
Serie: Psychomotorik
Psychomotorik - Was ist das?
Die Lebensbedingungen unserer Kinder haben sich sehr verändert. Leider führte dies zu einer Verknappung der Bewegungsangebote. Die vielfältigen Bewegungsanlässe bestehen heute nicht mehr, so musste z. B. die schöne große Wiese einem Parkplatz weichen oder das Waldstück dem Neubaugebiet.Heute ist die Dorfschule Seltenheit und die Kinder haben schon lange Bus- oder Autofahrten hinter sich, bis sie die Schule erreichen. Leider ist in den meisten Wohnungen, der kleinste Raum nach dem Gäste- WC das Kinderzimmer, usw. Dies sind nur einige wenige Beispiele für die Einschränkung der Bewegungsfreiheit unserer Kinder.
Dass diese Defizite Auswirkungen haben müssen, wird uns spätestens dann deutlich, wenn unsere Kinder in jungen Jahren schon gesundheitliche Probleme haben.
So führen gerade Übergewicht, Ausdauer- und Haltungsschwächen die Hitliste der Ergebnisse bei den jährlichen Einschuluntersuchungen an.
Doch gerade aus den Defiziten, die Kinder in der Bewegung haben, resultieren sehr oft weitreichende Auffälligkeiten in der Seele und dem Geist der Kinder. Ganz abgesehen von dem gesundheitlichen Aspekt der Bewegung.
Viele Verhaltensauffälligkeiten haben somit ihren Ursprung in dem Bewegungsmangel bzw. in den Wahrnehmungsstörungen.
Somit wird auch deutlich, dass Kindern nur eine gesunde Entwicklung zu Gute kommen kann, wenn diese beiden Bereiche genügend gefördert werden.
Experten fordern schon seit Jahren, mehr Bewegung in das Kinderleben zu bringen, denn die Zusammenhänge von Bewegung, Wahrnehmung, Lernverhalten und Intelligenz sind mittlerweile bewiesen.
In vielen Untersuchungen hat man festgestellt, dass gewisse Bereiche der Bewegung und Wahrnehmung eng mit dem Problem Lernschwierigkeit zusammenhängen.
Somit werden Kinder auch oft in eine Rolle gedrängt, die sie dann lange Zeit spielen müssen. Darunter leidet besonders das Selbstbewusstsein und die Kinderseele nimmt teilweise großen Schaden.
Diese Probleme äußern sich dann wiederum in Verhaltensauffälligkeiten, womit das mangelnde Selbstbewusstsein kompensiert wird.
Dieses Erziehungsprinzip, das die Verbindung des Körperlichmotorischen mit dem Geistigseelischen darstellt, nennt man Psychomotorik.
Psychomotorik besteht aus vielen Bausteinen
Die Psychomotorik besteht aus vielen Bausteinen, wobei nachfolgend die meisten genannt seien: Grobmotorik, Feinmotorik, Gleichgewicht, Konzentration, Entspannung, Wahrnehmung, Reaktion, Ausdauer, Koordination und Geschicklichkeit.Diese Bausteine bilden das "Fundament" für die gesunde Entwicklung unserer Kinder. Je mehr von diesen Bausteinen nicht ausgeprägt oder gar nicht vorhanden sind, desto instabiler wird der Aufbau, nämlich die Fertigkeiten, die unsere Kinder ab dem Schulalter lernen. Und die Auswirkungen der Defizite zeigen sich früher oder später.
Oft hat sich jedoch herausgestellt, dass die ersten großen Schwierigkeiten in der Grundschulzeit auftauchen.
Verwechseln der Buchstaben
Da wundern sich Eltern plötzlich, warum ihr Kind immer noch die Buchstaben "d" und "b", "q" und "p" verwechselt. Dies ist nur ein Beispiel von vielen, die uns Eltern Sorgen machen, weil wir denken, unser Kind könnte "dumm" sein.Da nimmt man sich besonders viel Zeit, um gemeinsam Hausaufgaben zu machen und es raubt den Eltern fast den letzten Nerv, weil auch die täglichen Diktate nach 2 Wochen nichts geholfen haben. Das können sie auch nicht, denn viele Fähigkeiten und Fertigkeiten bauen auf dem Fundament auf und genau diese Lücke muss dort erst beseitigt werden.
Das Verwechseln der Buchstaben "d", "b", "q" und "p" basiert z. B. auf einer Störung des Lagesinns. Diese vier Buchstaben haben eine Form, doch durch Drehen oder Spiegeln, werden daraus 4 verschiedene Buchstaben.
So gibt es noch eine Fülle von Beispielen, wo sich Bewegungsdefizite in Lernschwierigkeiten ausdrücken, unter anderem Konzentrationsschwäche, Aggressivität, Ungeduld, Hyperaktivität, Sprachprobleme und andere.
Sie sehen, das Zusammenspiel von Wahrnehmung und Bewegung ist unerlässlich für eine gesunde Entwicklung unserer Kinder.
Einige Institutionen wie Turnvereine, Kindergärten und Grundschulen haben dies erkannt und ihr Konzept auf eine psychomotorische Basis gestellt.
Mit den im Folgenden dargestellten Spielen haben Sie die Möglichkeit, Ihre Kinder in der gesunden Entwicklung zu unterstützen, bevor Verhaltensauffälligkeiten entstehen. Selbstverständlich dienen diese Spiele auch dazu, dass gezielt ein Bereich gefördert werden kann, wenn ein erkennbares Defizit vorliegt.

