
Unkonzentriert durch die Trennung der Eltern?
Frage an unsere Pädagogin:
Hallo,
ich schreibe Ihnen, weil ich nicht weiß, wie ich meinem Sohn (7 Jahre alt, 2. Klasse) helfen kann, zu lernen, sich zu konzentrieren, zuzuhören und zu verstehen, was die Lehrerin der Klasse sagt.
Er ist nicht „dumm“, konnte schon nach einem halben Jahr in der 1. Klasse komplette Bücher lesen und verschlingt diese regelrecht. Jedoch, was das Schreiben angeht, tut er sich richtig schwer, strengt sich nicht an, schreibt unleserlich, gibt sich keine Mühe und empfindet das alles nur als lästig. Auch die Einträge in seinem Hausaufgabenheft sind lückenhaft, so dass er nie richtig weiß, was er tun soll.
Ich tendierte dazu, immer alles für ihn auszubügeln, jedoch bekam ich den Rat, dass das genau verkehrt ist. Er muss selber lernen, für seine Dinge gerade zustehen.
Was mir zu schaffen macht, ist die Tatsache, dass er ein breites gutes Wissen hat, dass er selbstbewusst und eigenständig ist, dass er so gesehen keine Probleme hat, aber, wie seine letzte Lehrerin in der 1. Klasse mir sagte, „schusselig“ ist und einfach nicht will.
Was kann ich tun?
Hinzu kommt, dass er ein Trennungskind ist. Sein Vater und ich haben uns vor einem Jahr räumlich getrennt, er ist nach der Schule bei seinem Vater, der auch die Hausaufgabenbetreuung macht, am Wochenende sowie Montag abends ist er bei mir. Eine richtige Kontrolle habe ich also nicht in dem Sinne, was die Schule angeht. Umso schlimmer für mich, weil ich auch nicht allzu viel einwirken kann.
Was unsere Pädogogin rät:
Hallo,
vielen Dank für Ihre Anfrage.
Die Problematik Ihres Sohnes ist auf verschiedenen Ebenen zu betrachten.
Nach Ihrer Beschreibung stelle ich folgende Fragen: Entsprechen seine Schulleistungen den Anforderungen? Ist das Kind evtl. auch unterfordert? Hat er evtl. ein Aufmerksamkeitsdefizit oder ist er leicht hyperaktiv? Diese Fragen müssten mit dem Schulpsychologen und den Lehrkräften abgeklärt werden. Gerade solche Kinder schreiben nicht gern, weil ihr Schriftbild nicht ihren Erwartungen entspricht. Auch Ausmalen ist oft unsauber. Entsprechende Trainingsprogramme könnten dann helfen.
Auch zu Hause können mit vielfältigen Spielen und Übungen Konzentration und Aufmerksamkeit trainiert werden. Zwar weiß ich nicht, wie Ihr Sohn auf tägliches Üben reagiert, aber vielleicht können Sie das Lernen mit ihm „hintenherum“ gestalten. Finden Sie heraus, welche Vorlieben der Junge hat. Sie haben geschrieben, dass Ihr Sohn gern liest. Was liest er gern? Vielleicht ist er zu begeistern, eine Geschichte oder ein Gedicht selbst zu schreiben. Versuchen Sie auch viel mit ihm zu basteln, zu malen oder kleine handwerkliche Dinge in Haushalt zu erledigen. Dies schult die Feinmotorik. Motivieren Sie ihm zu den verschiedensten Anlässen kleine Glückwunschkarten oder Briefe zu gestalten. Wichtig ist bei all diesen Tätigkeiten, dass die Freude am Lernen erhalten bleibt. Im Internet und in Zeitschriften finden Sie weitere vielfältige Anregungen.
Vielleicht ist es möglich, dass er in der Schule einen kleinen Auftrag bekommt, mit dem er sein Wissen anwenden kann und der ihn entsprechend fordert.
Kinder mit ADHS – Symptomatik brauchen neben sehr liebevoller Zuwendung auch sehr viel Konsequenz in der Erziehung. Sie reagieren sehr sensibel auf Änderungen in ihrem Umfeld. So muss auf feste Tagesabläufe geachtet werden. Eine Trennung der Partner ist ein zusätzlicher Problempunkt. Wichtig sind regelmäßige Absprachen zwischen den Partnern, die auch konsequent eingehalten werden müssen. Auch Lehrersprechstunden sollten Sie möglicht gemeinsam besuchen. Unruhe oder Meinungsverschiedenheiten zwischen den Partnern werden oft auch unbewusst auf Kinder übertragen ohne dass Sie sich in Gegenwart des Kindes darüber unterhalten. Kinder erfassen oft auch nur durch Mimik und Gestik Konflikte und wissen dann nicht, wie sie reagieren sollen.
Zur Konsequenz gehört auch, dass Ihr Sohn selbst für seine Schulmaterialien und Hausaufgaben verantwortlich ist. Sie sollten nur eine Kontrollfunktion haben. Wenn keine Einträge im Hausaufgabenheft vorhanden sind, sollte er bei einem Mitschüler anrufen oder evtl. auch zu ihm hingehen. Dies wird auch von Ihnen Ausdauer erfordern und Sie dürfen nicht enttäuscht sein, dass es nicht sofort klappt. „Bügeln“ Sie alles aus, wird sich der Junge darauf verlassen.
Ich hoffe, dass ich Ihnen etwas helfen konnte. Suchen Sie auch das vertrauensvolle Gespräch bei Ihrem Partner oder auch guten Bekannten und auch in der Schule.
Mit freundlichen Grüßen
E. Müller
Kommentare
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hallo liebes team, könnte mir vielleicht jemand genau sagen, welchen tag man 2012 in sachsen die schulanfangsfeier macht? man braucht ja jetzt schon die gewissheit damit man noch einen saal oder ä. mieten kann +hüpfburg +zauberer usw.
lieben dank bergma( 1. kind noch unerfahren ;) )