogisch unqualifizierten Lehrer, wie wir ihn alle aus der eigenen Schulzeit kennen. Jede Unterrichtsstunde bei ihm kann zur Qual werden.
Die Inkompetenz eines Lehrers lässt sich in der Regel schlecht nachweisen:
Schließlich erhält nur ein geringer Prozentsatz Schüler schlechte Noten, während die anderen Schüler recht gut dem Unterricht folgen können.Ein Lehrer, der seinen Stoff nicht gut vermitteln kann, erfordert von den Schülern letztendlich ein großes Stück Mehrarbeit. Gelingt es dem Schüler, sich dem Unterrichtsstil eines schlechten Lehrers anzupassen, kann er die Defizite eines schlechten Unterrichts durch eigene Anstrengung, z. B. intensive Hausarbeiten oder Nachhilfe, durchaus wettmachen. Aber nicht jedes Kind ist dazu in der Lage. Und dies kann auch nicht per se verlangt werden!
Seien Sie verständnisvoll, wenn Ihnen Ihr Kind von seinen Schwierigkeiten mit einem solchen Lehrer berichtet. Lassen Sie sich die Durchführung des Unterrichts genau schildern und versuchen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind eine Lösung zu finden. Berichten Sie auch aus Ihrer eigenen Schulzeit. Sicherlich hatten auch Sie einmal einen Lehrer, mit dem Sie nicht zurechtgekommen sind. Wie haben Sie das Beste daraus gemacht?
Sehr selten kommt es vor, dass ein Lehrer einen Schüler nicht leiden kann und deshalb schlechte Noten verteilt. Hat Ihr Kind diesen Verdacht, sollten Sie unbedingt mit dem Lehrer sprechen. Häufig liegt nur ein Missverständnis vor!
Auch Schwierigkeiten mit den Mitschülern können sich indirekt auf die Leistungen Ihres Kindes in der Schule auswirken.
Ist Ihr Kind scheu oder hat es sich zu einem Einzelgänger entwickelt, der von seinen Mitschülern gehänselt wird, kann dies eine große Schulangst hervorrufen, unter der auch die Noten leiden.
In fast jeder Klasse gibt es einen Außenseiter, denn ein "schwaches" Kind wird sich oft von den Mitschülern als Sündenbock herausgepickt. Es ist dann sehr schwer, sich aus dieser Rolle wieder zu befreien, besonders dann, wenn sich diese Rolle bereits verfestigt hat und vom Betreffenden selbst angenommen wurde.
Wichtig ist dann, dass Sie mit dem Klassenlehrer sprechen,
damit der Lehrer einen Weg sucht, das Kind innerhalb der Schule besser zu integrieren, eventuell das Problem mit der Klasse bespricht. Und wenn gar nichts mehr geht: Den Wechsel in eine Parallelklasse ermöglicht.Sie als Eltern können sich bemühen, die Kontakte zu Freunden und Mitschülern zu verbessern, indem Sie Ihr Kind vorschlagen, Klassenkameraden einzuladen. Besprechen Sie auch mit anderen Eltern das Problem der Ausgrenzung.
Erfolgserlebnisse außerhalb der Schule
Manchen Kindern hilft es auch, sich in einem Sportverein zu engagieren, damit sie mehr Erfolgserlebnisse außerhalb der Schule haben und sehen, dass sie innerhalb eines Verbundes Gleichaltriger nicht automatisch die Rolle eines Außenseiters annehmen müssen. In jedem Fall sollten Sie sich bemühen, das Selbstwertgefühl Ihres Kindes durch ehrliches Lob und Unterstützung zu stärken.Wolfgang Raudschus, raudschus@kinder.de
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