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Serie: ADHS/ADS




ADHS bei Kleinkindern

ADHS bzw. ADS ist die Abkürzung für den deutschen Ausdruck "Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom" und bezeichnet ein klinisches Syndrom, das durch Beeinträchtigungen der Konzentrations- und Daueraufmerksamkeit, durch eine Störung der Impulskontrolle, Stimmungsschwankungen sowie unter Umständen auch durch extreme Unruhe oder Hyperaktivität gekennzeichnet ist.

Meist stehen Familien mit einem ADHS-Kind unter starker Belastung, da das besondere Verhalten des Kindes aus Unwissenheit oft als "Erziehungsfehler" gesehen wird.

Zu den anstrengenden Aufgaben der Erziehung eines ADHS-Kindes kommt dann noch die ablehnende Haltung der Außenwelt, die zu großem psychischen Druck für alle Familienangehörigen führen kann. ADHS sollte aber nicht nur als Defizit, als Störung betrachtet werden.

Diese hochsensiblen Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen haben durchaus auch ihre Stärken, von denen andere viel lernen können.

Sie sind meistens sehr kreativ und fantasievoll, sie erspüren Stimmungen und Stimmungsumschwünge sehr schnell und fallen durch ihre extrem hohe Hilfsbereitschaft auf.

Sind sie von einem Thema gefesselt, so können sie sich bis zur Selbstaufgabe hinein vertiefen und erstaunliche Ergebnisse und Erkenntnisse erarbeiten.

Woran erkenne ich, ob mein Kind ADHS hat?

Eine schnelle Antwort auf diese Frage zu finden ist schwer, da es ADHS in verschieden starken Ausprägungen gibt, sowie mit oder ohne Hyperaktivität. Das genaue Beobachten des Kindes und seiner Entwicklung ist notwendig, um die Diagnose ADHS zuverlässig stellen zu können.

Es muss unterschieden werden zwischen dem hyperaktiven und dem träumenden Kind

Es muss darüber hinaus unterschieden werden zwischen den unruhigen "Störenfrieden", die ein abweichendes Schlafverhalten haben, jedes Glas umwerfen, ihre Meinung permanent äußern, ständig Herumzappeln und ihre Freunde und Familie oft an die Grenzen der Belastbarkeit bringen, und den vor sich hinträumenden stillen Kindern, die morgens niemals rechtzeitig fertig werden, stundenlang mit einem Farbstift im Unterricht Männchen malen und grundsätzlich die Hausaufgaben für den nächsten Tag vergessen.
Beide Typen können das ADHS-Syndrom haben, jedoch in unterschiedlicher Ausprägung.
Die Diagnose kann nur ein erfahrener Arzt stellen.

Oft wird ADHS erst im Schulalter festgestellt, die typischen Symptome bestehen aber in der Regel schon eine ganze Weile vorher.

Dies hat unterschiedliche Gründe. Zum einen sind die Anforderungen an Kinder im Vorschulalter noch nicht so groß. Der Kindergarten bietet einen Freiraum, in dem auch sehr unruhige, hyperaktive Kinder Möglichkeiten finden, ihren Bewegungsdrang auszuleben.

Eine zielgerichtete Konzentration oder Daueraufmerksamkeit wird selten konsequent von den Kindergartenkindern erwartet. Wer nicht basteln möchte, der rennt eben noch etwas im Garten herum.

Besonders bei Jungen, bei denen statistisch gesehen das ADHS-Syndrom mit Hyperaktivität wesentlich häufiger festgestellt wird, fällt es nicht besonders auf, dass sie den ganzen Tag mit dem Fußball durch den Garten toben.

Und die stillen, verträumten Kinder, die sich sehr viel mit sich selbst beschäftigen und niemandem zur Last fallen, werden sowieso nicht als verhaltensauffällig angesehen.

Beispiel: ADHS - Littles / bis 5 Jahre

Lukas ist vier Jahre alt und macht den Eindruck, als stehe er ständig unter Strom.

Der schmächtige Junge ist den ganzen Tag in Bewegung und hält seine Mutter auf Trab. Auf einer Familienfeier seiner Großmutter, bei der zahlreiche Onkel und Tanten anwesend sind, spielt Lukas fast ohne Pause drei Stunden Fußball abwechselnd mit allen Männern, die sich zur Verfügung stellen.

Während die Erwachsenen einer nach dem anderen "schlapp" machen und sich den Schweiß von der Stirn wischen, plappert Lukas ununterbrochen fröhlich drauf los und nimmt für seine Fußballschüsse auch beim 100sten Schuss noch voller Energie 10 Meter Anlauf. Abends fällt er dann todmüde ins Bett und schläft wie ein Stein die Nacht durch.

Bei einem Kleinkind mit ADHS/Hyperaktivität bis circa drei Jahren ist eine ständige Kontrolle und Wachsamkeit von Erwachsenen notwendig, um schlimme Unfälle zu vermeiden.

Dieser sehr anstrengende Alltag mit hyperaktiven Kindern, der häufig auch von unruhigem und kurzem Schlaf begleitet wird, bedeutet für Eltern eine große Belastung. Sie sollten deswegen darauf achten, jede Ruhephase ihres Kindes zu nutzen, um selber eine Pause einzulegen und neue Kräfte zu schöpfen.

Nichts ist in dieser Zeit wichtiger, als die nötige Stärke, Ruhe und Gelassenheit zu bewahren, die mit einem anstrengenden Kind täglich auf die Probe gestellt wird.

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