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Studie zur häuslichen Gewalt

Häusliche Gewalt ist eine der schlimmsten Formen von Gewalt, die im Verborgenen stattfindet und sich meist gegen Frauen und Kinder richtet. Eine neue Studie zeigt nun, dass häusliche Gewalt alle sozialen Schichten betrifft.

Häusliche Gewalt ist ein Thema, das viele Opfer lieber zunächst verschweigen, bevor sie sich dagegen wehren. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation „Terre des Femmes“ haben in Deutschland etwa 25 Prozent aller Frauen bereits körperliche oder sexuelle Gewalt durch ihren Partner oder Ex-Partner erdulden müssen.

Betroffen sind Frauen aus allen Altersstufen, Konfessionen und Schichten. Dies zeigt nun auch die Studie „Gewalt in Paarbeziehungen“, die die Familienministerin Ursula von der Leyen am 6. März 2009 in Berlin vorgestellt hat.

Die Studie belegt, dass nicht nur Frauen in sozialen Brennpunkten von ihrem Partner gedemütigt, geschlagen und vergewaltigt werden, sondern dass auch in mittleren und höheren Sozial- und Bildungsschichten mehr Frauen als gedacht Opfer von Gewalt werden, die von Männern ausgeht.

In der Studie wurden 2143 Fälle untersucht, in denen Frauen mindestens einmal Opfer eines körperlichen oder sexuellen Übergriffs durch einen männlichen Partner wurden. Über ein Drittel dieser Frauen wurde dabei sogar schwer oder lebensbedrohlich misshandelt.

In der Studie wurde unter anderem festgestellt, dass sich die Gefahr von körperlicher oder sexueller Gewalt erhöht, wenn eine Trennung oder Scheidung ansteht. Wenn Männer Gewalt androhen, werden sie häufig auch wirklich aggressiv. In etwa zwei Drittel der Fälle ist schwere Gewalt gegen Frauen mit dem Alkoholkonsum des Täters verbunden. Frauen unter 35 werden eher misshandelt, wenn sich das Paar in einer schwierigen finanziellen Lage befindet. Bei Frauen über 45 steigt das Risiko auf aggressive Übergriffe, wenn ihr Bildungsstand oder Einkommen dem des Partners gleichwertig oder überlegen ist.

Zahlen und Fakten

Etwa 70 Prozent der Frauen, die schwer misshandelt werden, sind berufstätig. Mehr als 60 Prozent verfügen über einen mittleren oder hohen Schulabschluss und einen guten Beruf. 38 Prozent der Frauen haben die höchsten Bildungs- und Ausbildungsabschlüsse.

Bei den gewalttätigen Männern zeigen sich ähnliche Ergebnisse: Die meisten Männer, die schwere Gewalt an ihren Partnerinnen ausüben, sind berufstätig. Nur drei Prozent unter ihnen haben weder einen Schul- noch einen Ausbildungsabschluss. 52 Prozent verfügen über niedrige bis mittlere Abschlüsse und 37 Prozent haben die höchsten Bildungs- und Ausbildungsabschlüsse.

Die Studie zeigt eindeutig, dass Gewalt in Beziehungen nicht auf soziale Randgruppen beschränkt ist, sondern in allen Teilen der Gesellschaft anzutreffen ist.

Maßnahmen gegen die Gewalt

Seit dem internationalen Tag der Frau 1975 ist das Thema „Gewalt gegen Frauen“ ein öffentliches Thema. Zur Bekämpfung der Menschenrechtsverletzung haben die Länder einschlägige Programme entwickelt, die durch das verabschiedete Gesetz zum zivilrechtlichen Schutz vor Gewalttaten und Nachstellungen (Gewaltschutzgesetz) aus dem Jahr 2002 unterstützt werden. (LINK: bundesrecht.juris.de/gewschg/BJNR351310001.html)
Dieses Gesetz stärkt die zivilrechtlichen Rechtschutzmöglichkeiten der Opfer von häuslicher Gewalt und zieht die Täter stärker zur Verantwortung. Es ermöglicht dem Familiengericht, dem Täter langfristig das Betreten der gemeinsamen Wohnung zu verbieten und Näherungsverbote auszusprechen.

Die Bundesregierung hat sich am 26. September 2007 im Aktionsplan II zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen dazu verpflichtet, über 130 Maßnahmen gegen mehrere Formen von aggressiven Übergriffen umzusetzen. Zu den Gewaltformen gehören Stalking, häusliche Gewalt, sexuelle Übergriffe, Zwangsverheiratung, Frauenhandel und Genitalverstümmelung.
Der Aktionsplan II setzt dort an, wo nach dem ersten Aktionsplan noch Handlungsbedarf besteht, wie zum Beispiel bei der Berücksichtigung von Frauen mit Migrationshintergrund oder mit Behinderungen.

Bei häuslicher Gewalt gegen Frauen können Sie sich an folgende Hotline des BiG, der Berliner Interventionsstelle bei häuslicher Gewalt, wenden: 030-6110300. Weitere Informationen erhalten Sie hier: www.big-hotline.de

Hier finden Sie eine Internetseite mit Notrufnummern und Frauenhäusern in Deutschland, der Schweiz und Österreich: www.kinderschreie.de


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