
Serie: Geschwister
Wann ist der beste Zeitpunkt?
Haben Sie den Wunsch, nicht nur mit einem, sondern vielleicht mit zwei, drei, vier und mehr Kindern Ihr Leben zu teilen? Dann machen Sie sich gewiss nicht nur über den richtigen Zeitpunkt Gedanken, sondern auch darüber, wie Ihr Kind auf die neue Situation reagieren wird.Es besteht kein Zweifel:
Für das Leben Ihres Kindes kann es auf Dauer eine Bereicherung sein, wenn es Geschwister bekommt.Mit Geschwistern kann man spielen, Geheimnisse teilen, Geschwister können sich gegenseitig helfen und unterstützen.
Doch auf der anderen Seite ist auch dies eine Tatsache: Kinder, die mit einem neuen Geschwisterchen konfrontiert werden, leiden unter heftigen Rivalitätsgefühlen!
Geschwisterrivalität
Geschwisterrivalität wird gerne unter den Teppich gekehrt, ist aber eine unumstößliche Tatsache. Jedes Kind sehnt sich nach der ungeteilten Liebe seiner Eltern! Davon etwas abzugeben, fällt jedem Kind schwer.Sie können also davon ausgehen, dass Ihr Kind zunächst unter dem neuen Familienzuwachs leiden wird.
Doch sollten Sie auf keinen Fall auf Ihren Kinderwunsch verzichten, um die Gefühle Ihres Kindes zu schonen.
Ungeteilte Liebe ist ein Privileg der Babyjahre, in denen man von seinen Eltern umhegt und umsorgt wird.
Wir müssen uns damit abfinden, dass die ungeteilte Liebe eines anderen Menschen in späteren Jahren ein Wunschtraum bleibt. Dies ist eine traurige Tatsache, denn oft sehnen wir uns sogar als Erwachsene immer noch nach einer absoluten und ungeteilten Liebe!
Diese Illusion aufzugeben, ist eine Herausforderung, die wir alle irgendwann, also auch Ihr Kind, bewältigen müssen.
Um diese Aufgabe zu meistern, ist es wichtig, dass Ihr Kind weiß, das auch wenn es Ihre Liebe mit einem Bruder oder einer Schwester teilen muss, es doch immer noch genauso von Ihnen geliebt wird, dass Sie für es da sein und es unterstützen werden!
Sicherlich gibt es einen Lebensabschnitt, in dem die Rivalitätsgefühle Ihres Kindes besonders groß sein werden. Experten gehen davon aus, dass dies bei einem Altersabstand von etwa zwei Jahren der Fall sein wird.
Der Altersunterschied
Bei einem Altersunterschied von drei bis vier Jahren nehmen die Rivalitätsgefühle bereits ab, bei einem Altersabstand von mindestens fünf Jahren spielen Rivalität und Eifersucht häufig nur noch eine untergeordnete Rolle, ja das ältere Kind beteiligt sich sogar mit Vorliebe an der Babypflege und hilft gerne.Doch Sie sollten bei Ihrer Entscheidung auch an sich selbst denken: Wenn Sie ein zweites Kind im zweijährigen Abstand planen, nimmt auch die seelische und körperliche Belastung für Sie als Eltern zu, schließlich hatten Sie noch keine Ruhepause. Sie sind erst seit Kurzem aus dem Gröbsten heraus und hatten noch keine Gelegenheit seelisch und körperlich wieder voll aufzutanken.
Planen Sie ein Kind nach drei bis vier Jahren, besteht der Vorteil, dass Ihre Kinder zwar noch miteinander spielen können, Sie aber auch wieder belastbarer sind, zumal eines der Kinder bald den Kindergarten besuchen wird.
Bei einem größeren Altersabstand sind Sie als Eltern vielleicht ruhiger und gelassener, doch besteht die Gefahr, dass die Kinder nichts miteinander anzufangen wissen.
Für die Planung eines zweiten Kindes kann es also keine Faustregel geben. Allein Ihre persönlichen Bedürfnisse sind entscheidend!
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