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Serie: Die Entwicklung des Kindes im 3. Lebensjahr




Trotzphase?

Mit dem dritten Lebensjahr beginnt auch eine Phase heftiger Gefühlsausbrüche.

Jetzt werden Sie wahrscheinlich um die hundert Wut- und Weinanfälle erleben! Dabei sind es gerade besonders intelligente Kinder, die sich eine Vorstellung davon bilden, was Sie haben oder erreichen wollen, die von Wutanfällen geschüttelt werden.

Wutanfälle entstehen aus Frustration und Zorn

Manche Kinder haben derart starke Wutanfälle, dass die betroffenen Eltern sich ausgesprochen hilflos fühlen.

Dabei ist es wichtig, dass Sie wissen, dass Ihr Kind in diesem Lebensabschnitt tatsächlich keine Kontrolle über seine Gefühle hat. Ältere Kinder setzen einen Wutanfall manchmal ein, um zu demonstrieren, wie sehr sie sich etwas wünschen. Kinder im dritten und vierten Lebensjahr werden hingegen von ihren Gefühlen überrollt.

Nicht nur Sie als Eltern leiden unter dem Wutanfall Ihres Kindes: Ihr Kind fühlt sich genauso hilflos und wird von seinen Wutanfällen stark mitgenommen.

Was können Sie tun?

Die beste Methode, Wutanfällen zu begegnen ist natürlich, sie gar nicht erst entstehen zu lassen. Dazu müssen Sie Ihr Kind allerdings sehr gut beobachten und erkennen, wo seine Frustrationsschwelle liegt. Auch soll damit nicht gesagt sein, dass Sie Ihr Kind vor jeder Frustration bewahren sollen, und ihm zum Beispiel alles geben, wonach es verlangt.

Frustration ist eine wichtige Erfahrung für Ihr Kind, damit es lernt, Aufgaben jetzt und später zu meistern.

Versuchen Sie also nicht, Ihr Kind vor Frustration zu schützen, sondern versuchen Sie, Ihr Kind nur soviel Frustration zuzumuten, sodass es damit noch umgehen kann.

Bieten Sie Ihrem Kind Hilfe an, wenn Sie das Gefühl haben, seine Frustration ist schon so stark angewachsen, dass ein Wutanfall droht.

Bieten Sie Ihrem Kind auch an, seine Aufgabe zu unterbrechen und sich auszuruhen, damit es sie später erfrischt beenden kann.
Lenken Sie die Aufmerksamkeit Ihres Kindes, bevor es einen Wutausbruch bekommt, mit einem neuen Spielzeug, Buch oder Video ab.

Versuchen Sie mit der Zeit Ihrem Kind die Worte beizubringen, die ihm helfen werden, seine Gefühle auszudrücken.

Geben Sie Ihrem Kind auch generell so oft Gelegenheit wie es geht, seine Wut auszudrücken.

Auf eine Trommel oder Matratze schlagen, draußen herumrennen, laut herumschreien, singen oder wild tanzen zu dürfen, sind Möglichkeiten, mit denen Ihr Kind Aggressionen abbauen kann.

Wenn Ihr Kind bereits einen Wutanfall durchleidet, bleiben Sie ruhig. Ihr Kind hat vorübergehend die Kontrolle über sich verloren und benötigt jemanden, der die Übersicht behält.

Weder hilft Ihre eigene Wut, Ihr Kind zu beruhigen, noch irgendwelche Diskussionen: Ihr Kind ist gar nicht in der Lage, klar zu denken und Ihre Argumente wahrzunehmen.

Solange Ihr Kind weder sich selbst noch andere verletzt, versuchen Sie den Wutanfall zu ignorieren. Wenn Sie Ihrem Kind während seines Wutanfalls zu viel Aufmerksamkeit schenken, droht die Gefahr, dass Wutanfälle gehäufter auftreten, da sich Ihr Kind unbewusst durch Ihre gesteigerte Aufmerksamkeit belohnt fühlt.

Nach einem Wutanfall können Sie Ihrem Kind gegenüber Ihren Ärger über den Ausbruch auch mitteilen. Erklären Sie Ihrem Kind aber auch gleichzeitig, dass Sie es noch immer lieben, auch wenn Sie ärgerlich sind.

Das dürfen Sie auf keinen Fall tun:

Weder sollten Sie Ihr Kind für einen Wutanfall bestrafen, noch es belohnen, indem Sie im Supermarkt eben doch die Schokolade kaufen, derentwegen Ihr Kind eine Szene gemacht hat!

Betrachten Sie Wutanfälle als Teil der Entwicklungsphase Ihres zwei- oder dreijährigen Kindes: Sie brechen aus und gehen vorüber - mehr nicht.

Doch sollten Sie zwar die Wutanfälle nicht ernst nehmen, aber die Gefühle Ihres Kindes. Bemühen Sie sich in einem Gespräch herauszufinden, wie sich Ihr Kind fühlt und was den Wutanfall ausgelöst hat.

Nehmen Sie die Wutanfälle Ihres Kindes nicht persönlich.
Sie brauchen sich auch in der Öffentlichkeit nicht zu schämen, wenn Ihr Kind einen Wutanfall hat.

Niemand wird denken, Sie seien eine schlechte Mutter oder ein schlechter Vater. Kinder in diesem Alter reagieren eben manchmal so!

Weichen Sie nicht von Ihrer Strategie ab, Wutanfälle so weit es geht zu ignorieren. Verlassen Sie im schlimmsten Fall den Ort des Wutanfalls und ziehen Sie sich mit Ihrem Kind in Ihr Auto oder in einen Waschraum zurück, wo es sich beruhigen kann und sie ihm in Ruhe erklären können, dass es nicht das bekommen wird, was es mit seinem Wutanfall erreichen will.

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