
Serie: Die Entwicklung des Kindes im 3. Lebensjahr
Soziale Entwicklung
Neben dem Erlernen grundlegender Formen der Höflichkeit gibt es noch mehr wesentliche Dinge, die Ihr Kind in seinem dritten Lebensjahr lernen wird:Mit anderen Kindern spielen und teilen!
Kleinkinder spielen häufig lange Zeit noch für sich allein. Sie mögen zwar im selben Raum oder Sandkasten wie ihre Altersgenossen spielen, aber im Grunde beschäftigen sie sich mit sich selbst und ihrem Spiel.Erst langsam kommen sich kleine Kinder näher. Häufig übernehmen sie dann zunächst einige Spiele voneinander, gucken sie gewissermaßen von einander ab. Wenn kleine Kinder dann miteinander zu spielen beginnen, ähneln diese Spiele häufig Rollenspielen. Sie spielen Mama, Papa oder Doktor: Rollen, die sie ihrer Erfahrungswelt entnehmen.
Doch zunächst scheint der Ausruf "Meins!" unweigerlich zu einer Spielstunde mit anderen Kindern dazu zu gehören. Beurteilen Sie dieses vermeintliche Besitzdenken jedoch nicht negativ. Für Ihr Kind ist es zunächst wichtig, Gegenstände besitzen zu dürfen.
Ihr Kind befindet sich in einer Phase, in der es sich selbst als eigenständige Person deutlicher wahrnimmt und "seins" als ihm zugehörig empfindet.
Einem anderen zu helfen oder - beispielsweise eine Speise oder ein Spielzeug - mit jemand anderem zu teilen, gehören zu den sozialen Fähigkeiten, die Ihr Kind im Laufe seines dritten Lebensjahres immer mehr lernen wird.
Voraussetzung hierfür ist aber eine grundlegende Fähigkeit, die Ihr Kind im Laufe der Zeit erwirbt: Mitgefühl.
Nur wer sich in einen anderen Menschen hineinversetzen kann, wird wirklich sozial handeln. Ihr Kind wird diese Fähigkeit mit der Zeit erlernen und ein Gefühl dafür entwickeln, wie sein Verhalten die Gefühle anderer beeinflusst.
Sie können Ihrem Kind helfen, das Teilen zu lernen:
Wenn Sie zu einer Spielstunde mit anderen Kindern aufbrechen, teilen Sie am besten schon vorher mit, dass Sie erwarten, dass Ihr Kind sein Spielzeug teilen wird. Erklären Sie ihm, dass das Teilen des Spielzeugs nur vorübergehend ist, dass das Spielzeug anschließend wieder ihm allein gehört. Denn viele Kinder befürchten, dass ihnen das Spielzeug für immer fortgenommen wird.Wenn Sie Ihrem Kind den grundlegenden Unterschied zwischen Verleihen und Weggeben erklärt haben, machen Sie Ihr Kind auch darauf aufmerksam, dass dies nicht heißen kann, dass es das Spielzeug während des Spiels plötzlich einfordern und wegnehmen kann - auch wenn es ihm gehört.
Wenn Sie erleben, dass Ihr Kind ein Spielzeug wegnimmt, weil es nun selbst damit spielen will, greifen Sie am besten unverzüglich ein. Nehmen Sie das Spielzeug Ihrem Kind wieder aus den Händen ohne Ärger zu zeigen.
Erklären Sie Ihrem Kind, dass es warten muss, bis es an der Reihe ist. Versuchen Sie zu vermitteln: Fragen Sie das andere Kind, ob Ihr Kind mitspielen darf oder ob es das Spielzeug hergeben möchte.
Leider hilft an dieser Stelle nicht immer Diplomatie, denn der plötzliche Wunsch Ihres Kindes nach diesem einen Spielzeug kann zu sehr heftigen Ausbrüchen führen.
Versuchen Sie vorsichtig die Aufmerksamkeit Ihres Kindes auf ein anderes Spielzeug zu lenken! Im schlimmsten Fall bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als die Spielstunde zu beenden.
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