
Serie: Papa werden ist nicht schwer...
- Ich bin verheiratet, habe einen tollen Job und wünsche mir ein Kind!
- Ich bin Papa!
Ich bin verheiratet, habe einen tollen Job und wünsche mir ein Kind!
Ja ja ... Papa sein dagegen sehr...
Jeder Papa kann bestimmt ein Lied davon singen.
Auch ich kann ein Lied singen: Aber es geht ein bißchen anders:
Ich bin seit 11 Jahren wirklich glücklich mit meiner Frau verheiratet. Und ich bin geschäftlich sehr erfolgreich. Einziges Manko: Ich wünsche mir ein Kind!
Was so unglaublich klingt: Auch Männer haben manchmal das gleiche zu durchleiden wie Frauen. Ich wünsche mir sehnlichst ein Kind und ich liebe meine Frau. Meine Frau kann Kinder ebenfalls sehr gut leiden, sich aber keinesfalls vorstellen, ein Kind zu "haben".
Auch das gibt es. Ich habe inzwischen akzeptieren gelernt, dass es meiner Frau absolut nicht möglich ist, ein Kind bekommen zu wollen (wie auch immer das für die vielen kinderwollenden Frauen klingen mag).
Aber wie es das Schicksal so will, ich wünsche mir Kinder mehr als sonst irgendwas in der Welt! Ich bin total unglücklich! Nicht nur eben aus Einbildung oder weils grade im Moment so weh tut, wirklich nicht, mir fehlt einfach wirklich was!
Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass ich ohne Kinder alt werden soll, und dabei bin ich inzwischen schon 36!. Andererseits kann ich mir aber keinen anderen Menschen an meiner Seite vorstellen als meine wirklich trotz allem so verständnisvolle und (ansonsten) so aufopferungsbereite liebe Frau.
Was mir diesbezüglich aufgefallen ist: Wenn es um den unerfüllten Kinderwunsch geht, ist eigentlich immer vom Ausbleiben der Schwangerschaft die Rede, kaum von anderen Problemen.
Wie gehen Männer mit dem unerfüllten Kinderwunsch um, wenn der Grund mal nicht die Biologie ist, und ausnahmsweise mal die Frau die Rolle des Mannes einnimmt, der "um Himmelswillen jetzt doch noch" kein Kind will (oder vielleicht nie)? Ich will doch nicht wirklich annehmen, dass ich damit der Einzige weit und breit bin?
Und Euch (hoffentlich) glücklichen Papas und Opas möchte ich am liebsten zurufen, wie sehr ich Euch beneide. Natürlich weiss ich genau, wie sich das für Euch anhört: "Hab der erst mal diese Nervensägen am Bein". Genauso gut weiss ich, dass das Leben dort am schönsten schillert, wo man grade nicht hin kann.
Aber vielleicht kann ich doch einen kleinen Beitrag dazu leisten, die Dinge auch mal von einer anderen Seite zu sehen:
Den vielen Frauen, die keine Kinder bekommen können:
Es gibt auch Männer, die keine Kinder bekommen können.
Den vielen Männern, die keine Kinder ("jetzt doch noch nicht") haben wollen: Nicht alles liegt in unserer männlichen Macht. Ich denke mir manchmal (und meine liebe Gattin möge mir verzeihen), wären wir doch nur nicht so super weise und vorausschauend an unser Leben herangegangen... dann hätte sich das Leben schon irgendwie in unserem Sinne entschieden und wir hätten uns genauso mit der gleichen Liebe, die wir auch jetzt füreinander empfinden, darin zurechtgefunden... (Das zum Thema Familienplanung, für mich inzwischen ein Reizwort!)
Ach ja: Und natürlich den vielen Vätern und Müttern: Werdet niemals betriebsblind! Denkt immer daran, wie sehr Ihr Eure Kinder wirklich liebt, und vergesst nie, es Ihnen zu zeigen.
Das sagt Euch einer, der es wirklich nicht besser weiss... wie auch.
Autor: Rene Gerisch (Email schreiben)
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