
Reportage: Rollstuhlbesuch in Berlin / Barrierefreie Tourismusangebote in Berlin
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Seite 3: Sightseeing vom Wasser aus...
Nun wollten wir uns die Hauptstadt von der Spree aus anschauen. Im Internet hatte ich recherchiert, dass am Haus der Kulturen der Welt eine behindertengerechte Anlegestelle von Ausflugsschiffen ist. Dort angekommen sagte man uns aber, dass der Einstig mit dem Rollstuhl „ja immer etwas schwierig“ sei, wir an der falschen Anlegestation seien und zu einer anderen gehen sollten. Ja, mit dem Rolli ist alles immer etwas schwieriger, aber aufs Schiff wollten wir trotzdem, auch ohne Hilfe der Reederei-Mitarbeiter, denn die wurde uns gar nicht erst angeboten. Immerhin wurde uns aber gesagt, wo wir den Rollstuhl abstellen konnten.
Die Fahrt dauerte eine Stunde. Entlang des Nikolaiviertels, dem Bahnhof Friedrichstraße und des Bundeskanzleramts konnten wir uns bei Sonnenschein einen Eindruck von Berlin machen.
Nach der Schifffahrt half uns ein Reedereimitarbeiter dann doch beim Ausladen des Rollstuhls.
Auch der Hauptbahnhof ist barrierefrei
Ehe wir uns versahen, war es schon 17 Uhr und wir beschlossen noch zwei Stunden am Hauptbahnhof zu verbringen. Im Hauptbahnhof kamen wir problemlos in die Geschäfte. Nirgends waren Stufen, die Eingänge zu den Geschäften waren groß genug, ebenso wie die Läden selbst auch.
Vor Abfahrt des Zuges mussten wir uns kurz am Service Point melden, damit das Personal meinem Bruder in den Zug helfen wird. Am Bahnsteig war es dann sehr voll. Ungefähr 40 andere Fahrgäste wollten denselben Eingang des Zuges benutzen wie wir und drängelten davor. Die Zugbegleiterin schickte diese Fahrgäste aber zu einer anderen Tür, fuhr anschließend die Hubrampe auf den Bahnsteig, und mein Bruder konnte problemlos in den Zug einsteigen. Positiv zu bemerken ist auch, dass in dem Abteil eine behindertengerechte Toilette war.
Fazit: Ausflüge mit Rollstuhl müssen gut geplant sein
Abschließend betrachtet war der Tag mit meiner Familie in Berlin ein schöner Ausflug. Leider gab es Hindernisse, die vermieden werden können, wie die unzureichende Hilfe an der Anlegestelle an der Spree.
Spontane Ausflüge sind mit dem Rollstuhl fast unmöglich. Das fängt damit an, dass man eine Einstiegshilfe für den Zug einen Tag vorher bestellen muss. Weiterhin muss man sich vor einem Ausflug informieren, ob der S- oder U-Bahnhof der Wahl einen Aufzug hat.
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