
Serie: Ihr Kind im 5. Lebensjahr
Sicherheit
Die Sicherheit Ihres Kindes steht an erster Stelle. Alle anderen Erziehungsaufgaben treten unter diesem Gesichtspunkt zunächst in den Hintergrund.In jüngeren Jahren hat Ihr Kind keine Straße überquert, ohne nach Ihrer Hand zu greifen. Es hat sich Ihnen zu Gefallen an Ihre vorgegebenen Sicherheitsregeln gehalten, sofern es konnte.
Mit vier Jahren beginnt Ihr Kind nun besser zu verstehen, warum es vorsichtig sein soll, und worin Gefahren überhaupt bestehen können. Gleichzeitig macht sich Ihr Kind diese Regeln immer mehr zu Eigen, hält sich also nicht nur daran, um Ihnen zu gefallen, sondern Ihr Kind verinnerlicht diese Regeln mehr und mehr.
Erläutern Sie die drohende Gefahren
Voraussetzung für das Verständnis Ihres Kindes ist natürlich, dass Sie ihm drohende Gefahren erläutern, sodass es Gefahrensituationen verstehen und später selbst erkennen kann.Doch ist es empfehlenswert, wenn Sie bei Ihren Erklärungen nicht gleich den Teufel an die Wand malen.
"Wenn du dich über die Brüstung lehnst, könntest du fallen und wirst dir den Hals brechen und sterben", sind Worte, die dazu beitragen könnten, Ihr Kind in eine dauerhafte Lebensangst zu versetzen.
Sagen Sie lieber: "Wenn du dich über die Brüstung lehnst, könntest du fallen und dir weh tun."
Diese Worte sollten eigentlich dazu ausreichen, dass Ihr Kind den Wunsch entwickelt, in dieser Situation vorsichtig zu sein, bzw. diese Situation zu meiden.
Machen Sie Ihrem Kind klar, dass Ihre Vorsichtsmaßnahmen nicht dazu da sind, ihm Freude und Spaß zu nehmen, sondern nur zu seiner eigenen Sicherheit.
Um Ihr Kind zum Erkennen gefährlicher Situationen zu erziehen, müssen Sie seinen eigenen Instinkt stärken. Helfen Sie Ihrem Kind, seine eigene innere Stimme zu entwickeln, sodass es Gefahren realistisch einschätzt, weder zu fremden Menschen in Auto steigt, noch nah am Flussufer spielt.
Erproben Sie das Gefahrenbewusstsein Ihres Kindes durch spielerische Fragen.
- "Was würdest du tun, wenn jemand in den Kindergarten kommt und sagt, dass du mit ihm nach Hause gehen sollst?"
- "Was würdest du tun, wenn dein Ball auf die Straße rollt?"
- "Was würdest du tun, wenn wir uns im Kaufhaus verlieren?"
- "Was würdest du tun, wenn dir ein Glas herunterfällt und in Scherben geht?"
Sie können Ihr Kind vor Unfällen und Gefahren nicht hundert Prozent schützen. Die einzige Möglichkeit dazu läge darin, es in seinem Zimmer einzuschließen!
Grenzen selbst entdecken
Doch dies ist natürlich völlig unsinnig. Ihr Kind muss seine Fähigkeiten erproben und seine Grenzen selbst entdecken.Beschützen Sie Ihr Kind also nicht in übertriebenem Maße: Ein kleiner Unfall kann Ihr Kind auch sensibler für gefahrvolle Situationen machen. Wichtig allein ist, dass Sie Ihr Kind vor den großen Gefahren des Lebens bewahren, nämlich die, die sein Leib und Leben, sowie seine seelische Gesundheit dauerhaft gefährden.
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