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Serie: Impfen




Gegen was wird geimpft und wie funktioniert es?

Vor gut zweihundert Jahren wurde zum ersten Mal geimpft.
Seitdem wurden immer mehr Impfseren entwickelt und zum Einsatz gebracht.

Epidemiologen wollen durch das Impfen nicht nur den Einzelnen vor Krankheiten schützen. Längerfristiges Ziel ist es, bestimmte Krankheitserreger zu eliminieren. Dies funktioniert nur, wenn sich ca. 95 % der Bevölkerung impfen lässt.

In Deutschland gibt es keinen Impfzwang, dafür aber von den Gesundheitsbehörden herausgegebene Impfempfehlungen.

So werden für die ersten Lebensjahre von der STIKO (Ständige Impfkommission) zahlreiche Impfungen empfohlen und zwar gegen: Hepatits B, Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Haemophilus Influenza Typ b, Kinderlähmung, Masern, Mumps und Röteln.

Was geschieht beim Impfen?

Bei der Impfung werden abgetötete oder abgeschwächte Krankheitserreger (Bakterien oder Viren) oder deren Gifte injiziert, damit der Organismus Antikörper produziert. Der Organismus wird durch die Impfung gegen den Krankheitserreger immun.

Die ständige Impfkommission empfiehlt Impfungen gegen folgende Krankheiten.

Diphtherie

Diphtherie ist eine schwere Infektionskrankheit, die von Mensch zu Mensch durch Tröpfchen-Infektion übertragen wird.

Der Erreger, ein Bakterium, setzt sich auf den Schleimhäuten der Nase und des Rachens, des Kehlkopfs und der Haut ab und produziert dort Gifte, die zum Anschwellen der Schleimhaut führen. Es kommt zu Atemnot, Tod durch Ersticken droht.

Diphtherie ist in Deutschland seltener geworden. Ansteckungsgefahr besteht vor allen Dingen bei Reisen. Deshalb wird eine Auffrischungsimpfung alle 10 Jahre gegen Diphtherie auch für Erwachsene empfohlen.

Wundstarrkrampf (Tetanus)

Tetanusbakterien, die in Schmutz, Straßenstaub und Tierexkremten vorkommen, können zu einer Infektion führen, die steife Muskeln und schwere Muskelkrämpfe zur Folge hat. Eine Tetanusinfektion verläuft in 50 % der Fälle tödlich.

Keuchhusten (Pertussis)

Keuchhusten ist eine hoch ansteckende Infektionskrankheit, die durch Bakterien verursacht und durch Tröpfchen-Infektion übertragen wird. Besonders Säuglinge und Kleinkinder sind gefährdet. Die Erreger befallen Nase, Rachen, Luftröhre und Lunge. Es kommt zu Atemnot, Atemstillstände oder einer Lungenentzündung.

Keuchhusten wird als möglicher Auslöser von Asthma diskutiert. In einem Prozent der Krankheitsfälle führt Keuchhusten zum Tode.

Haemophilus Influenza Typ b

Hib-Bakterien können zu zwei verschiedenen Krankheitsbildern führen: Entweder zur eitrigen Hirnhautentzündung (Meningitis) oder zu einer Kehlkopfentzündung.

Eine Kehlkopfentzündung kann zum Ersticken, die Hirnhautentzündung zur körperlichen und geistigen Behinderung - aber auch zum Tode führen.
In erster Linie sind Kinder bis zum sechsten Lebensjahr gefährdet.

Kinderlähmung (Poliomyelitis)

Bei der Kinderlähmung handelt es sich um eine Virusinfektion, die in mehr als 95 % der Fälle harmlos verläuft.

In schweren Fällen kann es jedoch zu einem Befall des Zentralnervensystems kommen, was Lähmungen zur Folge hat.
Der Virus kann durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion von Mensch zu Mensch übertragen werden.

In Deutschland tritt die Kinderlähmung nur noch selten in Erscheinung. Eine Infektion durch Reisen ist aber dennoch denkbar.

Hepatitis B

Hepatits B ist ein Virus, der durch den Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen wird und zur Leberentzündung führt.
Hepatits B ist hoch ansteckend.

Bei Kindern verläuft die Infektion oft unbemerkt. Eine chronische Infektion kann jedoch zu Leberzirrhose oder Leberkrebs führen.

Röteln

Röteln verursachen einen feinen fleckigen Ausschlag, der meist hinter den Ohren beginnt. Es kommt zu Drüsenschwellungen am Hals, einer kurzen Fieberzeit und leichten Erkältungsbeschwerden. Die Krankheit dauert um zehn Tage an, die Ansteckungsgefahr ist dann vorbei.

Manchmal verlaufen Röteln auch völlig unentdeckt.
Röteln gehören zu den harmloseren Kinderkrankheiten, allerdings können sie, wenn sie bei einer erwachsenen Frau in den ersten Schwangerschaftswochen auftreten, zu Missbildungen des Embryos führen.

Eine natürliche Immunisierung durch Krankheit ist nur selten möglich, da Röteln in größerem Ausmaß nur alle paar Jahre auftreten.
Deshalb wird von der STIKO eine Impfung empfohlen.

Masern

Masern haben eine Inkubationszeit von zehn bis elf Tagen. Das heißt, dass nach einer Ansteckung zehn bis zwölf Tage vergehen können, bevor die ersten Symptome sichtbar werden.

Augenentzündungen, Schnupfen und Husten, rostroter Ausschlag der Haut und der Schleimhäute, sowie Fieber sind üblich.

Masern sind eine stark ansteckende Virusinfektion. Die Möglichkeit einer Hirn-, Lungen- oder Mittelohrentzündung ist beträchtlich.

Mumps

Mumps wird im Volksmund auch Ziegenpeter genannt. Bei dieser Virusinfektion kommt es nach einer dreiwöchigen Inkubationszeit zu Fieber und einer Schwellung der Ohrspeicheldrüse, die Kau- und Schluckbeschwerde nach sich ziehen kann.

Komplikationen drohen durch eine mögliche Hirnhautentzündung, die zu einem bleibenden Innenohrschaden führen kann.

Gefährlich ist Mumps, weil bei älteren Jungen Hodenentzündungen auftreten können, die zu einer Unfruchtbarkeit führen können. Um dies zu vermeiden, wird eine Impfung empfohlen.

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